EISRETTUNGSÜBUNG IN BERNAU

Eiskaltes Training am Eisloch

Mit vereinten Kräften ziehen die Retter von der Bernauer Wasserwacht einen Mann aus dem eiskalten Wasser. Berger
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Mit vereinten Kräften ziehen die Retter von der Bernauer Wasserwacht einen Mann aus dem eiskalten Wasser. Berger

Bernau – Das Eis hat seine Tücken und was tragfähig erscheint, ist zuweilen gefährlich trügerisch.

Einbrüche in eisbedeckte Seen führen nicht selten zu dramatischen Rettungsaktionen, was am Samstagmittag am sogenannten Hungerstein vor der Südwestspitze der Herreninsel zu sehen war, als ein 55-Jähriger mit Unterkühlungen aus dem eiskalten Chiemseewasser gezogen und ins Klinikum Prien gebracht wurde (siehe Bericht im Regionalteil der heutigen Ausgabe).

Übungen, um sich auf Rettungsaktionen vorzubereiten, sind ein fester Bestandteil im Programm der Wasserwacht Bernau, wenn es das Wetter zulässt.

Der Winter 2017 hat inzwischen im Uferbereich am Chiemseepark Felden genug Eis dafür gebildet.

Gemeinsam mit Kameraden der Feuerwehr Bernau trainierten die Mitglieder beider Mannschaften am Samstag den Ernstfall an einem herausgeschnittenen Eisloch vor der Wasserwachtstation.

Es ging vor allem darum, wie man eine eingebrochene Person schnellstmöglich aus dem Wasser bekommt. Unter der Beobachtung von Technischem Leiter Stefan Linhuber von der Wasserwacht und Kommandant Marcus Praßberger von der Feuerwehr wurde die Rettung mit einer sogenannten Schaufeltrage, Steckleiterteilen und Eisschlitten mehrmals ausprobiert.

Auch Bernaus Bürgermeister Philipp Bernhofer durfte eine Rettung mit dem Eisschlitten durchführen. Den Spaziergängern und Schlittschuhläufern, die sich als Zuschauer eingefunden hatten, wurde auch die Selbstrettung mit einer Eiskralle gezeigt. Dabei handelt es sich um ein Rettungssystem aus Skandinavien, das sich dort seit vielen Jahren auf den zugefrorenen Seen bewährt hat.

Die Eiskralle wird an einer Schnur um den Hals getragen und ist so immer griffbereit. Beim Einbruch in das Eis bietet sie dank der spitzen Krallen, die an der Leine befestigt sind, einen optimalen Halt, um sich allein zu befreien. Außerdem ist das einfache Gerät mit einer Rettungspfeife ausgestattet.

Zum Abschluss der Übung zog es fünf Wasserwachtler noch an den Rand des Bern auer Eisfeldes. Die Rettung mit dem etwa fünf Meter langen Eisschlitten gestaltete sich dort durch das sehr dünne Rand-Eis noch um einiges schwieriger.

Bei der gemeinsamen Nachbesprechung in der Wachstation dankte Bernaus Bürgermeister allen Teilnehmern der Übung für ihren ständigen Einsatz für die Bevölkerung und spendierte eine Brotzeit. gle

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