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Einheitlicher Baustil bleibt das Ziel in Reit im Winkl

  • vonJosef Hauser
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Die Gemeinde Reit im Winkl will ihre Identität wahren und den Herausforderungen von Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energie gerecht werden. Dieses Bestreben lag im Mittelpunkt in der vergangenen Gemeinderatsitzung, in der es um die Überarbeitung der örtlichen Bauvorschrift zur Ortsgestaltung ging.

Reit im Winkl – Als fachlicher Berater war Stadtplaner Christoph Rickert von PartGmbB Wüstinger Rickert dabei.

Die Firma sei im Juli 2019 mit der Überarbeitung der Baugestaltungssatzung beauftragt worden, berichtete Bürgermeister Matthias Schlechter (CSU).

Handwerkszeug für die Bauberatung

„Die Aufgabenstellung umfasste im Wesentlichen die Anpassung des Satzungsgebiets, die Abstimmung des Entwurfs mit Gemeinderat, Arbeitsgruppen, ISEK (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept), Landratsamt und örtlichen Architekten“, sagte er.

In der vergangenen Gemeinderatsperiode sei ein Satzungsbeschluss bewusst zurückgestellt worden, um dem neuen Gemeinderat nicht vorzugreifen. Allerdings solle er nicht auf die lange Bank geschoben werden, „da er unter anderem für die Verwaltung als Handwerkszeug eine ganz wesentliche Arbeitsgrundlage und für die Bauberatung sehr wichtig ist“.

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Zusammen mit Kreisbaumeister Rupert Seeholzer und dem Planer Christoph Rickert habe sich der Gemeinderat im September 2020 intensiv mit Sinn, Zweck und Umfang einer örtlichen Bauvorschrift auseinandergesetzt. „Letztlich geht es darum, die Identität von Reit im Winkl zu wahren und den Herausforderungen von Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energie gerecht zu werden“, so der Bürgermeister.

Stil entstand durch Tradition und Handwerk

Die Arbeitsgruppe setzte sich an jeweils einem Tag im November und im Januar mit der überarbeiteten Fassung des Satzungsentwurfs auseinander.

Planer Christoph Rickert wurden sowohl die Ergebnisse der Arbeitsgruppe als auch Anfragen der Gemeinderatsmitglieder weitergegeben. Auf diese ging er nun in der Gemeinderatssitzung bei der Vorstellung des Satzungsentwurfs im Einzelnen ein.

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Die Zielsetzung der Baugestaltungssatzung wird in deren Entwurf wie folgt beschrieben: „Das Ortsbild von Reit im Winkl ist geprägt von einem weitgehend einheitlichen Baustil, welcher aus der Geschichte, der Handwerkstradition, der Landschaft und den vorhandenen Baustoffen entstanden ist. Dieses Ortsbild ist essenzieller Teil der Identität von Reit im Winkl und soll im Wesentlichen erhalten werden. Dabei soll eine Weiterentwicklung im Detail, insbesondere die Anpassung an heutige Baustandards und Wohnansprüche möglich sein, die Grundzüge des tradierten Baustils jedoch erhalten bleiben.“

Es geht auch m die Freiflächen

Über eine Reihe von einzelnen Bereichen im Satzungsentwurf berieten die Gemeinderäte und stimmten jeweils darüber ab. Besonderer Wert wurde auf die prägenden Faktoren Dachform, Materialität, Lochfassaden, Einbindung in die Landschaft und Topografie gelegt. Darüber hinaus ging es um die Gestaltung der Freiflächen und Straßenräume mit ihrem wesentlichen Einfluss auf das Ortsbild. Die Gestaltung von Wintergärten, Lamellenverkleidungen oder Außentreppen waren weitere Punkte. Genaue Details der Satzung werden erst noch beraten.

Am Ende wurde vereinbart, dass die Verwaltung die jeweiligen Beschlüsse in den Entwurf der Baugestaltungssatzung einarbeiten und diesen dann erneut vorlegen wird. Der Neuerlass der Baugestaltungssatzung der Gemeinde mit den Änderungen soll dann in der nächsten Gemeinderatssitzung beschlossen werden.

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