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"Ein Jahr wie das Wetter"

Mit dem Satz "Ein Jahr wie das Wetter: Regen und Sonne" umschrieb der Vorsitzende des Vereins für Industrie und Technikgeschichte (VITG), Claus Dieter Hotz, die Ereignisse am Torfbahnhof in den vergangenen zwölf Monaten während der Jahreshauptversammlung im Gasthof "Zur Post". Trotz des verregneten Junis mit Überschwemmungen konnte der Verein sein Ziel erreichen und über 3500 Interessierten das Bayerische Moor- und Torfmuseum wie auch die Feldbahnen zeigen.

Grassau - Nach der Schneeschmelze hatte das gesamte Gelände südlich der Straße unter Wasser gestanden, informierte Hotz. Doch bereits im April und Mai hätten alle Obstbäume in voller Blüte gestanden. Wechselhafte Besucherzahlen bescherte hingegen der Juni mit viel Regen.

Das 20-jährige Bestehen des Umweltstudienplatzes Prien sei mit verschiedenen Veranstaltungen und Besuchen am Torfbahnhof gefeiert worden. Mit dem Gleisbau Anfang November sei man auf Grund des Wintereinbruchs nicht besonders weit gekommen.

Neue Erkenntnisse gebe es zur Moorleiche "Rosalinde", deren Nachbildung im Museum zu sehen ist. Sie lebte nicht, wie ursprünglich vermutet, im 12., sondern erst im 14. Jahrhundert. Auch der Fundort stimme nicht. So sei die Frau nicht im Gebiet von Peiting, sondern in Hohenpeißenberg gestorben.

Die Saison mit den samstäglichen Führungen am Torfbahnhof wird am 3. April gestartet und am 6. November beendet. Vom 11. Juli bis 5. September werden darüber hinaus auch sonntags Führungen angeboten. Am 16. Mai, dem Internationalen Museumstag, werde man hinsichtlich des 150-jährigen Bestehens der Bahnstrecke Rosenheim/Salzburg um 16 Uhr die verschiedenen Spurbreiten erklären und dies mit den Feldbahnen verdeutlichen.

Am Sonntag, 12. August 1860, wurde die Bahnstrecke eröffnet. Dazu sollen am Donnerstag, 12. August 2010, einige Sonderzüge fahren. Ein Fest sei aber von Seiten der Bahn AG nicht vorgesehen. Im Rahmen der "Bayerntour Natur" werden am 4. Juni wiedervernässte Flächen besichtigt und am 10. Oktober wird am "Tag der offenen Tore" das Jubiläum 90 Jahre Torfbahnhof gefeiert.

Dann: Vor 125 Jahren war König Ludwig II. zum letzten Mal auf der damaligen Baustelle Herrenchiemsee. Die Idee sei nun, nicht nur auf das Prunkschloss hinzuweisen, sondern einmal deutlich zu machen, wie gebaut wurde und welche Unternehmen beschäftigt waren. So brauchte man etwa zehn Millionen Backsteine aus Ising für den Bau, die mit einem Lastenschiff zum Ziegelsteg übersetzten und dann mit einer Feldbahn zur Baustelle transportiert wurden, wie Hotz ausführte. Dafür war nachgewissenermaßen ein Feldbahnbetrieb notwendig.

Christine Weiser legte die Finanzen des Vereins vor. So seien über 11000 Euro an Eintrittsgelder eingenommen worden, mit denen sämtliche Ausgaben gedeckt und auch die laufenden Kredite bedient werden konnten.

Trägerschaft der Kommune angestebt

Seit zwei Jahren, so Hotz weiter, sei festzustellen, dass das Thema Moor immer größere und internationale Bedeutung erlange. Förderprogramme im Rahmen der "Moorallianz" und der "Natura 20" unterstützen Projekte. Als Verein habe man aber wenige Möglichkeiten, an solchen Projekten partizipieren zu können. Um aber den Erhalt von Torfbahnhof und Museum dauerhaft zu sichern, halte er eine kommunale Trägerschaft für wichtig. Der Verein könnte sich dann in einen Förderverein wandeln, der auch weiterhin die Aufgaben wie Führungen oder Gleisbauarbeitenwahrnimmt Die Umwandlung sollte gut vorbereitet und erst in zwei Jahren von statten gehen.

Bürgermeister Rudi Jantke zeigte für das Anliegen des Vereins Verständnis. Großes sei für den Erhalt des Torfbahnhofs geleistet worden. Auch sei absehbar, dass das Denkmal nicht weitere 20 Jahre ehrenamtlich geleitet werden könne. Das Anliegen des Vereins werde im Marktgemeinderat vorgestellt und diskutiert, mehr wollte und konnte er zu diesem Zeitpunkt nicht in Aussicht stellen.

Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika lobte die Bestrebungen des Vereins, der dieses Erbe in guten Händen wissen möchte. Er betonte, dass es dem Verein in den vergangenen Jahrzehnten gelungen sei, ein Bewusstsein zu wecken, dass auch diese "dreckigen" Denkmäler die Kultur geprägt haben. Ob und inwieweit die Trägerschaft von einer Kommune oder aber von mehreren Kommunen gemeinsam übernommen wird, muss noch diskutiert werden. Einstimmig entschied die Versammlung, die Vorstandschaft zu beauftragen, mit den Kommunen zu verhandeln. tb

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