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Gemeinderat gibt grünes Licht

Trotz Herausforderungen beim Bau: Bernau bekommt ein neues Hotel

Das auf dieser Wiese geplante Hotel wird auf Durchreisende ausgerichtet sein, die sich spontan übers Handy für eine Nacht ein Zimmer suchen und höchstens noch ein Frühstück am nächsten Morgen brauchen.
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Das auf dieser Wiese geplante Hotel wird auf Durchreisende ausgerichtet sein, die sich spontan übers Handy für eine Nacht ein Zimmer suchen und höchstens noch ein Frühstück am nächsten Morgen brauchen.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Rund um den Chiemsee sollen Hotels gebaut werden: der Malerwinkel in Seebruck, der Chiemgauhof in Übersee und nun auch ein neues Projekt in Bernau. Was hinter dem Projekt steckt, welche Herausforderungen es gibt und wie sich der Bernauer Gemeinderat positioniert.

Bernau – Mit den Gegenstimmen von Dr. Andreas Lang-Ostler (BL) und Thomas Deinzer (SPD) erteilte der Bernauer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung das Einvernehmen für den Hotel-Neubau der Firma Schuster zwischen Chiemseestraße und der Autobahn A8. Projektleiter- und -steuerer Christian Kahnt vom Ingenieurbüro für Baumanagement in Stephanskirchen stellte die technisch anspruchsvollen Pläne vor. Denn das Grundwasser muss in der Bauphase abgesenkt werden.

Wer auf der A8 an Bernau vorbeifährt, kann den großen Neubau mit seiner großflächigen dunklen Fassade kaum übersehen. Die Firma Hoteleinrichtungen Schuster ist im Dezember eingezogen. Ursprünglich stammt das Unternehmen aus Grabenstätt, mangels Entwicklungsmöglichkeiten war der dortige Standort aufgegeben und nach Bernau verlegt worden.

Im ersten Schritt entstand das rund 14.500 Quadratmeter große Verwaltungs-, Ausstellungs- und Produktionsgebäude. Hier sind aktuell rund 90 Mitarbeiter beschäftigt. Nun folgt wie ursprünglich geplant der nächste Schritt, nämlich das Hotel auf der westlich angrenzenden Wiese. Kahnt erklärte dem Gemeinderat, das viergeschossige Gebäude solle 42 mal 16 Meter groß und zwölf Meter hoch werden: „Gemäß den Vorgaben im Bebauungsplan.“ 36 Parkplätze und eine Tiefgarage für weitere 26 Stellplätze sollen entstehen. Für jedes der 52 Hotelzimmer stehe damit ein Parkplatz zur Verfügung.

Seeton macht das Leben schwer

Die Tiefgarage nennt Kahnt eine Spezial-Tiefbaumaßnahme. Der Untergrund besteht aus Kies-Sandschichten und der Grundwasserstand liegt bei 2,50 Meter unter der Erde. „Wir müssen die Baugrube wasserfrei halten“, so Kahnt. Rund um die Baugrube sind laut Skizze und laut seinen Ausführungen drei Zentimeter tiefe Schmalwände vorgesehen, die bis zur wasserdichten Seeton-Schicht in die Tiefe geschoben werden.

Dadurch sinkt der Grundwasserspiegel in diesem Bereich weit genug herab, um im Trockenen bauen zu können. „Diese Dichtwand bleibt im Boden, wird aber nach drei Jahren versagen und durchlässig werden“, erklärte Kahnt. Hier fragte Peter Pertl (CSU) nach und betonte, dass auf Dauer nicht ins Grundwasser eingegriffen werden solle. Kahnt pflichtete dem bei und fügte an, dass die Wände am Ende der Bauzeit zusätzlich aufgebohrt werden. Auf Franz Schnaiters (CSU) Einwand, ob sich der Bau aufs Grundwasser auswirke, antwortete Kahnt: „Nein, das würde keiner genehmigen.“

Dr. Lang-Ostler erkundigte sich, ob über eine Ständerbauweise nachgedacht worden sei, die Parkplätze könnten dann unter dem aufgeständerten Gebäude oberirdisch angelegt werden. „Das würde uns 23 Hotelzimmer kosten. Dann könnten wir das Projekt begraben, das rentiert sich nicht“, antwortete Kahnt mit Hinweis auf die Höhenbegrenzung. Die 800.000 Euro Kosten für die aufwendige Tiefgarage rechneten sich dagegen.

Regenwasser für Toilettenspülung

Thomas Deinzer (SPD) sprach die „,massive Oberflächenversiegelung“ an. Kahnt erklärte, Regenwassser vom Dach werde auf Bitten der Gemeinde für WC und als Gartenwasser genutzt, was Josef Genghammer (Grüne) als vorbildlich bezeichnete. Deshalb könne das Dach nicht begrünt werden, so Kahnt, da diese Begrünung das Wasser aufsaugen würde. Auf dem Gelände werde Spezialpflaster verwendet, über verbreiterte Fugen könne das Wasser versickern, zusätzlich werden auch Rigolen gebaut. Genghammer regte eine Fotovoltaikanlage an, dieser Wunsch wurde in den Beschluss aufgenommen. Firmeninhaber Michael Schuster erklärte, dies sei ihm „extrem wichtig“. Die stark gestiegenen Baukosten machen allerdings eine konkrete zeitliche Planung dafür momentan schwieriger.

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