CSU-ORTSVERBAND PRIEN

Eingang in großen Kursaal verbessern

Ortsvorsitzender Michael Anner junior (rechts) ehrte seinen Vater, Ehrenbürger Michael Anner senior für 55, Ulrike Kollmannsberger und Ehrenbürgerin Renate Hof für jeweils 40 Jahre Mitgliedschaft in der CSU.  Berger
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Ortsvorsitzender Michael Anner junior (rechts) ehrte seinen Vater, Ehrenbürger Michael Anner senior für 55, Ulrike Kollmannsberger und Ehrenbürgerin Renate Hof für jeweils 40 Jahre Mitgliedschaft in der CSU. Berger

Eine Reihe aktueller und kontroverser Themen streifte Ortsvorsitzender Michael Anner in seinem Rückblick auf kommunalpolitische Entscheidungen im Rahmen der Jahreshauptversammlung des CSU-Ortsverbands Prien im Hotel „Bayerischer Hof“.

Prien – Mit Blick auf die nächste Kommunalwahl 2020 appellierte Anner, junge Mitglieder zu werben. Man dürfe diese nicht „Mitbewerbern“ wie der AfD überlassen, sondern müsse „seine Leute, das konservative Klientel, beieinander halten“. Er erinnerte an das Angebot einer Probemitgliedschaft über zwei beitragsfreie Jahre. Die Christsozialen zählen in der Marktgemeinde zurzeit 180 Mitglieder.

Die Arbeit im Marktgemeinderat bezeichnete der Fraktions- und Ortsvorsitzende als positiv und gut. Es bestehe sogar der Wunsch von anderen Fraktionen, sich mehr untereinander abzustimmen, „um Seifert im Griff zu halten“, verriet Anner.

Den Wunsch der CSU, die Seepromenade als Zugang zu den Schären umzugestalten, trügen alle Fraktionen mit. Unterschiedlicher Meinung sei man hingegen selbst in der eigenen Fraktion in Sachen Lechnerhaus, dessen mehrheitlich beschlossener Abriss ja zwischenzeitlich auf Eis gelegt worden ist (wir berichteten). Im CSU-Vorstand sei man einstimmig dagegen gewesen und habe einen Wertverlust gefürchtet, weil das Grundstück mit Abriss und Neubau einer Flüchtlingsunterkunft verloren wäre.

Ihm, Anner, sei das Prozedere beim Lechnerhaus zu schnell gegangen, man solle sich Zeit für Alternativen zur Nutzung dieses zentrumsnahen Grundstücks nehmen, denn es sei das letzte, das der Markt Prien habe.

Zum Umbau des großen Kursaals bemängelte er, dass auch darüber zu wenig diskutiert worden sei. Die CSU habe einen Antrag gestellt; dieser sei aber immer wieder verschoben worden, was ihn geärgert habe. Man habe nur so viel wie nötig investieren wollen, dann seien aber aus den einmal geplanten 170 000 Euro 350 000 Euro geworden. Der renovierte Teil sei „toll“, er passe aber nicht zu dem alten. Gerade der Eingangsbereich sei nicht repräsentativ. Um ihn zu verändern, müsse man noch mehr investieren.

Beim umstrittenen Kunstwerk „Biotop der Vergänglichkeit“ im Eichental habe man durchgesetzt, dass es wegkomme – wenn auch mit einer hauchdünnen Mehrheit. Großes Lob bekam Jugendreferentin Annette Resch, die für den Bau eines neuen Skaterplatzes im Sportpark, der heuer im Sommer erfolgen soll, eine 50-prozentige Förderung möglich gemacht habe.

Zum „Runden Tisch Verkehr“ sagte Anner, die drei CSU-Gemeinderäte hätten ihn zwischenzeitlich verlassen, weil in dem Gremium nicht, wie vorgesehen, ein Gesamtverkehrskonzept, sondern vorwiegend Tempo 30 thematisiert worden sei. Sie würden wieder teilnehmen, sobald ein ganzheitliches Verkehrskonzept zur Diskussion stehe.

Anner brach eine Lanze für die Chiemseebahn, deren Rauch von Anwohnern und anderen Fraktionen als Belästigung beklagt werde. Aber sie gehöre nun mal zu Prien und solle unter Dampf fahren. Der Betreiber, die Chiemsee-Schifffahrt, sei ja dran, eine bessere Lösung zu finden (wir berichteten). Deren Juniorchef Michael Feßler bedauerte, dass nur die CSU das Gespräch mit ihm suche. „Man sollte miteinander reden und nicht übereinander.“

Zweiter Bürgermeister Hans-Jürgen Schuster bemerkte mit Blick auf die unterschiedlichen Meinungen zu einigen Themen, die Diskussion sei schon immer eine gute Tradition der CSU gewesen. Flüchtlingen in Not zu helfen und Vorurteile abzubauen, sei Teil seiner christlich-sozialen Gesinnung. wp

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