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Eltern wollen Mut machen

Elli-Lou kam mit nur 440 Gramm in Traunstein zur Welt - so geht es ihr heute

Das erste Foto von Elli-Lou am Tag ihrer Geburt.
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Das erste Foto von Elli-Lou am Tag ihrer Geburt.

Als Elli-Lou am 5. Juni 2020 im Klinikum Traunstein das Licht der Welt erblickt, liegen bange Wochen hinter und auch noch vor ihren Eltern Kathrin und Germain Bennett aus Ruhpolding. Denn das langersehnte Töchterlein ist – wie rund jedes zehnte Kind in Deutschland - eine Frühgeburt. So geht es ihr heute.

Ruhpolding – Elli-Lous Geburt findet bereits in der 27. Schwangerschaftswoche statt, das winzige Frühchen wird anschließend drei Monate auf der Kinder-Intensivstation der Kinderklinik im Klinikum betreut. Mit der Geschichte ihres heute gesunden, fröhlichen kleinen Mädchens wollen die Bennetts anderen Eltern Mut machen.

Schwieriges und doch auch schönes Jahr

Denn wenn ein Kind ein Vierteljahr früher als errechnet auf die Welt komme und heute gesund und munter sei, dann könne dies ein positives Signal sein. Bei aller Freude über den guten Ausgang ihrer Geschichte: Vergessen können Kathrin und Germain Bennett die hinter ihnen liegende Zeit nicht. „Das war das anstrengendste, schlimmste Jahr, aber gleichzeitig auch das schönste“, blickt Germain Bennett zurück.

Der 41-Jährige und seine Frau sind heuer zehn Jahre verheiratet. Acht Jahre hatten sie vergeblich auf Nachwuchs gehofft, als sie sich für den Weg einer künstlichen Befruchtung entscheiden. Beim zweiten Versuch verläuft diese positiv und Kathrin Bennett wird mit Elli-Lou schwanger.

Elli-Lou und ihre Eltern Kathrin und Germain Bennett.

Doch nach 22 Wochen Schwangerschaft überschlagen sich die Ereignisse. Kathrin Bennett erleidet eine Schwangerschaftsvergiftung. Sie sagt heute: „Ich bin mit dem Gefühl ins Klinikum gekommen, dass wir beide hoffen, dass unsere kleine Tochter überlebt.“ Zuvor sei sie bereits von der behandelnden Frauenärztin zur Pränatal-Diagnostik nach München überwiesen worden, weil ihr „Baby so klein war.“ Zur Welt bringen möchte die damals 35-Jährige ihr Kind in der Landeshauptstadt aber auf keinen Fall.

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„Wir wussten gar nicht, dass es in der Kinderklinik des Klinikum Traunstein ein Perinatal-Zentrum mit der höchstmöglichen Versorgungsstufe und eine Kinderintensivstation mit dem Schwerpunkt Neonatologie gibt, die auf die typischen Erkrankungen von Neugeborenen und die Behandlung von Frühgeborenen spezialisiert ist“, sagen die Bennetts.

Damit das Frühchen genügend Kräfte hat, soll es möglichst nicht vor der 27. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen. Immer, wenn eine der vier Wochen bis zu diesem Zeitpunkt hinter der Mutter und ihrem Ungeborenen liegt, ist Kathrin Bennett erleichtert.

Insgesamt 97 Tage bleibt Elli-Lou nach dem Kaiserschnitt auf der Kinder-Intensivstation. Ihre Eltern leben zwischen Bangen und Hoffen. Manchmal wacht Kathrin Bennett mitten in der Nacht in Sorge um ihr Kind auf und oft ruft sie deswegen mitten in der Nacht in der Kinderklinik an.

Erfolgreich Lungenentzündung abgewehrt

Elli-Lou, mit gerade mal 440 Gramm und 26 Zentimetern auf die Welt gekommen, entwickelt sich gut. Nur kurz vor ihrer geplanten Entlassung drei Monate nach ihrer Geburt gibt es im letzten Moment noch einen Schreck: Das kleine Mädchen wehrt binnen weniger Tage erfolgreich eine Lungenentzündung ab und darf nun endlich nach Hause.

Auch dort werden sie und ihre Eltern nicht alleingelassen. Noch im Klinikum hat ihnen die bundesweite und auch in Traunstein beheimatete Nachsorgeeinrichtung „Bunter Kreis“ Unterstützung angeboten und Elli-Lou kennengelernt. Die Bennetts nehmen die Hilfe für knapp ein halbes Jahr gerne an und sind noch heute mit Nachsorgeschwester Cornelia Möller in Kontakt. „Das war auch eine intensive und sehr wertvolle Zeit“, sagt Kathrin Bennett.

Sie und ihr Mann sind voller Dankbarkeit für die Unterstützung und den Zuspruch, die sie in dieser emotional so enorm belastenden und daher auch noch immer in ihnen nachwirkenden Zeit durch Familie, Freunde, Kinderklinik und Bunten Kreis erfahren haben.

70 Zentimeter groß und gesund

Hoffnung und Zuversicht möchten Kathrin und Germain Bennett auch anderen jungen Eltern mitgeben. Ihr Beispiel könne zeigen, dass doch noch alles gut werden kann, meinen sie.

Heuer am 5. Juni wurde ihr Töchterchen Elli-Lou ein Jahr alt. Jetzt wiegt sie schon sieben Kilo, ist 70 Zentimeter groß, gesund und liebt Erdbeeren und Banane mit Müsli zum Frühstück.

Während ihre Eltern telefonieren, gluckst sie im Hintergrund fröhlich vor sich hin. Das klingt nach ganz viel Lebensfreude.

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