Erneute Diskussion um Trinkwasser

Dem eineinhalbstündigen Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Georg Schützinger (Bericht folgt) schloss sich in der Bürgerversammlung im Gasthof „Grabenstätter Hof“ noch eine einstündige Diskussion an. Zunächst ging Schützinger auf die schriftliche Eingabe von Josef Austermayer zur „Marwanger Trinkwasserversorgung“ ein, die in den vergangenen Jahren in der Gemeinde hohe Wellen geschlagen hatte (wir berichteten).

Grabenstätt – Zum Hintergrund: Bis Februar 2014 bezogen die Bürger in Hirsch au, Hagenau, Marwang, Obereggerhausen, Oberhochstätt und Unterhochstätt ihr Trinkwasser aus dem Brunnen „Eggerhauser Holz“ (gemeindliche Wasserversorgung). Da die betroffenen Bürger die Trinkwasserqualität anzweifelten, wurden sie bis Mai dieses Jahres mittels eines vorsorglichen Notverbundes mit Trinkwasser aus der Steinweiher Quelle (Wasserbeschaffungsverband Grabenstätt/WBV) versorgt. Seitdem wird im Verhältnis ein Drittel (gemeindliche Wasserversorgung) zu zwei Drittel (WBV) gemischt.

Austermayer wünschte sich die Vorlage aller seit Mitte 2014 durchgeführten Wasserproben, aus denen die laufende Entwicklung der Parameter Nitratwert, Zinkgerieselungsquotient und Basekapazität im Brunnen Egger hauser Holz hervorgehe sowie zum Vergleich dieselben Parameter zum „gemischten Wasser“. Zudem erbat er sich genaue Auskünfte zum „seit 14 Jahren fehlenden Schutzgebiet“ und stellte den Antrag, künftig regelmäßig in den Gemeindezeitungen über alle Wasserprüfungen unterrichtet zu werden.

„Nitrat ist der ausschlaggebende Parameter im Mischbetrieb und dieser wird seit der Mischung in Bezug auf den korrosionschemisch bedenklichen Wert von 18,6 unterschritten“, erwiderte Schützinger. „Einer Veröffentlichung dieser und aller künftigen Trinkwasseruntersuchungen im Gemeindeanzeiger oder auf der Homepage der Gemeinde steht nichts entgegen. Dies wurde bis zur Einrichtung des Notverbundes auch schon immer so praktiziert“.

Eine umfassende Analyse mit allen chemisch-technischen Parametern erfolge aber nicht jeden Monat. Was die angedachte Ausweisung eines Schutzgebietes anbelange, müsse man die laufenden Bohrungen abwarten. Dabei spiele es auch eine Rolle, ob in den betroffenen Bereichen, die eventuell bis ins Erlstätter Becken reichen könnten, mögliche Bewirtschaftungseinschränkungen der Landwirte mit Entschädigungszahlungen zu regeln seien.

„Verhandlungen mit den Landwirten werden erfolgen“

„Verhandlungen mit den Landwirten werden Zug um Zug erfolgen“, so Schützinger. Zuerst müssten allerdings die geologischen Erkundungen abgeschlossen sein.

Agathe Heigermoser, die selbst lange Jahre im Marwang wohnte und gesundheitliche Probleme in ihrer Familie auf das „aggressive und korrosive Trinkwasser“ zurückführt, betonte, dass „Kleinkinder und ältere Menschen bereits ab zehn Milligramm Nitrat stark gefährdet sind“. Das immer wieder geforderte und nicht vor 2017 bis 2019 zu erwartende Wasserschutzgebiet „ist in den Jahren 2002 bis 2004 nur mäßig in Angriff genommen worden“, und dann sei das Ganze „eingeschlafen“, ärgerte sich Heigermoser. Eine solche Ausweisung dauere normalerweise „drei bis fünf Jahre und nicht 20 Jahre“, betonte sie und sprach von einer „Verschleppung“.

Die Gemeinde habe für die Beratung und die Arbeit des Geologen in den letzten Jahren viel Geld in die Hand genommen und „wir bemühen uns, das Ganze endlich zum Abschluss zu bringen“, so Schützinger.

In der anderen schriftlichen Eingabe wünscht sich Mathias Kraus für den Geh- und Radweg von Grabenstätt nach Hirschau eine LED-Beleuchtung und ärgert sich über die Lärmbelästigung, die alljährlich von einem Sommerfest in Oberegger hausen ausgehe.

Es handle sich dabei um eine öffentliche, vom Gemeinderat bewilligte Veranstaltung, die dort auch in Zukunft über die Bühne gehen werde, wenn der Veranstalter die Auflagen wie bisher einhalte, so Bürgermeister Schützinger.

Mit Blick auf eine Unterhaltungsmaßnahme am Pfarrer Bacherl mokierte sich Siegfried Gärtner darüber, dass das Wasser nun „noch schneller durchschießt und den Letzten beißen dann die Hunde – und das bin ich“. Ein anderes Ärgernis sei die bis heute ungelöste Müllproblematik an einem kleinen Waldstück zwischen dem Gewerbegebiet Oberwinkl und Sossau.

„Verhandlungen sind an einem Eigentümer gescheitert“

Der Landkreis führe die Grundstücksverhandlungen und bisher sei es an einem Grundstücksbesitzer gescheitert, beantwortet Schützinger die Frage von Peter Wöhrl, wann endlich der Radweg-Lückenschluss zwischen Tettenmoos und Erlstätt in Angriff genommen werde.

Im Integrationskindergarten St. Maximilian in Grabenstätt habe es fast immer eine Übergangsgruppe gegeben, deswegen sei es an der Zeit „den Kindergarten bedarfsgerecht auszubauen“, forderte Reinhard Meisinger. Wie es aussehe, werde es zu einer Erweiterung des Kindergartens kommen, betonte Schützinger und verwies auf eine laufende Elternumfrage.

Kurt Luft mahnte an, dass die Smiley-Geschwindigkeitsdisplays an sinnvollen Örtlichkeiten aufgestellt werden sollten. Zudem wunderte er sich, warum es in Staudach an einer Kreisstraße Hinweistafeln und sogar Fußgängerüberwege gebe, während dies an der Kreisstraße am Kreisaltenheim Grabenstätt nicht möglich sei. „Dies wird ein wesentlicher Punkt der nächsten Verkehrsschau sein“, versicherte der Rathauschef.

Der Vorstand des Gartenbauvereins Grabenstätt, Gerhard Wimmer, wünschte sich, dass die Gemeinde seinem Verein irgendwo im Ort eine fünf bis sechs Quadratmeter große Abstellkammer zur Verfügung stelle. „Wir schauen nach einer Lösung“, so Schützinger.

Pater Augustin freute sich über das gute Miteinander in den Pfarreien und der Gemeinde und strich die „vorbildliche Dorfgemeinschaft“ heraus.

Zweiter Bürgermeister Robert Muggenhamer lobte „die funktionierende Gemeindeverwaltung mit ihren ungemein engagierten Mitarbeitern“. mmü

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