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Deutsche Alpensegelflugschule

Ergebnis fast auf Vorjahresniveau: Unterwössner Flieger trotzen der Pandemie

Sobald es das Flugwetter hergibt, engagieren sich die Segelflieger am Unterwössner Flugplatz mit Leidenschaft für ihr Hobby. Das zeigen die Wartereihen am Windenstart des Flugplatzes ebenso wie die im Hintergrund auf den Flugzeugschlepp wartenden Flieger.
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Sobald es das Flugwetter hergibt, engagieren sich die Segelflieger am Unterwössner Flugplatz mit Leidenschaft für ihr Hobby. Das zeigen die Wartereihen am Windenstart des Flugplatzes ebenso wie die im Hintergrund auf den Flugzeugschlepp wartenden Flieger.
  • VonLudwig Flug
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Über den Wolken kann man Corona schon mal vergessen. Die Deutsche Alpensegelflugschule Unterwössen (DASSU) hat das Pandemie-Jahr gut überstanden. Auch wenn noch nicht klar ist, ob die Soforthilfen zurückgezahlt werden müssen.

Unterwössen – Auf ein von Corona gebeuteltes Jahr 2020 schaut der Verein der Deutschen Alpensegelflugschule Unterwössen (DASSU) in ihrer Jahreshauptversammlung zurück. Dennoch erreichte die Mannschaft am Unterwössner Flugplatz beinahe das Vorjahresergebnis.

Sechs Wochen legte die Pandemie den Betrieb am Unterwössner Flugplatz völlig still, schildert der erste Vorsitzende, Bürgermeister Ludwig Entfellner, in seinem Rückblick. Danach setzte ein großes Aufholen ein, wieder in den bewährten Jahresablauf hineinzufinden. Der Neustart traf auf den Enthusiasmus der Flieger und im Endergebnis erreichte die DASSU ein „gutes, in etwa gleichbleibendes Betriebsergebnis“, so Entfellner.

Freude und Sorge über neues Ultraleichtflugzeug

Enthusiasmus bei den Fliegern auch als es 2020 um die Anschaffung eines neuen Ultraleichtflugzeuges ging, beschreibt Entfellner. Zugleich zogen Sorgenfalten auf, wie die große Anschaffungssumme im Corona Jahr zu schultern sei. Letztendlich erwarb die DASSU das Ultraleichtflugzeug zum Kaufpreis von 215 000 Euro nach folgendem Modell: 100.000 Euro Anzahlung leistete sie aus dem Haushalt 2020, die Restsumme wird über vier Jahre finanziert, die Zahlungen für 2021 laufen.

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2020 brachte die Herausforderung, den sonst so routinierten Jahresablauf mit seinen saisonalen Herausforderungen in ein Pandemiejahr zu drücken, erinnert sich der Vorsitzende. Die Nacharbeiten der Saison 2019, die Vorarbeiten auf die kommende Saison liefen wie gewohnt.

Hingegen forderte es die Mannschaft sehr, die Kurse rund um die Fliegerei zu organisieren, für die die DASSU so nachdrücklich steht. Abstimmungen zu Urlaubsplanung, Überstundenabbau und Kurzarbeit bekamen besonderes Gewicht. Im Rückblick sieht Entfellner das überzeugend gelöst: „Als am 4. März der Flugbetrieb begann, stand eine erfahrene Mannschaft mit vorbereitetem Flugzeugpark bereit, in die Saison zu gehen.“

Viele neue Strukturen

Das Ausscheiden des geschäftsführenden Vorstandes Thomas Ager – wir berichteten – und die damit einhergehenden Umstrukturierungen gaben den Anstoß, Aufgaben neu zu verteilen. Betriebsleiter für die Bereiche Geschäftsleitung, Werkstatt, Liegenschaften und Personalführung ist Stefan Pracher. Der verantwortliche, hauptamtliche Betriebsleiter für Flugbetrieb und Ausbildung ist nach wie vor Philipp Kudelka.

Die Aufgaben des ehemaligen geschäftsführenden Vorstandes übernehmen die Vereinsvorsitzenden. Die waren in diesem Jahr besonders gefordert, so beschreibt es Pracher. Der Vorsitzende Ludwig Entfellner war in der Führung intensiv durch die Coronakrise gefordert, sein Stellvertreter Dr. Holzmann leistete wichtige Beiträge für das schlüssige Hygienekonzept zur Wiederaufnahme des Flugbetriebes.

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„Zu dem Faktor der einzigartigen Lage des Flugplatzes liefern die Mitarbeiter die Qualität in der Ausbildung, die Professionalität im laufenden Betrieb und eine gesunde Prise Leidenschaft“, so der Vorsitzende wörtlich. Entfellner sieht in der DASSU – auch aus Bürgermeistersicht - eine Bereicherung für die Region.

Unfallfreies Jahr

Im Rückblick auf 2020 freut sich Betriebsleiter Stefan Pracher über ein unfallfreies Jahr. Der Neustart am 11. Mai sei auf eine hungrige Nachfrage getroffen, doch das Beherbergungsverbot habe den Betrieb für Fluglehrer und Kunden erschwert. Als die Saison zu Ende November hin schloss, verzeichnete die Statistik laut Pracher 18 282 Starts im Jahr, die Segelflugstunden fielen nur geringfügig weniger aus. Die DASSU verzeichne einen leichten Kundenrückgang, den Pracher vor dem Hintergrund der Corona Pandemie erwartet habe.

„Das Ultraleichtflugzeug wird gut genutzt“, so Pracher. Eine ganze Reihe angebotener Kurse der DASSU sei ausgebucht gewesen. Schnuppertag und Kurse seien auf gute Nachfrage getroffen, nicht selten seien die Schnupperer hängen geblieben und haben eine Ausbildung begonnen.

Reinvestition in Flugzeuge und Infrastruktur

Pracher berichtete, dass die DASSU wie in den Vorjahren einen Großteil des erwirtschafteten Überschusses in Flugzeugpark und in die Infrastruktur des Flugplatzes investiert. Aus eigener Kraft überholte, lackierte oder ersetzte die Mannschaft die Jahre den größten Teil des Flugzeugparks.

Der Kassenbericht von Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Andreas Struß belegte über die drei Geschäftsbereiche der DASSU hinweg ein Jahresplus von rund 10.000 Euro. Darin sind Struß zufolge allerdings 30.000 Euro Corona-Soforthilfe enthalten. Ob etwas davon zurückgefordert werde, sei noch unklar.

Das Führungsduo der DASSU aus Bürgermeister Ludwig Entfellner als Vorsitzendem und seinem Stellvertreter Dr. Thomas Holzmann ergänzt künftig Matthias Münch. Die Versammlung wählte ihn einstimmig zum weiteren stellvertretenden Vorsitzenden. Münch fliegt seit 26 Jahren in Unterwössen und ist Schriftführer der Flugsportgruppe Wössen.

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