Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


NEUES KRAFTWERK IN MÜHLAU

Einst Sägewerk, nun Stromlieferant

Blick von der Galerie auf die Turbine im Ökostrom Achental Kraftwerk Mühlau OHG. Wunderlich
+
Blick von der Galerie auf die Turbine im Ökostrom Achental Kraftwerk Mühlau OHG. Wunderlich

Ende des vergangenen Jahres wurde es in Betrieb genommen – das neue Kraftwerk in Mühlau. Der Gemeinderat von Schleching besichtigte es im Rahmen seiner jüngsten Sitzung – und staunte.

Schleching –Die jetzigen Besitzer der „Ökostrom Achental Kraftwerk Mühlau OHG“, Thomas Grimmer, Thomas Gassner und Manfred Mix, hatten das ehemalige Sägewerk wieder aufgebaut und in ein Elektrizitätswerk umgewandelt. Von Mühlau wird der Dalsenbach in einer 900er-Durchmesser-Leitung, mit einem Gefälle von 19 Metern, zu einer Francis-Turbine befördert, und diese kann bei Hochwasser bis zu 130 Kilowatt aufweisen.

Die größte Herausforderung war, dass das Saugrohr in fünf Metern Tiefe in den steinigen Untergrund gelegt wurde, aber dadurch kann zehn Prozent mehr Leistung erreicht werden, berichtete Manfred Mix. Nach Recherchen von Heimatpfleger Hartmut Rihl und Belegen von Jakob Riedlsperger vom Königlichen Bezirksamt Traunstein wurde im Jahr 1871 eine Genehmigung zum Bau einer Sägemühle mit Wehr und Damm an dieser Stelle erteilt. Der damalige Antragsteller war Joseph Hächer, Stephelhäusler in Schleching. Schon drei Jahre später verkaufte der Besitzer das Sägewerk wieder. Der nächste Eigentümer war Joseph Brandstetter, der eine wasserpolizeiliche Bewilligung zur Erbauung einer Schneidsäge beantragte und diese 21 Jahre betrieb. 1895 erwarb Georg Aigner mit 28 Jahren das Sägewerk. Er war später von 1925 bis 1933 Bürgermeister in Schleching.

Im Jahr 1910 wurde eine Umstellung vom Wasserrad auf Turbinenbetrieb genehmigt, so konnte über die Wasserkraft durch die Turbine elektrischer Strom zum Antrieb der Säge erzeugt werden. Im Jahr 1928 erfolgte die Umstellung auf Dieselbetrieb und rund zehn Jahre später auf eine Dampfmaschine.

Zu dieser Zeit wurde auch eine Werkhalle für spätere Sperrholzfabrikation geplant, die dann der Sohn Georg Aigner 1949 bis 1951 erweiterte und mit einem Holzschälbetrieb verband. Auch der Sohn Georg Aigner wurde in Schleching für die Zeit von 1952 bis 1960 zum Bürgermeister gewählt.

Anfang der 60er-Jahre wurde die Halle an Vinzenz Bachmann zur Errichtung eines Baugeschäfts, einer Zimmerei und Maurerbetrieb verkauft. Bis 2015 wurde das Sägewerk erst vom Sohn Ludwig Aigner, dann vom Enkel Hans Aigner eingeschränkt weiter betrieben. Im letzten Jahr erfolgte dann der Abriss des alten Sägewerks und an der gleichen Stelle wurde zum Teil mit den alten Materialien das neue Elektrizitätswerk errichtet. Alle Gemeinderäte waren von der Architektur und der Verwendung der alten Mauersteine, Holzbalken und der 85 Jahre alten hohen Holz-Fenster begeistert. Die Atmosphäre in dem über zehn Meter hohen Raum weckte die Fantasie zur Veranstaltung außergewöhnlicher Events dort und beeindruckte aufgrund der Tatsache, dass an diesem Platz schon vor über 100 Jahren die gleiche Idee – nämlich Strom erzeugen durch Wasserkraft – nun wieder in die Tat umgesetzt wurde. wun

Kommentare