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Deshalb ist die Tracht wieder gefragt

Dirndl und Lederhose wieder im Aufschwung: Das freut auch die Trachtengeschäfte im Achental

Lederhose und Dirndl sind seit dem Beginn der Volksfeste, aber auch durch größere Familienfeiern nach den Corona-Beschränkungen wieder im Kommen.
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Lederhose und Dirndl sind seit dem Beginn der Volksfeste, aber auch durch größere Familienfeiern nach den Corona-Beschränkungen wieder im Kommen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Die ersten Volksfeste in der Region sind bereits gelaufen, das Münchener Oktoberfest wirft seine Schatten voraus. Nach zwei Jahren Corona-Pause wird wieder gefeiert. Doch nicht nur die Festwirte freuen sich.

Chiemgau – Die Trachtenläden spüren: Die sauren Zeiten sind vorbei. „Die Nachfrage ist da, die Kunden haben quasi Aufholbedarf“, berichtet Stefanie Prasser, Juniorchefin bei Hofer Trachten in Grassau. Dabei seien es nicht nur die Volksfeste, welche dafür sorgten, dass die Umsätze bei ihr und ihren Kollegen wieder spürbar angezogen hätten.

Auch Hochzeiten und andere Familienfeste sorgten dafür, dass wieder mehr Trachten nachgefragt würden.

Wobei: Zumindest für kleinere Familienfeste hat Prasser schon im vergangenen Jahr eine zunehmende Nachfrage nach Trachten verzeichnen können, hier jedoch eher im legeren Bereich. Inzwischen bewege sich die Nachfrage wieder hin zu „richtiger Tracht“, also Dirndl und Lederhosen.

Zur Tracht zurückgefunden

„Wir freuen uns sehr, dass die Leute wieder zur Tracht zurückgefunden haben!“, freut sich Stefanie Prasser. Endlich sei man zurück an jenem Punkt, an dem die Leute wieder Lust darauf bekommen hätten, schön gewandet zu feiern. Heinz-Georg Hammerschmid, vom gleichnamigen Trachtenmodehersteller im Marquartstein freut sich ebenso über wieder steigende Umsätze.

„Seit die Volksfeste wieder stattfinden, hat sich ein Schalter umgelegt“, berichtet er. „Wir haben wieder ein richtig gutes Geschäft.“ Während der Coronajahre habe er nur etwa ein Fünftel seines normalen Umsatzes gemacht. Inzwischen hätten die Zahlen wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht. Aber auch ihm ist klar: Trachten sind Kleidungsstücke für bestimmte Anlässe.

Neue Kleidergrößen

Und wenn die pandemiebedingt wegfielen, braucht’s auch kein entsprechendes Outfit. Zu seinen derzeitigen Umsätzen trage auch der Umstand bei, dass sich viele nach Corona nach einer anderen Kleidergröße umsehen müssten. Sei es, weil sie in den Pandemie-Tagen gewichtsmäßig zugelegt oder im Gegenteil mehr Sport getrieben hätten und die bisherige Tracht nun nicht mehr ordentlich sitze. Vor allem bei Hemden mache sich dies bemerkbar. Hinzu kämen Jugendliche, die inzwischen aus ihren Kindergrößen herausgewachsen seien.

Nachfrage durch Absagen eingebrochen

Klar ist für Hammerschmid: Es war wichtig, dass sich der Umgang der Politik mit der Pandemie in diesem Jahr gewandelt hat. „Noch so eine Saison, ein drittes Jahr ohne Volksfeste, das wäre für manchen Händler schwierig bis unmöglich gewesen“, beschreibt er seine wirtschaftliche Situation und die seiner Kollegen.

Mit dem Wegfall der Festlichkeiten in den Coronajahren hatte auch Marco Ehrenleitner zu kämpfen, Geschäftsführer von Chiemseer Dirndl in Übersee. „Damit ist die Nachfrage bei uns komplett eingebrochen“, erinnert er sich. Aber nun – auch mit Blick auf das Oktoberfest in München und das Herbstfest in Rosenheim – gebe es wieder Perspektiven.

„Die Leute wollen sich treffen und wieder untereinander kommen. Dementsprechend kleiden sie sich auch neu ein“, sagt Ehrenleitner. Das habe für sein Geschäft einen deutlichen Anschub gegeben, die Umsätze lägen in etwa genauso hoch wie in den Zeiten vor Corona.

Rückbesinnung auf Tradition

Für ihn kommt aber noch ein weiterer Faktor hinzu: Schon in den vergangenen Jahren habe man merken können, dass sich die Menschen wieder mehr auf Tradition besinnen würden und deswegen zu Dirndl und Tracht griffen. Das mache sich auch bei der Auswahl der Tracht bemerkbar, wo der Trend erneut zum Klassischen gehe, selbst bei jungen Leuten, welche die traditionellen Werte wieder leben wollten. Zum anderen sei die Tracht an sich zu vielen Gelegenheiten tragbar.

Angst davor, dass sich die Situation durch eine verschärfte Corona-Lage für die Volksfeste und damit auch das Trachtengeschäft verschärfen könnte, hat Ehrenleitner nicht. Den Leuten wären solche Einschränkungen wohl nur noch schwer zu vermitteln, vermutet er. Andererseits: Zumindest für die großen anstehenden Volksfeste will er auch nicht ganz ausschließen, dass es dort coronabedingt erneut zu Beschränkungen kommen könnte.

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