„Erst auf dem Friedhof werden mir die Ideen ausgehen“

In seinem Vortrag berichtet Bernd Maile nicht nur über seine Tätigkeit in der Medienbranche, sondern auch über die diversen Verdienstmöglichkeiten und seinen „Weg nach oben“.
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In seinem Vortrag berichtet Bernd Maile nicht nur über seine Tätigkeit in der Medienbranche, sondern auch über die diversen Verdienstmöglichkeiten und seinen „Weg nach oben“.

„Ich hüpfe von Blume zu Blume – wie ein Schmetterling“, so erklärte Drehbuchautor Bernd Maile den Elftklässlern des Isinger Gymnasiums seine Taktik zum kreativen Denken, als er einen Vortrag über seine Arbeit in der Comedy- und Unterhaltungsbranche hielt.

Durch seine jahrelange Zusammenarbeit mit großen TV-Sendern wie ZDF, ARD und RTL, sowie mit Stars wie Luke Mockridge, Stefan Raab und Thomas Gottschalk, gewährte Maile den Schülern einen umfassenden Einblick in die Fernsehbranche und seine Aufgaben als Autor.

So erfuhren die Jugendlichen vieles über die Verdienstmöglichkeiten in der Branche. Beispielsweise ist das Gehalt, sofern der Autor nicht fest angestellt ist, von den tatsächlich später verwendeten Lines abhängig, also den geschriebenen Textzeilen für die Schauspieler oder Comedians. Auch die verschiedenen Sender und Slots, also die Zeiträume, in denen die Sendung läuft, spielen beim Gehalt eine große Rolle.

Auf die Frage, wie man Drehbuchautor wird, erklärte Maile, dass seine eigene Karriere mit seinem ersten, schüchternen Anruf bei ProSieben begann, mit dem er anbot, Sketche für „Switch Reloaded“ zu schreiben. Zunächst erhielt er jedoch eine Abfuhr. Seinen Erfolg verdanke er vor allem seinem Humor und dem Interesse an der journalistischen Arbeit, denn er meint: „Humor ist eine Grundhaltung, das Handwerk dagegen kann man lernen!“

Als die Jugendlichen nach seinen Arbeitgebern fragten, holte der Autor weit aus und erläuterte die Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlichen Sendern, Privatsendern und Pay-TV/Streamingdiensten. Dabei informierte er die Schüler auch über Begriffe wie Quote und GEZ-Rundfunkgebühren. Zudem berichtete der Drehbuchautor, wie er vorgeht, wenn er ein neues Projekt vor sich hat: Am ersten Tag brauche er viel Input, er „ballere sich alles rein“ und lasse es dann erst einmal ein paar Tage ruhen. Sein Gehirn arbeite nun von alleine.

Auf die Frage, ob er nicht Angst vor dem Tag habe, an dem ihm alle Ideen ausgehen, antwortete Maile: „Der Tag, an dem ich keine Ideen mehr habe, ist der Tag, an dem ich am Friedhof liege!“ Dass an dieser Aussage etwas dran ist, beweisen seine zahlreichen Preise, wie der Deutsche Fernsehpreis und der deutsche Comedypreis.

Zum Schluss erläuterte der Referent, dass der Aufbau eines Drehbuchs prinzipiell der Struktur des Dramas sehr ähnele. Ein Konflikt und ein Spannungsbogen mit Plotpoints, also einschneidenden Ereignissen, sind essenziell für einen erfolgreichen Film, eine Serie und auch für ein Drama.

Viele seiner Ideen kommen dem Autor durch das Beobachten und vor allem durch seine vielseitigen Aufträge, denn er sagt: „Ich hüpfe gerne, Routine ist tödlich.“ Durch diesen informativen Vortrag erhielten die Elftklässler einen tiefen Einblick in die Fernsehbranche sowie das szenische Schreiben und interessieren sich vielleicht einmal selbst für diesen Beruf. Dazu Bernd Maile: „Ich bin langsam zu alt, wir brauchen Nachwuchs!“

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