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Ohne sie gäbe es das Naturschutzgebiet Geigelstein nicht

Erinnerungen an Schlechinger Naturschützerin Claudia Irlacher: „Ihrer Zeit weit voraus“

Claudia Irlacher war am liebsten in der Natur im Achental unterwegs. Sie zu schützen, war ihr privat und beruflich das wichtigste Anliegen.
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Claudia Irlacher war am liebsten in der Natur im Achental unterwegs. Sie zu schützen, war ihr privat und beruflich das wichtigste Anliegen.
  • VonSybilla Wunderlich
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Sie kämpfte für eine intakte Natur im Achental und war Mit-Gründerin des Ökomodells. Ohne Claudia Irlacher, die 2012 starb, gäbe es auch das Naturschutzgebiet Geigelstein heute nicht.

Schleching – In diesem Jahr richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine ganz besondere Gegend: das Naturschutzgebiet Geigelstein, für welches die Initiatoren heuer das 30-jähriges Bestehen feiern.

Bevor das Naturschutzgebiet 1991 gegründet wurde, musste erst die Entzweiung der Gemeinde Schleching überwunden werden, ausgelöst durch unterschiedliche Wünsche an das Gebiet. Die eine Seite wollte eine Skischaukel zwischen Schleching und Sachrang errichten, die andere die dort lebenden Tiere und Pflanzen schützen.

Sie kann das Jubiläum nicht mehr feiern

Eine Frau, die maßgeblich an dem Zustandekommen des Naturschutzgebietes Geigelstein beteiligt war, das jetzige Jubiläum aber nicht mehr miterleben kann, ist die 2012 verstorbene Schlechingerin Claudia Irlacher.

Bei der jüngst stattgefundenen Jubiläums-Bergmesse auf dem Geigelstein trug Dr. Brigitte Baretzky aus Sachrang die Fürbitten vor, in denen an die Verstorbene erinnert wurde. Dass das große Engagement ihrer verstorbenen Schwester Claudia auch heute noch gebührende Beachtung findet, dafür setzt sich ihre Schwester Waltraud Irlacher-Schuster ein.

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Claudia Irlacher wurde 1963 in Schleching-Mühlau geboren, schon im Elternhaus war der Naturschutzgedanke fest verankert und hat das Leben der beiden Schwestern tief geprägt. Auch beruflich schlug Claudia irlacher den Weg zum Erhalt der Natur ein. Gemeinsam mit ihrem späteren Mann Christoph studierte sie in Weihenstephan Landespflege. Praxiserfahrung sammelte sie im Nationalpark Berchtesgaden und beim Deutschen Alpenverein (DAV) als Naturschutzbeauftragte. Im Planungsbüro Wolf Steinert in Übersee wurde sie früh in die Anfänge des Ökomodells Achental eingebunden. Nach zwei Jahren in der Tourist-Info in Schleching übernahm sie 2003 beim Ökomodell Achental die Aufgabe der Gebietsbetreuerin. In den nächsten acht Jahren war Irlacher eines der großen Ideengeberinnen für das Ökomodell.

Sie schrieb Naturführer

Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer von Ökomodell Achental, erinnert sich an das harte Ringen um die Rettung des Geigelsteins und mit wie viel Herzblut Irlacher sich dafür eingesetzt hat: „Sie hat zum Beispiel das Skibergsteigen umweltfreundlich gestaltet. Vorher waren die Skigeher in alle Richtungen unterwegs. Nach Claudias Überlegungen wurden feste Routen initiiert. Es war ihre Aufgabe, zu vermitteln, warum Sperrungen für den Schutz der Gämsen, Murmeltiere, Schneehuhn, Birkhuhn und Auerhuhn nötig waren“, erinnert sich Wimmer. Die Öffentlichkeitsarbeit gehörte zu ihren Aufgaben, sie hat Schilder und Flyer erstellt, einen Naturführer geschrieben und war an der Ausbildung von Wanderführern und historischen Führern beteiligt.

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„Sie hat es durch ihr großes Engagement geschafft, Akzeptanz von allen Seiten zu bekommen. Geholfen hat ihr sicher ihr großes Netzwerk beim DAV, bei den Naturschutzbehörden, beim Landratsamt, in den Gemeinden Schleching und Sachrang, in den Schulen und in überregionalen Verbänden“, ist Wimmer überzeugt. Ihre Schwester Waltraud findet: „Claudia war der Zeit 30 Jahre voraus. Damals wurde sie als die `gspinnerte grüne Studierte´ bezeichnet und war massiven Angriffen ausgesetzt, aber sie hat weiter gekämpft und heute schmücken sich manch andere mit ihren Federn, ohne Claudia auch nur zu erwähnen“.

Vögel hätten ihre Brutstätte verloren

Als Vorsitzende des Bundesausschusses „Klettern & Naturschutz“ (DAV) hat sich Irlacher zu Lebzeiten auch für naturverträglichen Klettersport eingesetzt, um brütende Vögel zu schützen. Besonderes Augenmerk lag auf der Zellerwand, das beliebteste und größte Sportklettergebiet in Schleching im Achental.

„Auch das kam damals bei den einheimischen Kletterern nicht sonderlich gut an, dass man wegen brütender Vögel in die obere Wand nicht klettern darf. Heute ist dieses Gebiet stark besucht und ohne den Einsatz meiner Schwester hätten die Vögel ihre Brutplätze verloren“, meint Waltraud Irlacher-Schuster.

Sicher, sagt ihre Schwester, würde es ihrer Schwester gefallen, dass sie heute Inspiration und Vorbild für junge Menschen sein kann, die wie sie selbst immer an ihre Überzeugungen glauben und dran bleiben, auch wenn es schwierig ist.

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