Erste Anlaufstelle für Behördengänge

Einer der ersten Besucher des neuen Bürgerbüros im Priener Rathaus war Dr. Markus Heim (rechts) mit Sohn Valentin. Begrüßt wurde er dabei von Zweiter Bürgermeisterin Renate Hof (von links), Elisabeth Linner, Bürgermeister Jürgen Seifert (hinten), Maria Zirrer, Elfriede Baumgartner, Burgl Mouration, Ute Wurm und Andrea Schrödl (sitzend). Foto Berger
+
Einer der ersten Besucher des neuen Bürgerbüros im Priener Rathaus war Dr. Markus Heim (rechts) mit Sohn Valentin. Begrüßt wurde er dabei von Zweiter Bürgermeisterin Renate Hof (von links), Elisabeth Linner, Bürgermeister Jürgen Seifert (hinten), Maria Zirrer, Elfriede Baumgartner, Burgl Mouration, Ute Wurm und Andrea Schrödl (sitzend). Foto Berger

Wer in diesen Tagen im Rathaus etwas zu erledigen hat, dem öffnen sich die Türen automatisch. Das ist der erste Aha-Effekt auf dem Weg ins neue Bürgerbüro. In den umgebauten, hellen Räumen warten ab sofort drei Mitarbeiterinnen als erste Anlaufstelle auf die Bürger.

Prien - "Achtung: Türen öffnen automatisch - nach außen" steht auf einem Schild am Haupteingang des Rathauses. Niemand muss mehr die beiden Glastüren mit dem massiven Holzrahmen mühsam per Hand aufziehen. Sie gehen jetzt von alleine auf - ein Bewegungsmelder macht das nun auch im Rathaus möglich.

Am Montag, dem ersten Öffnungstag des Bürgerbüros, konnten sich die Mitarbeiterinnen dort nicht über mangelnde Arbeit beklagen. Nicht nur, dass noch Schreibtischschubladen eingeräumt und Formulare griffbereit für die Bürger platziert werden mussten. Es waren nicht wenige Priener, die einen freien Brückentag für einen Behördengang nutzten, zum Beispiel um Ausweise zu verlängern oder sich als zugezogener Neubürger anzumelden.

Wer den Nachwuchs dabei hatte, wie Dr. Markus Heim, der mit seinen vierjährigen Sohn Valentin kam, um Müllsäcke für die fachgerechte Entsorgung des Weihnachtsabfalls zu kaufen, für den standen an den Schreibtischen immerhin schon Gläser mit Gummibärchen bereit.

So mancher blieb im Foyer erstmal stehen, um sich zu orientieren. Das Schild an der Glastür nach rechts zum Bürgerbüro fehlte noch. Zudem soll in dem Vorraum noch ein Bildschirm an der Wand montiert werden, der anzeigt, welche Mitarbeiterin gerade frei ist oder ob alle gerade im "Kundengespräch" sind. Wer warten muss, soll bald Stühle vorfinden, damit sich niemand die Beine in den Bauch stehen muss. Eine Spielecke für Kinder zum Zeitvertreib gibt es ohnehin schon.

Zur Mannschaft des Bürgerbüros gehört neben Elisabeth Linner und Andrea Daniwolf vom Einwohnermeldeamt, die nach der Umbauphase ins Erdgeschoss zurückgekehrt sind, auch Neuzugang Maria Zierer. Die Prienerin aus Siegharting, die nach 17 Jahren bei der Gemeinde Bruckmühl beruflich in ihren Heimatort zurückgekehrt ist, ist als Ansprechpartnerin für soziale und Rentenangelegenheiten bei der Marktgemeinde die Nachfolgerin von Elisabeth Grote, die vor einigen Wochen in den Ruhestand gegangen war.

Das Trio arbeitet eng mit Elfriede Baumgartner, Ute Wurm und Burgl Mouratian zusammen, deren benachbarter Arbeitsplatz bisher "Pforte" hieß. Die glich bisher mit ihrem kleinen Fenster und Gegensprechanlage einem abgeschirmten Hochsicherheitstrakt. Jetzt gilt auch hier: Helligkeit und Offenheit, im Politikerdeutsch "Transparenz", soll den Bürgern schon optisch die Scheu vor dem Gang zur Behörde nehmen. Am neuen Empfang können bewegliche Glaselemente auf der Theke je nach Bedarf verschoben werden. Am ersten Öffnungstag waren daran noch die Handwerker mit Akkuschraubern zugange.

Das Bürgerbüro war zur Eröffnung sogar noch transparenter als geplant. An den großen Fenstern zum Rathausvorplatz fehlten großteils noch aufklebbare Folien, die den Blick von draußen auf die Schreibtische bald verhindern werden. Ein solcher Sichtschutz soll im Endausbau auch aus Datenschutzgründen das abgetrennte Büro vor neugierigen Blicken abschirmen, das Gesprächen über soziale Belange dienen wird.

Das helle Holz der Schreibtische und Einbauschränke trägt ebenfalls zum einladenden Gesamteindruck bei, die Säule mitten im Raum kaschiert ein großer Ficus. Der Boden sieht nach Holz aus, ist aber in Wirklichkeit im Holzdesign gefliest.

Seit Mitte Oktober liefen die Umbauarbeiten. Fünf Jahre hatte es gedauert, bis ein damaliger Beschluss des Marktgemeinderats in die Tat umgesetzt werden konnte. Erst nach dem Umzug des Weltladens im Sommer 2013 in die Geigelsteinstraße waren Weg und Räume frei. Inklusive neuer Einrichtung werden die Kosten zur Verwirklichung des Bürgerbüros jenseits der 100000-Euro-Marke liegen, genaue Zahlen gibt es noch nicht. Offiziell eingeweiht wird das Bürgerbüro Mitte Januar.

Kommentare