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Club mit 160 Mitgliedern

„Ein Hund mit Charakter“ - der Dackel hat viele Fans im Chiemgau

Julia Kollmannsberger (51) mit ihrer Rauhaardackelhündin Alma (9).
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Julia Kollmannsberger (51) mit ihrer Rauhaardackelhündin Alma (9).
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Können diese Augen lügen? Widerstehen können diesem Blick jedenfalls nur wenige. Die Rede ist vom Dackel. Die Hunderasse hat auch viele Fans in Chiemgau. Julia Kollmannsberger (51) aus Prien gehört dazu.

Prien/Chiemgau – „Das war schon ein Wunsch von mir, als ich ein Kind war“, sagt die Prienerin. Aber es war nix zu machen, in ihrer Familie galt ein Hund erst ab Kniehöhe als würdiges Haustier. Aber los lässt sie der Wunsch nie: „Ich hab halt mal in die Augen eines Dackels geblickt!“

Als Erwachsene wurde ihr Wunsch schließlich Realität, als ihr Mann den Jagdschein gemacht hatte. „Und in der Jagdzeitung ist mein Dackel halt dann doch mal dringestanden“, sagt sie und lacht.

Drei Wochen alt sind die Rauhaarwelpen von Katharina Seidel, Schriftführerin im Dackelclub Chiemgau, auf dieser Aufnahme.

Sissi kann man nicht widerstehen

Sissi hieß die Rauhaar-Dackelhündin aus dem Allgäu, die dann ihren Weg nach Prien fand: „Der Name ausgerechnet, ein richtiges Klischee!“ Die Kollmannsbergers stiegen mit ihrer Sissi vor zwölf Jahren gewissermaßen voll ins Dackelgeschäft ein. Sogar gezüchtet haben die Kollmannsbergers, was durchaus aufwendig ist. Nun ist es aber schon einige Jahre her, auch, weil die Betreuung des Wurfes ziemlich aufwendig sei. „In den ersten drei Wochen geht es, weil die Hündin sich allein um den Wurf kümmert. Aber dann ist es ein Vollzeit-Job“, sagt die Dackel-Liebhaberin. Bis zu neun Welpen kann eine Hündin werfen und allein der Futterbedarf sei enorm: „In guten Zeiten braucht sie mehr als das Dreifache vom normalen Bedarf.“

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Von den schönen Augen, den Brauen und dem schönen Bart solle man sich aber nicht täuschen lassen: „Man sollte sich schon bewusst sein, wofür der Dackel gezüchtet ist.“ Nämlich für die Jagd. „Sie eignen sich sehr gut für die Nachsuche bei der Jagd, wenn es darum geht, das erlegte Wild zu finden“, erzählt die Prienerin. Die sogenannte Schweißprüfung legen die Hunde in der Regel dabei ab.

Eine Ausbildung ist wichtig. Unter anderem weil Dackel eine Anlage für einen besonderen Laut haben, wenn sie auf eine Spur stoßen, als „Spurlaut“ wird das bezeichnet. Angehende Dackelbesitzer müssen das wissen, einordnen können und sollten ernsthaft prüfen, ob das zu ihnen und ihrem Lebensstil passt.

Treue Seelen

Bis zu neun Welpen sind in einem Dackelwurf. Der Nahrungsbedarf ist dreimal so hoch bei der Mutter wie im Normalfall.

Andererseits könne der Dackel auch ein Familienhund sei, das möchte sie gar nicht ausschließen. „Dackel sind ganz treu“, sagt Kollmannsberger. Und so klein, dass er auch auf der Couch Platz habe, findet sie. Über den eigenen Willen der Dackel ranken sich indes die Mythen. „Ein Dackel ist ja nicht schwer erziehbar, sondern er verhandelt halt jederzeit neu“, sagt Kollmannsberger, die auch Mitglied im Dackelclub Chiemgau ist.

Dessen Vorsitzende Justine Betzl aus Amerang findet: .„Es ist ein Hund mit Charakter.“ Seinen eigenen Willen habe der Dackel schon, aber man könne ihn erziehen. „Und zwar so, dass er gleich reagiert, und nicht erst nach 14 Tagen“, sagt Betzl und grinst. Schon fangen ihre Hunde im Hintergrund zu bellen an. Einen Dackel und einen Münsterländer haben sie. Ihr Mann geht mit den Hunden auf die Jagd.

Schon acht Dackel hatten die Betzls. Aber es gab auch eine Zeit ohne Vierbeiner: „Das waren mal eineinhalb Jahr, nachdem unsere Hündin gestorben war. Aber das ging einfach nicht.“ Betzl kommt ins Schwärmen: „Mei, wenn er dich anschaut, dieser Blick...“ Außerdem mag sie an der Rasse, dass die Hunde gut mit Kindern können und Fehler auch bereuen. „Abgesehen davon sind sie auch praktisch, man kann sie einfach in einer Box mit in den Urlaub nehmen.“ Außerdem ist der Dackel schlau, findet Justine Betzl: Auf der Jagd sind sie beliebt, weil sie die Nase so tief am Boden haben. Als Begleithunde werden sie ebenfalls ausgebildet.

Tigerfarbene sind gerade im Trend

Justine Betzl ist Vorsitzende des Dackelclubs Chiemgau.

Drei Haartypen gibt es: Langhaar, mit dem seidigen, rötlichen Haar, Kurzhaar und Rauhaar, jeweils mit unterschiedlichen Farbtypen. „Aktuell sind gerade die tigerfarbenen recht aktuell, vor allem bei den Kurzhaardackeln“, sagt Dackel-Expertin Betzl. Ihre Leidenschaft für Dackel geht so weit, dass sie den Dackelclub Chiemgau leitet, der über 160 Mitglieder hat, zum Teil sogar aus der Schweiz und aus Österreich.

„Die Sektion Chiemgau ist stolz darauf, seit über 45 Jahren ein aktives Vereinsleben zu führen“, so Betzl. Die Mitglieder sind in erster Linie Dackel-Liebhaber, die sich aufteilen in Jäger und Nichtjäger. Man trifft sich auf monatlichen Veranstaltungen wie gemeinsamen Wanderungen und Stammtischen, außerdem gibt es Welpen-, Junghunde- und Begleithundekurse.

Oft werden Dackel und ihre Besitzer belächelt. Ohne Grund findet Betzl, die viel von den Tieren hält: „Das ärgert mich!“

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