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Weiterbildung im Anhänger

Einmalig in Bayern: So üben Traunsteiner Feuerwehren den Umgang mit Brandmeldeanlagen

Lehrgangsleiter Jürgen Richter erklärte den ersten Feuerwehrleuten die unterschiedlichen Bauteile einer Brandmeldeanlage im neu geschaffenen Anhänger.
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Lehrgangsleiter Jürgen Richter erklärte den ersten Feuerwehrleuten die unterschiedlichen Bauteile einer Brandmeldeanlage im neu geschaffenen Anhänger.

Schon heute werden die Feuerwehren oft nicht von Menschen, sondern von Brandmeldeanlagen alarmiert: Tendenz steigend. Im Landkreis Traunstein lernen die Feuerwehrmänner in einem eigens umgebauten Übungsanhänger den Umgang mit modernen Anlagen. Ein bayernweit einmaliges Fortbildungsangebot.

von Hubert Hobmaier

Landkreis Traunstein – Etwa 350 Mal rücken die Feuerwehren im Landkreis Traunstein pro Jahr zu sogenannten Brandmeldealarmen aus. Mit der Einführung der Rauchmelderpflicht haben auch die Einsätze im privaten Umfeld zugenommen.

Hinter den Anlagen verbirgt sich häufig eine komplexe Technik und es kommen meist sehr viele unterschiedliche Bauteile zur Anwendung. In der „Integrierten Leitstelle Traunstein“ laufen alle Fäden für die Landkreise Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Traunstein zusammen – rund 650 Anlagen sind dort angeschlossen und schlagen automatisch Alarm.

361 Alarme durch Brandmeldeanlagen

Allein die Feuerwehren im Landkreis Traunstein betreuen derzeit rund 230 Anlagen. Waren es 1996 noch 36 solcher Alarme, sind es im Jahr 2019 schon 361 Alarme gewesen. Zugleich schreitet die Technik unweigerlich voran.

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Damit die Feuerwehren dabei Schritt halten, haben sich die Verantwortlichen im Kreisfeuerwehrverband etwas Besonderes überlegt. Ein Übungsanhänger voller modernster Brandmeldeanlagen (BMA) geht nun zu Fortbildungszwecken der Aktiven an den Start. Mit dem BMA-Anhänger ist es den Feuerwehren möglich, von der Auslösung, über die Alarmierung und die Abarbeitung unterschiedliche Szenarien zu üben.

Technik immer komplexer

„Aufgrund der zunehmenden Anzahl sowie der weiter steigenden technischen Komponenten wollten wir unsere Feuerwehren so gut es geht vorbereiten“, sagt Kreisbrandrat Christof Grundner. In einer bayernweiten Recherche haben er und seine Kollegen jedoch kein vergleichbares Angebot gefunden. „Danach haben wir die Köpfe zusammengesteckt und selbst die Idee für diesen Lehrgang entwickelt“, so Grundner.

Mobile Lösung für großen Landkreis

Nach einigen Überlegungen entschied man sich für die Anschaffung eines Anhängers, der die komplette Technik beinhaltet und als Grundlage für den Lehrgangsbetrieb darstellen soll. Die mobile Lösung hat den Vorteil, dass man an unterschiedlichen Orten üben kann.

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„In dem Anhänger ist eine komplette Brandmeldeanlage verbaut, dabei haben wir darauf geachtet, dass auch alle Meldervarianten vom klassischen Handfeuermelder bis hin zu hochkomplexen Typen für ganz spezielle Bereiche verbaut worden sind“, so Hans Heinrich.

Er hat zusammen mit den Mitgliedern des Fachbereiches 4 (Vorbeugender Brandschutz) den Anhänger ausgebaut: „Da wir dies alles mittels Funkübertragung verbunden haben, können wir quasi jedes beliebige Gebäude mit unserer Anlage ausstatten um so einen praktischen und abwechslungsreichen Lehrgang anbieten“.

Realitätsnahe Übung

Kreisbrandinspektor Martin Schupfner ist von dem neuen Angebot jedenfalls begeistert: „Jede Gruppe hat nach der Einweisung auf die Anlage die Möglichkeit, realitätsnah zu üben. Sogar eine Verbindung zu einer Übungsleitstelle wird hergestellt und eine komplette Löschmannschaft samt Atemschutz kommt bei den Übungen zum Einsatz.“

Praxis aus Einsätzen fließt ein

Aus den Einsatzerfahrungen heraus sind bereits eine ganze Reihe Übungsszenarien entstanden, bei denen zahlreiche Überraschungen auf die Lehrgangsteilnehmer warten.

Zum Ende des letzten Jahres wurde die Pilotphase erfolgreich abgeschlossen. In einem ersten Praxistest erfolgte anschließend die kleine Premiere, bei der die ersten Feuerwehrleute mit dem Anhänger in Berührung gekommen sind. Der finale Test wurde in erster Linie dazu genutzt, um die Konzepte auf ihre Praxistauglichkeit zu testen.

„Wir haben noch einige Verbesserungsmöglichkeiten entdeckt. Diese werden wir nun für den Regelbetrieb im neuen Lehrgangsjahr einfließen lassen“, so der Hauptverantwortliche Jürgen Richter. Die Premieren fanden nun in Kirchheim bei Tittmoning sowie in Grabenstätt statt. Zahlreiche Wehren aus dem Landkreis nahmen begeistert teil.

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