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Bayerns Verkehrsminister Bernreiter: Kein Terminal für Region Rosenheim

„Rollende Landstraße“

Bayerns Verkehrsminister Bernreiter: Kein Terminal für Region Rosenheim

Im Landkreis Rosenheim wird es kein Terminal der „Rollenden Landstraße“ geben. In einem Brief an …
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Renommierter Preis aus den USA

Ein Hauch Hollywood-Glamour in Oberbayern – Bergener gewinnt Emmy-Award

Thomas Stockhammer zusammen mit seinen Kollegen Ye Kui Wang und Imed Bouazizi (von rechts) bei der Verleihung des Technology Emmy Awards im rahmen einer Fernsehmesse in Las Vegas.
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Thomas Stockhammer zusammen mit seinen Kollegen Ye Kui Wang und Imed Bouazizi (von rechts) bei der Verleihung des Technology Emmy Awards im rahmen einer Fernsehmesse in Las Vegas.
  • Axel Effner
    VonAxel Effner
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Neben dem Oscar ist der Emmy einer der wichtigsten Preise in den USA. Nun hat der Bergener Dr. Thomas Stockhammer den begehrten Award bekommen. Das sagt der Gewinner zu seiner Auszeichnung.

Bergen – Riesenfreude im Hause von Dr. Thomas Stockhammer in Bergen: Der gebürtige Traunsteiner und langjährige Wahl-Trostberger wurde vor wenigen Tagen in Las Vegas im Rahmen einer großen Fernsehmesse zusammen mit Kollegen mit dem begehrten Technology Emmy Award ausgezeichnet.

Der Fernsehpreis wurde von der National Academy of Television Arts & Sciences verliehen. Prämiert wurde damit eine spezielle Technologie zum Video-Streaming, die es erlaubt, Videos, Live-Streams und Fernsehen auf Abruf auf unterschiedlichsten Endgeräten – speziell Handys – quasi von überall stabil und störungsfrei herunterzuladen und anzusehen.

In Bergen mit aller Welt verbunden

Wie Stockhammer im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen erzählt, arbeitet er aktuell verstärkt vom Home Office in Bergen aus mit Kollegen in aller Welt zusammen. Als Director Technical Standards ist er für das US-Unternehmen Qualcomm mit Sitz in San Diego tätig. Der Halbleiterhersteller und Anbieter von Produkten für die Mobilfunkkommunikation mit rund 40 000 Mitarbeitern ist Technologie- und Marktführer im Mobilfunk.

Der größte Teil von Mobilfunktelefonen läuft mit Qualcomm-Bauteilen und -Technologien für 4G und 5G. Da der Zeitunterschied zur Zentrale rund neun Stunden beträgt, beginnt Stockhammers Arbeitstag oft erst, wenn Beschäftigte hierzulande bereits an den Feierabend denken. Das erlaubt dem passionierten Sportler, die Zeit tagsüber auch zu Skitouren oder Ausflügen mit dem Mountainbike auf den Hausberg Hochfelln oder zu einem Tennis-Match zu nutzen.

In enger Abstimmung Kollegen aus den USA, Europa und Asien

Der Ausgleich ist wichtig angesichts des hochkomplexen und technischen Arbeitsumfelds. Als technischer Direktor ist der promovierte Elektrotechniker dafür verantwortlich, Technologien in Spezifikationen und Standards zu definieren. Und zwar weltweit in enger Abstimmung mit Firmen und Kollegen aus den USA, Europa und Asien. Zu den Partnern in den Gremien gehören Firmen wie Samsung, Apple, Nokia, Netflix und Amazon ebenso wie die Fernsehsender ARD, BBC und andere.

Die Abstimmung der globalen Standardisierung findet in Gruppen statt unter Organisationen wie die ISO, die auch Standards für Schrauben und Zertifizierungen definieren, oder auch 3GPP, eine weltweite Kooperation von Standardisierungsgremien speziell für den Bereich Mobilfunk. Stockhammer selbst ist bei Qualcomm für die Standardisierung von Video, Internet, Metaverse und Fernseh-Technologien zuständig, vor allem im Bereich 5G und bald sogar 6G.

Wie der Mobilfunk-Experte erläutert, war er bereits 2009 und 2010 als verantwortlicher Projektleiter und Entwickler für die Spezifikation der jetzt ausgezeichneten Technologie zum Video-Streaming im Einsatz. Bis zur Abstimmung und Durchsetzung als weltweiter Standard, der die Fernsehnutzung entscheidend verändert hat, war es allerdings ein langer Weg.

Kollegen hätten Schönheit des Chiemgaus genossen

Der Bergener ist froh, dass im Zuge der weltweiten Pandemie die vielen Dienstreisen weniger geworden sind. „So konnten wir die Zeit bei Online-Meetings viel effektiver nutzen, wozu die davor bereits aufgebaute freundschaftlich-vertrauensvolle Basis im Umgang miteinander viel geholfen hat.“

Immer wieder waren bereits davor Arbeitskollegen aus anderen Ländern zu Besuch, haben die Schönheit des Chiemgaus genossen und sogar zum Teil Freundschaften mit den Nachbarn in Bernhaupten geschlossen.

Skepsis vor Datensammlern

Als kritischer Geist sieht Stockhammer aber nicht nur die Segnungen der neuen Technologien. Große Skepsis hegt er beispielsweise über die zunehmende Marktmacht von US-Unternehmen wie Facebook und Google, deren Datensammlung für Werbezwecke zum Geschäftsmodell gehört.

Dadurch sei auch der politische Einfluss größer geworden. „Aus meiner Sicht brauchen wir angesichts neuer Entwicklungen wie Metaverse, die weit über persönliche Aspekte hinausgehen, neue verbindliche ethische Standards.“ Die EU sei hier auf einem guten Weg. Zugleich sei es aus seiner Sicht wichtig, „das Technikverständnis in unseren Schulen zu verbessern, um durch Verstehen auch neue Chancen zu erkennen“.

„Wir müssen Technologie verstehen“

Nicht zuletzt deshalb engagiert sich Stockhammer zum Beispiel bei Vorträgen in Schulen oder bei einem Expertenhearing zur Einführung der 5G-Technologie in Klagenfurt. „Es hilft nicht, neue Technologien nur zu verteufeln, sondern wir müssen sie verstehen und anwenden, um verantwortungsvoll nach unseren Werten gestalten zu können“, findet er.