Auf eine „Schluckimpfung“ zum Traunsteiner Starkbierfest

Oberbürgermeister Christian Kegel (links) zapfte mit Unterstützung von Senior-Bräu Bernhard Sailer vom Traunsteiner Hofbräuhaus ein Fass Starkbier an. Buthke
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Oberbürgermeister Christian Kegel (links) zapfte mit Unterstützung von Senior-Bräu Bernhard Sailer vom Traunsteiner Hofbräuhaus ein Fass Starkbier an. Buthke

Fastenredner Albert Rosenegger hielt im Traunsteiner Hofbräuhaus wieder eine zündende Ansprache, bei der zahlreiche kommunale Politiker ihr Fett weg bekamen. Musikkabarettist Roland Hefter sorgte für zusätzliche Stimmung.

Von Günther Buthke

Traunstein– „Wer gerne austeilt, der muss auch einstecken können“. Diesen gutgemeinten Ratschlag gab „Petrus“ (Willi Schwenkmeier) den „Derbleckten“ beim Traunsteiner Starkbierfest im historischen Saal des Traunsteiner Hofbräuhauses mit auf den Weg. Fastenredner Albert Rosenegger strapazierte selbigen anschließend mit großer Wonne und pointierten Spitzen in Richtung Politprominenz. Weil Landrat Siegfried Walch vor der vergangenen Kommunalwahl den Orden „Für nix und wieder nix“ erhalten und man der Familie Sailer scherzhaft Wahlbeeinflussung unterstellt hatte, übergab „Petrus“ diesen Orden heuer an die Landratskandidatin der Grünen, Gisela Sengl, wodurch „zugleich die Frauenquote erhöht“ wurde.

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Der Abend hatte wieder so gemütlich angefangen. Die Stadtmusik Traunstein unterhielt die zahlreichen Freunde des Starkbiers bei einem guten Essen prächtig. Nachdem Bräu Maximilian Sailer zunächst auf die Schreckensnachrichten von Corvid 19 bis zum Auto als Werk des Teufels hingewiesen hatte, dass er sich nicht einmal mehr mit seiner Diesel-Jeans in die Stadt traue, empfahl er eine süffige Halbe als „Schluckimpfung“ und verfiel in Bierseligkeit mit dem Spruch „Was schert mich, was schert mich Kind, Hauptsache, der Bierfahrer kimmt“.

Oberbürgermeister Christian Kegel erwies sich dann als Mann der Tat und zapfte schlagkräftig offiziell das erste Fass Starkbier an, ein dunkler Doppelbock mit über 19 Prozent Stammwürze, was in etwa acht Prozent Alkohol entspricht. Zusammen mit Bräu Maximilian Sailer, dessen Frau Birgit, der bayrischen Bierkönigin Vroni Ettstaller und Senior-Bräu Bernhard Sailer stieß das Stadtoberhaupt auf eine erfolgreiche Starkbierzeit an. Den offiziellen Teil des Starkbierfestes bestritt der Münchner Liedermacher und Musikkabarettist Roland Hefter mit humorvollen Texten und Liedern.

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Das Beste von „Petrus“ Willi Schwenkmeier und Fastenredner Albert Rosenegger:

„Derbleckt ist man schnell, ich habe aber meine Zweifel, ob die Derbleckten daraus etwas lernen wollen. Des woaß net amoi der Himmelschef.“

(„Petrus“, als er den Fastenredner ankündigt)

„Bier und Politik lassen sich in Traunstein besonders gut miteinander verbinden, denn der Traunsteiner ist ein sorgloses Wesen, das dreimal im Jahr aus seiner Lethargie erwacht: beim Georgiritt, beim Faschingszug und beim Starkbierfest.“

(Albert Roseneggers erste Worte).

„Das Wahlverhalten des Traunsteiners ist signifikant abstrus. Sie wählen meist den Außenseiter, der die Wahl eh nicht gewinnt.“

(Rosenegger zur Kommunalwahl).

„Kandidat, das kommt von `Kannt i, dat i“ oder frei übersetzt: `Würde man mich hinlassen, würde ich es können´.

(Über die Landratskandidaten)

„Kandidaten haben Visionen. Die sind aber ausgeträumt, sobald sie gewählt sind. Der Transteiner meint eh, Visionen braucht´s nicht, weil die Geld kosten. Zum Beispiel Parkhäuser, Jugendzentren oder ein autofreier Stadtplatz.“

(Rosenegger zu den Schwerpunktthemen der Kandidaten)

„Der Traunsteiner Stadtrat hat es sich zur Aufgabe gemacht, das globale Klima zu verbessern und die Greta nicht im sauren Regen stehen zu lassen. Beschlossen wurde daher, bei Debatten möglichst wenig heiße Luft in die Welt zu blasen, um die Erderwärmung nicht weiter anzuheizen.“

(Zum Thema Klimanotstand)

„Das waren bestimmt die Waschweiber, die beim Bachbräu im Mühlbach ihre Wäsche gewaschen haben und denen dabei die Sinne vernebelt wurden.“

(Über das Misstrauen des Stadtrats gegenüber einer in Aussicht gestellten, privaten Millionenspende an die Stadt, deren Details aus einer nichtöffentlichen Sitzung bekannt wurden.)

„Ein Starkbierfest ist doch schöner als ein Mautausschuss unter Freunden.“

(Zur Anwesenheit von Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Ramsauer)

„Ein Landtagspräsident auf Politdrogenentzug“

(Über Landtagspräsident a. D. Alois Glück)

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