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„Es ist einfach uferlos!“

Fäkalien in Felden: Illegale Camper sind ein Riesenproblem in Bernau

Übersehen können Camper eigentlich nicht, dass sie hier nicht übernachten dürfen: Viele halten sich dennoch nicht an die Regeln.
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Übersehen können Camper eigentlich nicht, dass sie hier nicht übernachten dürfen: Viele halten sich dennoch nicht an die Regeln.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Camping ist zwar in, aber in Bernau wird der Trend teilweise zum Problem. Denn zahlreiche Wohnmobile campen dort, wo sie es eigentlich nicht dürften. Was die Bürgermeisterin dazu sagt, dass regelmäßig Fäkalien auf dem Parkplatz landen - und das, obwohl es eine so einfache Alternative gibt.

Bernau – „Es ist einfach uferlos!“, sagt Irene Biebl-Daiber (CSU). Der Bernauer Bürgermeisterin ist anzuhören, in welchem Dilemma sie steckt. Denn das Problem mit den illegal parkenden Campern habe in den vergangenen Jahren in Bernau enorm zugenommen. „Gleichzeitig sind Gäste bei uns immer willkommen, und wir freuen uns, wenn sie da sind. Es wäre einfach schön, wenn sie sich an die Stellplätze halten“, sagt Biebl-Daiber.

Die Brennpunkte seien der Parkplatz P2 in der Nähe des Restaurants Badehaus in Felden und der dortige Überlaufparkplatz. Bis zu 50 Wohnmobile seien im vergangenen Jahr auf letzterem an manchen Tagen abgestellt gewesen. „Gleich daneben ist ohnehin der offizielle Wohnmobil-Stellplatz“, sagt die Bernauerin. Wenngleich Biebl-Daiber einräumt, dass der offizielle Platz oft voll sei.

Zumal die rechtliche Lage etwas schwammig ist: „Das Argument lautet oft ‚Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit‘, aber dann stehen doch Stühle und Tisch draußen.“

Noch parken oder schon campen?

Denn rechtlich ist es so, dass zwar nicht übernachtet werden dürfe, Fahrer jedoch das Recht hätten, sich auszuruhen. „Da dürfen sich Fahrer jederzeit hinstellen und eine Nacht an einem Platz schlafen“, erklärt Oberkommissar Wolfgang Schlemer von der Polizei Prien. Ganz anders verhalte sich die Sache aber, wenn eine zweite Nacht hinzukomme oder die Markise ausgefahren werde: „Dann sind wir im Bereich Sondernutzung laut bayerischem Straßen- und Wegerecht.“ Schlemer weiß, dass es in Bernau schon häufiger vorkomme als in anderen Gemeinden (siehe Infokasten). Er vermutet, dass es an der Nähe zur Autobahn liege.

Denn nicht nur in Felden, auch an anderen Stellen in Bernau werde noch gerne geparkt beziehungsweise gecampt. Der Schwerpunkt liege aber am See, berichtet Bürgermeisterin Biebl-Daiber. „Wir haben für den ruhenden Verkehr die Verkehrsüberwachung Oberland, und wir schicken auch manchmal die Polizei. Allerdings sind die Strafen sehr gering“, sagt Bernaus Rathauschefin Biebl-Daiber.

Ein grundsätzliches Problem mit den Campern haben sie eigentlich nicht. Mit einer Einschränkung: „Wenn sie sich anständig verhalten würden, ihren Müll wieder mitnehmen und ihre Fäkalien nicht in die Büsche schütten. Das ist manchmal schon gruselig!“

Zwei Euro zu viel?

Umso mehr verwundern die Unappetitlichkeiten, da eine Entsorgungsmöglichkeit besteht. Am offiziellen Stellplatz ist eine Schütte, an der Campingtoiletten geleert werden können. „Das kostet aber zwei Euro“, sagt die Bürgermeisterin, und die Ernüchterung ist ihr anzuhören.

Oskar Deibert betreibt den offiziellen Camper-Stellplatz in Felden. Er hat auch von der Gemeinde eine Ermächtigung, das Hausrecht für die reinen Parkplätze auszuüben. Nicht jeden Tag gehe er rüber zum Kontrollieren, aber zumindest dann, wenn einer sich komplett daneben benehme. Sein Platz ist im Sommer meist schon früh voll, ab Mittag werde es eng.

Verständnis und Ärger zugleich

Deibert hat zum Teil auch Verständnis für die Camper: „Ich kann nachvollziehen, dass so viele unterwegs sind. Nur finde ich es schon sehr dreist, wenn die Leute trotz eines großen Schildes illegal übernachten.“

Erst recht, wenn sie dann noch ihr Schwarz- und Grauwasser einfach am Platz wegschütten: „Ich würde mir wünschen, dass die Leute sich vernünftiger verhalten“, sagt Deibert. Konkret heißt das neben der Fäkalienentsorgung, dass die Camper eben nicht unter den trockenen Bäumen grillen und sich häuslich einrichten. Deibert hat da schon einiges erlebt: „Da werden Wohnmobile quer auf mehreren Parkplätzen abgestellt, dann wird die Markise ausgefahren und der Grill ausgepackt.“

In der Verwaltung diskutiere man regelmäßig, wie man mit dem Thema umgehen könne. „Wir sprechen auch über eine Höhenbeschränkung, aber eigentlich wollen wir das nicht“, sagt Biebl-Daiber. Wobei es in diesem Fall auch das Problem gebe, dass der Lieferverkehr für das Badehaus dann ebenfalls betroffen wäre.

So geht es anderen Gemeinden

Große Probleme gebe es in Rimsting nicht, erfährt man auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen aus dem dortigen Rathaus. Aber in Einzelfällen müsse man sich auch um illegal abgestellte Wohnmobile kümmern. In der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn, die auch für die Gemeinde Gstadt zuständig ist, halten sich die Probleme auch noch in Grenzen. „An der „ChiemseeHalle“ ist es zum Teil etwas auffällig“, sagt Pia Gierlinger vom Bürgerbüro.

Entwarnung kommt auch vom Priener Ordnungsamt. „Hin und wieder ist das schon ein Thema, aber seitdem wir den Wohnmobilparkplatz haben, hält sich das illegale Übernachten in Grenzen“, sagt Mitarbeiterin Petra Süsens.

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