GEMEINDERAT UNTERWÖSSEN

„Eine geschichtsträchtige Entscheidung“

Unterwössen. „Es kommt bei mir etwas Wehmut auf“, gestand Irlinger, der Bürgermeister Ludwig Entfellner in der Sitzung vertrat.

Danach geht der Betrieb der vor 43 Jahren gegründeten Musikschule Wössen ab 1. September an den Markt Grassau über (siehe auch Bericht auf Seite 13).

Die Musikschule Wössen war die erste im Landkreis Traunstein und sei für die Gemeinde immer eine Erfolgsstory gewesen. Durch eine Zweckvereinbarung mit Grassau werde das Beste für die Wössener Musikschule erreicht und gleichzeitig der Haushalt entlastet.

Wie Geschäftsleiter Thomas Müllinger erläuterte, sei der aktuelle Anlass für die Kooperation die Auflösung der Schlechinger Musikschule Cantica zum 31. August 2016 gewesen. Schleching hätte sich entweder Grassau oder Unterwössen anschließen können. Da sich zuvor bereits die Zweckvereinbarungen von Grassau mit den Gemeinden Bernau, Marquartstein und Reit im Winkl bewährt hatten, entschloss man sich für die große Kooperation.

Laut Müllinger gäbe es dadurch viele Vorteile. Als größte Musikschule im Landkreis sei man dann eine große Kraft mit vermutlich höheren Fördergeldern, qualifizierteren Lehrern, einem hohen Leistungsstandard, einer stabilen Finanzlage und einer interkommunalen Förderung der Jugendarbeit. Und für Unterwössen hätte das Einsparungen von 10 000 bis 15 000 Euro zur Folge.

Otto Dufter junior, Leiter der Musikschule Wössen und Stellvertreter von Wolfgang Diem als Musikschulleiter in Grassau, betonte die bisherige gute Zusammenarbeit mit Grassau und wertete den Zusammenschluss als Stärkung für Unterwössen. Auch der Name „Musikschule Wössen“ könne bestehen bleiben.

Nach den Worten von Geschäftsleiter Müllinger sei eine sogenannte „Zweckvereinbarung“ die unkomplizierteste und praktikabelste Form der künftigen inter-kommunalen Zusammenarbeit, die auch relativ unproblematisch geändert und wieder beendet werden könne.

Die finanziellen Auswirkungen der Zusammenlegung bedeuten auch eine Anpassung an die Grassauer Gebühren, die rund sieben Prozent höher sein werden. Dabei sind allerdings schon die erhöhten Gebühren für das neue Schuljahr einge-schlossen, die auch bereits für Wössen ins Auge gefasst worden waren, um Defizite zu senken.

Im Gremium stießen die Pläne auf ein positives Echo. Hermann Minisini (CSU) lobte die Senkung der Fixkosten und Andreas Bichler (FWG) bewertete das Vorhaben als „Verschlankung“. In Anspielung auf die vielen Debatten im Haushalts- und Rechnungsprüfungsaus-schuss in den vergangenen Jahren über die zu hohen Kosten der Musikschule begrüßte auch Claudia Schweinöster (OWG) die Reduzierung der Kosten um 10 000 bis 15 000 Euro. Toni Aberger (CSU) hatte Kompensationsmöglichkeiten unter den Lehrern bei Fehlstunden im Auge. Und Thomas Beilhack (SPD) sah in der Kooperation „eine kluge Lösung, die künftig auch für andere Ein-richtungen oder Vereine zu überlegen ist“.

Am Ende gab das Gremium einstimmig grünes Licht für die Zweckvereinbarung mit dem Markt Grassau und den Gemeinden Bernau, Marquartstein, Reit im Winkl und Schleching. vd

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