Kreisausschuss Traunstein

Ein Weg in die digitale Berufswelt am Campus Chiemgau

Erster Professor am neuen „Campus Chiemgau“ in Traunstein ist Professor Dr. Andreas Straube. Er informierte gestern den Kreisausschuss.
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Erster Professor am neuen „Campus Chiemgau“ in Traunstein ist Professor Dr. Andreas Straube. Er informierte gestern den Kreisausschuss.
  • vonMonika Kretzmer-Diepold
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Mit dem Projekt „Campus Chiemgau“ hat der Landkreis Traunstein zusammen mit der Technischen Hochschule Rosenheim, der Handwerkskammer und der IHK Akademie für München und Oberbayern einen Weg in die Zukunft beschritten.

Traunstein/Rosenheim – Im Zentrum steht das Leitthema „Digitalisierung und Auswirkungen auf die Arbeitswelt“. Über den wissenschaftlichen Status informierte Professor Dr. Andreas Straube gestern den Kreisausschuss, während Projektleiter Lothar Wagner und Bildungsmanagerin Christina Scheck, beide vom Landratsamt, über den organisatorischen und baulichen Stand berichteten.

Berufsbegleitend oder Vollzeitstudium

Die Bildungsangebote unter dem Campus-Dach hätten bereits begonnen, hob Landrat Siegfried Walch heraus.

Die Handwerkskammer offeriere Kurse unter anderem am Standort Mühlwiese, die IHK sei in den Räumen an der Jahnstraße aktiv, die Technische Hochschule habe ihre erste Heimat im „Forum Chiemgau“ am Stadtplatz gefunden.

Seminar über Künstliche Intelligenz und die Programmiersprache Python

Professor Dr. Straube stellte konkreten Angebote vor, darunter ein Seminar über Künstliche Intelligenz (KI) und Python, eine Programmiersprache, sowie deren praktischen Nutzen. Ein berufsbegleitendes zweisemestriges Zertifikatsprogramm „Digitalisierung im Maschinenbau“ starte im Oktober.

Bachelor Maschinenbau berufsbegleitend möglich

Der einjährige Zertifizierungskurs richte sich an männliche wie weibliche Ingenieure, Meister und Techniker. Berufs- und ausbildungsbegleitend könne der Bachelor Maschinenbau mit Schwerpunkt Digitalisierung erworben werden. In Planung seien Vollzeit-Studiengänge mit Bachelor- und Master-Abschluss.

Eine „gute Nachricht“ überbrachte Professor Dr. Straube dem Kreisausschuss. Er habe mehrere Forschungsanträge an verschiedene Einrichtungen in Bayern, Bund und innerhalb der Europäischen Union gestellt. Eine Zusage sei bereits vom Freistaat eingegangen – über 4.000 Euro für ein Jahr im Programm „digital.NG“.

Wegen Forschungsprofessur im Gespräch

Wegen der Zuweisung einer Forschungsprofessur sei er mit der Technischen Hochschule Rosenheim im Gespräch. Im Bereich „Entwicklung“ würden unter anderem neue Produktionssysteme erarbeitet oder nach Wegen gesucht, KI zur Datenanalyse in Produktionen einzusetzen.

Unternehmer können Projekte für die Studenten einreichen

Viel Erfahrung, so Professor Dr. Straube, bringe er persönlich mit beim Thema „Transfer“. Dabei könnten Unternehmen Projekte einreichen, an denen Studierende arbeiten könnten. Ein Beispiel sei: „Man hat so viele Daten, dass man sie nicht mehr handeln kann. Wir wollen dann aus einem Datengrab einen Datenschatz machen.“

Lothar Wagner präsentierte das bauliche Vorhaben „Campus Chiemgau“, das auf circa 25.000 Quadratmeter Fläche nahe des Bahnhofs in Traunstein als „intermodaler Knotenpunkt“ entstehen wird.

Unter den Projektbeteiligten seien die kreiseigene Wohnbaugesellschaft und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises. Die wichtigsten Partner wie Schulen, Berufsschulen und Bildungseinrichtungen nannte Christina Scheck. Durch eine gemeinsame Infrastruktur könnten Synergien erzielt werden. Beim „Campus Wohnen“ würde zusätzlicher Wohnraum von etwa 120 Wohneinheiten geschaffen.

Die Bauplanung ist bereits vergeben

Der Auftrag für die konkrete Bauplanung mit Baubeginn 2022 sei vergeben. Unter den zusätzlichen Bereichen auf dem Campus-Gelände nannte Frau Scheck modern, auch mit digitalen Medien ausgestattete, Veranstaltungsräume, Mensa/Café, Audimax, gemeinsame Außenanlagen und Tiefgarage.

Landrat Walch zeigte sich „begeistert, was da mittlerweile läuft“. Von einem „Leuchtturmprojekt“ und einer „perfekten Zukunftsperspektive“ sprach Johann Schild, SPDplus. Er bat um mehr Informationen in nichtöffentlicher Sitzung hinsichtlich der Finanzierung.

Campus Wohnen läuft über geförderten Wohnungsbau

Der Campus Wohnen werde über die Wohnbaugesellschaft mit gefördertem Wohnungsbau laufen, erwiderte der Landrat. Dieser Teil werde keine finanzielle Last für den Kreis werden. Zentralgebäude und Mensa – hieran werde sich der Landkreis beteiligen. Das gesamte Projekt werde „schneller gehen als gedacht“.

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