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„Henne oder Ei?“

Eine Chance für den Tourismus? So sieht man das Neun-Euro-Ticket im Achental

Schon jetzt ein Erfolgsmodell: Der Münchner Bergbus der Sektion München-Oberland des Deutschen Alpenvereins fährt auch ins Achental und wird sogar ausweitet.
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Schon jetzt ein Erfolgsmodell: Der Münchner Bergbus der Sektion München-Oberland des Deutschen Alpenvereins fährt auch ins Achental und wird sogar ausweitet.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Kommen die Touristen nicht per Bus und Bahn, weil es zu wenig Angebot gibt? Oder gibt es zu wenig Verbindungen, weil sie zu wenig nachgefragt werden? Diese Frage stellt man sich auch im Achental.

Unterwössen – Ab Mittwoch, 1. Juni, kommt das Neun-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr – auch im Achental. Während viele Ausflugsziele eine Überlastung fürchten, steht man dem sozialen Experiment im Achental relativ gelassen gegenüber.

„Wir haben eine nicht repräsentative Befragung gemacht, bei der 91 Prozent der Gäste angegeben haben, dass sie mit dem Auto anreisen“, sagt Elisabeth Keihl, Leiterin des Achental Tourismus. Sie vertritt die Gemeinden Staudach-Egerndach, Marquartstein, Schleching und Unterwössen. Wobei Keihl anmerkt, dass auch Tagesgäste bei dieser Befragung dabei gewesen seien: „Ich vermute, dass in erster Linie Tagesgäste mit der Bahn oder dem Fahrrad anreisen.“ Keihl räumt ein, dass die Verbindungen derzeit nicht ausreichend seien, sodass man gut ankommen und sich gut fortbewegen könne. Sie vermutet, dass das ein Grund für die Anreise per Auto sei.

Ein ähnliches Wirkprinzip wie bei der Frage, was zuerst da gewesen ist: Die Henne oder das Ei. Denn ohne ausreichenden ÖPNV gibt es Keihl zufolge auch wenig Anreiz, diesen zu nutzen.

Eine Generationenfrage

Wer Interesse an öffentlichen Verkehrsmitteln habe und großen Wert auf die Anreise mit diesen lege, fahre eben nicht ins Achental.

Wobei Keihl dahinter auch eine Generationenfrage sieht: „Für die jüngeren Leute spielt der Klimaschutz eine große Rolle.“ Keihl meint, dass diese Generationen mehr Wert auf eine Anreise per Zug legen würden.

Gäste fahren bereits kostenlos

Schon jetzt fahren Gäste im Achental mit der Gästekarte kostenlos. „Die wird schon genutzt, das sehen wir an den Abrechnungen vom Regionalverkehr Oberbayern (RVO)“, sagt Keihl.

Zusammen mit Reit im Winkl betreibt der Achental Tourismus den „Wanderbus“. „Der fährt jede Woche an einem Tag zum Streichen, am kommenden Tag zur Winklmoosalm und außerdem zum Weitsee und viele Gäste fahren da mit“, sagt die Tourismus-Chefin.

Einen Schub erwartet sich die Tourismus-Chefin vom Neun-Euro-Ticket nicht. „Ich glaube eher, dass das für Tagesgäste attraktiv ist“, meint sie. Erfahrungen habe man bei dieser Klientel schon mit dem Münchner Bergbus der Sektion München-Oberland im Deutschen Alpenverein gemacht: „Der wird sehr gut angenommen, im vergangenen Jahr waren die Busse immer zu 75 Prozent belegt. Das Angebot wird ausgebaut, der Bus kommt neben dem Samstag nun auch am Sonntag.“ Was ursprünglich als Pilotprojekt gestartet ist, geht nun in eine weitere Runde.

So schätzt das Landratsamt Traunstein die Auswirkungen des Neun-Euro-Tickets ein

Angesichts der hohen Benzinpreise fragen sich auch viele Bürger im Landkreis Traunstein, wie es dort mit dem öffentlichen Nahverkehr weitergehen wird. Die OVB-Heimatzeitungen haben im Landratsamt Traunstein nachgefragt.

Von einer erheblichen Mehrung im Freizeitverkehr und auf touristischen Linien und Verkehren durch das Neun-Euro-Ticket geht man laut Sprecher Michael Reithmeier in naher Zukunft aus. „Insbesondere auch auf der Bahnstrecke Salzburg-München werden die Auswirkungen vermutlich deutlich sichtbar sein“, so Reithmeier. Ob das Neun-Euro-Ticket einen langfristigen Effekt erzielen werde, hänge aus Sicht des Landratsamts vor allem von einem Anschlusskonzept ab und sei daher aktuell noch nicht absehbar. „Als zweitgrößter Flächenlandkreis Bayerns gilt es für den Landkreis Traunstein im ÖPNV-Bereich, die weiten, ländlichen Gebiete optimal miteinander zu verbinden“, sagt der Sprecher. Die öffentlichen Verkehrsmittel müssen bei den Menschen im Landkreis als zuverlässige Alternative dienen und mit attraktiven Angeboten präsent gemacht werden, fügt er hinzu.

Der Nahverkehrsplan liege derzeit bei den Kommunen des Landkreises zur Stellungnahme und werde voraussichtlich bis Mitte oder Ende Juli in den Kreisgremien behandelt.