Erste Wettkämpfe im Tiefschnee: Die lange Tradition der Skiläufervereinigung Bernau

Doppelsprung auf der Schanze in Westerham 1927.Re
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Doppelsprung auf der Schanze in Westerham 1927.Re

Vereinsporträt: Der Wintersport hat schon vor dem Zweiten Weltkrieg in Bernau einen hohen Stellenwert – die Skiläufervereinigung besteht seit 1965.

Bernau – Seit 1965 gibt es die Skiläufervereinigung Bernau, die schon 1923 als Wintersportabteilung innerhalb des Turnvereins (TSV) vom Arzt Dr. Walter Deinlein gegründet und Mitglied des Deutschen Skiverbandes wurde. Diese Gruppe pachtete von 1923 bis 1936 die Weissenalm als Skihütte. Als sich 1936 der TSV auflöste, riefen die Bernauer Skisportler unter Vorsitzendem Hans Obermaier den Ski-Club Bernau ins Leben. Obermaier führte diesen bis zu seinem Tod 1944. Die Mitglieder nahmen damals bereits an internationalen Wettkämpfen teil. So wurde Georg Stephan 1936 beim 30-Kilometer-Langlauf am Holmenkollen Siebter. 1936 kam Hans Reisinger in die engere Olympiaauswahl und Wolfgang Raffl wurde Deutscher Jugendmeister in der Abfahrt. Erste Skispringen gab es bereits 1923 in Schleipfen und eine Sprungschanze entstand in Westerham.

1935 fand der erste Abfahrtslauf von Gschwendt nach Bernau statt. Eine Strecke, die Sepp Obermaier mit Gegenanstieg beim Seiserhof als Sieger bewältigte.

Eine 50-Meter-Schanze für Bernau

1947 folgte unter Vorstand Toni Wendlinger der Bau einer 50-Meter-Schanze im Nordhang des Hitzelsbergs. Zum Eröffnungsspringen kamen rund 4000 Zuschauer. 1948 fand die Chiemgaumeisterschaft in der Nordischen Kombination unter anderem auf der neuen Hitzelsbergschanze statt. Sprunglaufsieger war Emil Sattler aus Traunstein. Im Langlauf siegte Hubert Egger, der 1952 bei den Olympischen Winterspielen in Oslo als bester Mitteleuropäer abschnitt.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg kam, gefördert von Sebastian Obermaier, der Skilanglauf stärker auf. Er wird bis heute eifrig gepflegt. 1965 spaltete sich nach Querelen im SC-Bernau – die „Alpinen“ fühlten sich von den „Nordischen“ benachteiligt – unter neuem Namen die SLV- Bernau, die sogenannte „Skiläufervereinigung Bernau“ ab. Dabei tat sich als Förderer und Trainer besonders Sepp Leitner hervor. Er führte 1970 den Verein wieder zusammen. Sein Ziel war eine ausgeglichene Förderung der Wettkämpfer, der Vereinsjugend und der Kinder, was die SLV erfolgreich bis heute fortführt.

Langlauf-Nachwuchs wird intensiv gepflegt

Eva Egger errang in den 1980er-Jahren im Skilanglauf mehrere Deutsche Meistertitel und konnte sich bei den Juniorenweltmeisterschaften im ersten Drittel platzieren. Mitglieder der SLV bestritten regelmäßig Chiemgauer, Bayerische sowie Deutsche Meisterschaften und nahmen erfolgreich an internationalen Langstreckenläufen teil. Bis heute ist die SLV mit über 300 Mitgliedern aktiv und pflegt intensiv langläuferischen Nachwuchs. Die Schüler nehmen dazu jedes Jahr an den Cups des Chiemgaus und anderer Gaue mit Leidenschaft und Erfolg teil.

Auch im Sommer trainieren die Vereinsmitglieder.

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