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UNTERNEHMEN IN DER REGION ROSENHEIM

Katek expandiert: Mit grüner Technik aus Grassau an die Börse

Blauer Riese: Der Elektronikhersteller Katek setzt auf Schlüsselbereiche grüner Technologie und wächst stark.
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Blauer Riese: Der Elektronikhersteller Katek setzt auf Schlüsselbereiche grüner Technologie und wächst stark.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Da entsteht womöglich ein Hidden Champion: Der Elektronikhersteller Katek SE mit einem Standort auch in Grassau geht jetzt an die Börse und will weiterhin expandieren. Bereits jetzt gehört das aus Kathrein stammende Unternehmen zu den Großen in Europa. Warum Experten Katek Wachstum zutrauen.

Grassau – Die vergangenen Jahre liefen gut, nun legt Katek die Basis für die Fortsetzung seiner Wachstumsstrategie. Mit dem Gang an die Börse will Katek einen Netto-Emissionserlös zwischen 72 und 89 Millionen Euro erreichen. Die Erstnotierung an der Frankfurter Börse ist für den 4. Mai geplant. Gezeichnet werden kann noch bis 28. April. Die Aktien kosten zwischen 21 und 26 Euro.

In Grassau entwickelt man zukunftsträchtige Technik

Katek gehört nach eigener Auskunft zu den führenden Elektronikunternehmen in Zukunftsbereichen wie E-Mobilität und erneuerbare Energien. Für viele Finanzexperten ist der Börsengang nach zwei Jahren massiven Wachstums ein logischer Schritt. Rainer Kopitz, Vorstandsvorsitzender von Katek, sagt es so: „Im Elektronikmarkt sind wir aktuell die Nummer zwei in Deutschland und das am schnellsten wachsende Unternehmen in Europa.“

Ein Kathrein-Kind: Katek stammt aus der Region Rosenheim

Katek ist tief in der Region Rosenheim verwurzelt. 1982 wurde die Gruppe aus dem Kathrein-Verbund gelöst. Insgesamt 2600 Mitarbeiter zählt Katek, davon arbeiten in Grassau 430. Dort ist Katek für Kunden aus verschiedenen Innovations- und Wachstumsbranchen tätig, etwa in der E-Mobilität und der Medizintechnik.

Ein Riesensprung im vergangenen Jahr

Die Gruppe erzielte 2020 einen Umsatz von 414 Millionen Euro, was einer Steigerung von 59 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Gewinn vor Steuer, das operative Ergebnise, lag bei 5,5 Prozent oder 20,8 Millionen Euro. Angepeilt ist eine Spanne von 10 Prozent.

Beeindruckend sind auch die absoluten Zahlen: Der Umsatz der Gruppe stieg von 164 Millionen Euro im Jahr 2018 über 261 Millionen in 2019 auf die besagten 414 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Kurzfristig peilt Katek einen Umsatz von einer halben Milliarde an, weitere 100 Millionen Euro könnten mittelfristig durch den Erwerb weiterer Firmen hinzukommen.

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Katek SE ist die Muttergesellschaft der Katek-Gruppe, einem Elektronikunternehmen, das Hardware- und Software anbietet, und zwar von der Entwcklung über die Fertigung bis hin zur Betreuung der Abnehmer durch damit verbundene Dienstleistungen. Das Leistungsspektrum deckt nach Auskunft von Katek den gesamten Lebenszyklus elektronischer Baugruppen und Geräte ab.

Dabei setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf verhältnismäßig geringe Mengen und hohe Qualität. Für die Zufriedenheit der Kunden spricht, dass Katek 93 Prozent seiner Erlöse für 2020 durch Transaktionen mit Stammkunden erwirtschaftete.

Neue Technik und neue Erwerbungen

Wachsen will Katek nun in zwei Bereichen. Innerhalb des bestehenden Verbunds will man sich weiter auf hochwertige Elektroniklösungen konzentrieren, und zwar vor allem in den Bereichen „Internet der dinge“, im Bereich der erneuerbaren Energie, der Elektromobilität und der Medizin.

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Katek will sich außerdem durch Zukäufe stärken. Das Management will diese „anorganische Wachstumsstrategie“ mit Konzentration auf Deutschland, Österreich und die Schweiz fortsetzen.

Hauptaktionäre Prime Pulse und grosso tec AG

Das geplante Angebot bestehe aus einer Kapitalerhöhung, sowie aus bestehenden Aktien im Zusammenhang mit einer marktüblichen Mehrzuteilung (Greenshoe-Option). Eine Umplatzierung von bestehenden Aktien durch Bestandsaktionäre sei nicht geplant, hieß es weiter.

Hauptaktionäre Prime Pulse und grosso tec AG werden zusammen 91 Prozent der Aktien halten. Prime Pulse, eine Beteiligungsgesellschaft aus München, hatte 2018 selbst Anlauf an die Börse genommen. Mangels Nachfrage und angesichts unsicherer Aussichten an den Märken war die Emission aber wieder abgesagt worden.

Ein ehrgeiziges Unternehmen

Katek erzielte von Anfang an auch unter dem Strich ein positives Ergebnis und einen positiven Cash-flow, sagt Vorstandschef Rainer Koppitz. Namensgeber und Kern von Katek ist eine ehemalige Tochtergesellschaft des Antennenherstellers Kathrein, die Prime Pulse 2018 übernahm.

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Katek ist nach eigenen Angeben in Deutschland mit einem Marktanteil von fünf Prozent der zweitgrößte Anbieter der Branche hinter der Zollner Elektronik AG (zwölf Prozent). In Europa sei Katek dank seines Wachstums in zwölf Monaten von Rang 18 auf sechs gesprungen. Das Umsatzwachstum hänge von Akquisitionen ab, sagt Koppitz. Aus eigener Kraft werde man um 20 bis 25 Prozent im Jahr zulegen.

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