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ACHT LADEPLÄTZE FÜR E-AUTOS AB HEUTE IN BETRIEB

Einmal volltanken für sechs Euro

Bürgermeister Jürgen Seifert, Alexandra Nawroth vom AUV Chiemsee, Alexander Ussellmann von der Bayernwerk Netz GmbH, Priens Energiereferent Michael Schlosser und Ludwig Elmer vom BMW-Autohaus Unterberger (von vorn nach hinten) testeten gestern die beiden Ladesäulen für E-Autos auf dem Beilhackparkplatz. Berger
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Bürgermeister Jürgen Seifert, Alexandra Nawroth vom AUV Chiemsee, Alexander Ussellmann von der Bayernwerk Netz GmbH, Priens Energiereferent Michael Schlosser und Ludwig Elmer vom BMW-Autohaus Unterberger (von vorn nach hinten) testeten gestern die beiden Ladesäulen für E-Autos auf dem Beilhackparkplatz. Berger

Ab heute können nach Gemeindeangaben Elektroautos in Prien an acht öffentlichen Strom-Zapfsäulen aufgetankt werden. Am Beilhackparkplatz stehen zwei, an der Hochriesstraße gegenüber der Sparkasse und nahe der Post steht jeweils eine neue Ladesäule mit je zwei Anschlüssen.

Prien – Wer sich ein Elektroauto zulegt, kauft in der Regel die Ladetechnik für zu Hause als Zubehör mit dazu. Sobald er weiter wegfährt, zum Beispiel in den Urlaub, kann er dank spezieller Apps im Internet nachschauen, wo öffentliche Ladestationen stehen.

Rund um den Chiemsee und im Achental gibt es inzwischen 34 – inklusive der vier neuen Priener, weiß Alexandra Nawroth, Umweltbeauftragte des Abwasser- und Umweltverbands (AUV) Chiemsee. Die Ladestationen sind in einem Verbundnetz verknüpft. Über ein Online-Portal via Smartphone und Tablet oder Navigationsgerät sind die Standorte, die Stromtarife und die aktuelle Belegung abrufbar.

Der AUV unterstützt den Aufbau der Infrastruktur nach Kräften und hat in einer Art Vorbildfunktion im Frühjahr 2017 auch ein Dienstfahrzeug mit Elektroantrieb angeschafft (wir berichteten). Auch andere Kommunen versuchen, mit gutem Beispiel voranzugehen. So hat Bernaus Bürgermeister Philipp Bernhofer beispielsweise schon seit vier Jahren einen VW eUp als Dienstfahrzeug.

Noch kein E-Auto im Fuhrpark der Gemeinde

Prien hat noch kein E-Fahrzeug in seinem Fuhrpark, will diese Option aber ab sofort, nachdem die Ladesäulen in Betrieb sind, bei jeder Neu- oder Ersatzanschaffung prüfen, bekräftigten Bürgermeister Jürgen Seifert und Energiereferent Michael Schlosser gestern bei der Übergabe der beiden Ladesäulen am Beilhackparkplatz West durch die „Bayernwerk Netz GmbH“ und deren Beauftragten für Kommunen, Alexander Usselmann.

Für Autofahrer, die ihren Wagen gern dort, an der Hochriesstraße gegenüber der Sparkasse oder auf dem gemeindlichen Parkplatz zwischen Sparkasse und Firma Eurocon parken, heißt es aufpassen: Pro Steckdose ist an jeder Ladesäule ein Stellplatz reserviert und durch Symbole auf dem Asphalt gekennzeichnet. Wer sein „normales“, benzinbetriebenes Auto dort parkt, dem drohen, vergleichbar einem Behindertenparkplatz, bis zu 30 Euro Bußgeld, erläuterte Bauamtsleiter Thomas Lindner im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. E-Auto-Besitzer dürfen auf den ausgewiesenen Plätzen so lange kostenlos parken, bis ihr Akku wieder voll ist. Der Kontrolleur (und jeder andere) erkennt ein Elektroauto am E rechts außen auf dem Kennzeichen.

Je nach Modell beziehungsweise nach Speicherkapazität des Akkus variiert die Ladezeit. Für die gängisten Modelle liege sie in der Regel bei zweieinhalb bis drei Stunden, erläuterte Ussellmann beim Ortstermin. Die Ladepunkte haben eine Leistung von maximal 22 Kilowatt.

Der Fahrer kann über eine spezielle Karte seines Stromanbieters zahlen oder zum Beispiel mit dem Handy über einen QR-Code am Display der Ladesäule. Vor Ladebeginn wird der Preis dann auf dem Display der Säule angezeigt.

Vier Ladesäulen kosteten gut 45 000 Euro

„Tanken“, also aufladen, ist im Vergleich zum Benziner spottbillig. Für Nawroths AUV-Auto, einen Renault Zoe mit einer Reichweite von circa 300 Kilometern, koste einmal voll aufladen zwischen sechs und sieben Euro. Dafür sind Elektroautos in der Anschaffung trotz staatlicher Förderung und Prämien der Hersteller vergleichsweise teurer als andere Modelle.

Für die vier Ladesäulen hat der Markt Prien etwa 27 000 Euro ausgegeben, gekostet haben sie Lindner zufolge gut 45 000 Euro. Der Differenzbetrag ist durch staatliche Fördermittel von gut 18 000 Euro gedeckt. Die Anschlüsse entsprechen laut Usselmann dem sogenannten Typ 2, der europaweit am weitesten verbreitet ist. E-Auto-Fahrer, deren Wagen andere Anschlüsse haben, besitzen normalerweise Adapter.

Bisher gab es in Prien nur private E-Ladesäulen. Das Yachthotel Chiemsee bietet den Service für seine Gäste seit einigen Jahren kostenlos an, das Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ), das 2014/2015 eine Langzeitstudie über die Alltagstauglichkeit von Elektroautos durchgeführt hatte, besitzt ebenfalls schon länger eine Ladesäule. 19 örtliche Firmen hatten sich damals als Testpartner an dem Feldversuch unter dem Projektnamen „Chiemse-E“ beteiligt.

Das BMW-Autohaus Unterberger will in den nächsten Wochen Ladesäulen auf seinem Gelände in Betrieb nehmen, kündigte Verkaufsleiter Ludwig Elmer beim Ortstermin am Beilhackparkplatz an, wo das Unternehmen einen Wagen zum Test zur Verfügung stellte.

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