Einfach inspirierend: Chronik über die Hospizarbeit im Landkreis Traunstein

Für Hospizpionier Alois Glück ist die neue Chronik des Netzwerks „ein Stück Inspiration“.
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Für Hospizpionier Alois Glück ist die neue Chronik des Netzwerks „ein Stück Inspiration“.

Vor fast 15 Jahren wurde in Bergen das Netzwerk Hospiz gegründet. Es hat heute mit seiner Arbeit einen wichtigen Stellenwert in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land eingenommen.

Bergen – Vor fast 15 Jahren wurde in Bergen das Netzwerk Hospiz gegründet, das heute mit seiner Arbeit einen wichtigen Stellenwert in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land eingenommen hat. Jetzt ist eine Chronik erschienen, die sowohl die Anfänge, die Entwicklung wie auch das breit gefächerte Angebot darstellt.

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Dem langjährigen Vorsitzenden Alois Glück war es ein großes Anliegen, vor allem die Anfänge des Netzwerks Hospiz festzuhalten. „Es gibt immer weniger Beteiligte aus der Anfangszeit, die sich noch an den Beginn erinnern können“, so Glück. Unter den Pionieren war Herta Simson aus Trostberg, die die erste Hospizbewegung schon während der 1980er-Jahre in England kennengelernt hatte.

Medizinische Betreuung fehlte

Das Caritas-Zentrum Traunstein griff den Gedanken auf und gründete zusammen mit dem Katholischen Kreisbildungswerk und dem Malteser Hilfsdienst die „Hospizinitiative Traunstein“, die sich aus Eigenmitteln finanzierte. Da aber medizinische Betreuung fehlte, wandte sich Herta Simson 2002 an Alois Glück, in dem sie einen begeisterten Verbündeten fand, denn auch er war schon damals fasziniert von der Hospizbewegung.

Am 18. November 2005 war es dann soweit: In Bergen ging das „Netzwerk Hospiz – Verein für Hospizarbeit und Palliativbetreuung im Landkreis Traunstein“ an den Start – in Zusammenarbeit mit der Caritas „Hospizinitiative Traunstein“. Viele Akteure engagierten sich in dieser neuen Bewegung, so auch Chefarzt Dr. Thomas Kubin vom Traunsteiner Klinikum. Er war ein wichtiger Berater und betreute als Facharzt die Einsätze der ersten Brückenschwestern, die eine „Brücke“ zwischen Patient, seinem Umfeld und allen beteiligten Institutionen sind. Im Klinikum Traunstein ebnete er mit Mitstreitern den Weg für eine vielfältige und würdige stationäre Betreuung von Schwerstkranken. Es entstanden 2008 die ersten drei „Palliativzimmer“ – Einzelzimmer für stark mit Beschwerden belastete oder sterbende Patienten.

Ein wichtiger Partner war auch Stefan Nowack, der damalige Direktor der Krankenhäuser im Landkreis Traunstein. Er sorgte dafür, dass die Krankenhausverwaltung das Netzwerk unter ihre Fittiche nahm. „Innerhalb einer Rekordzeit von etwa einem Jahr bauten wir im Netzwerk Hospiz einen Notdienst auf, der 24 Stunden täglich und 365 Tage im Jahr erreichbar ist – das war sensationell“, erinnert sich Nowack.

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Die ersten Brückenschwestern, Barbara Bauer und Christa Zepper, schildern ihre ersten Einsätze. Ein weiterer Baustein in der Hospizarbeit im Landkreis war 2009 die Eröffnung der Palliativstation im Traunsteiner Klinikum. Mit der Fusion der Kliniken Traunstein, Trostberg und Berchtesgadener Land weitete sich das Netzwerk Hospiz auch auf den Kreis Berchtesgadener Land aus. Die ersten Brückenschwestern starteten 2010 in Bad Reichenhall ihren Dienst.

Viele Mitarbeiter kommen zu Wort

Viele frühere und heutige Mitarbeiter des Netzwerk Hospiz kommen in der Chronik zu Wort, die wichtige Aufgaben erfüllen. Dazu zählen auch die vielen Zusatzangebote des Netzwerks Hospiz, wie Ethikberatung, Supervision und Seelsorge. Eine Grafik dokumentiert die Patientenzahlen, die sich rasant entwickelt haben. Für Glück ist die Chronik „ein Stück Inspiration über das Netzwerk Hospiz hinaus, um die Hospizbewegung weiter zu führen und auszubauen.“

Die Chronik, die von Claudia Siemers verfasst wurde, wird jetzt an alle Mitglieder des Netzwerk Hospiz verschickt. Interessenten könnten sich telefonisch an das Netzwerk Hospiz wenden unter 08 61/9 09 61 20. sic

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