Ein Hobby aus Leidenschaft – Hans Wallner aus Prien züchtet Pferde

Hans Wallner mit seiner Stute Romina bei den Vorbereiten zur Landesschau.
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Hans Wallner mit seiner Stute Romina bei den Vorbereiten zur Landesschau.

Mit viel Engagement und Leidenschaft züchtet Hans Wallner in seiner Freizeit Pferde. Der Anspruch ist hoch. Beim Landeswettbewerb ging der Priener Rosserer nun mit seiner Kaltblut-Stute Romina in den Wettbewerb.

Von Toni Hötzelsperger und Heidi Geyer

Prien – Beim Bauern Moar z‘Bruck in Prien ist Pferdekultur schon seit Jahrzehnten zwar ein Hobby in der Freizeit, aber dennoch will Hans Wallner den hohen Ansprüchen an die Zucht gerecht werden. Er setzte sich kürzlich mit seiner Kaltblut-Stute Romina beim Ausscheidungswettbewerb in Traunstein durch und war dadurch für die Bayrische Landesschau für dreijährige Stuten in der Landeshauptstadt München qualifiziert. Zu einem der Staatspreise reichte es leider nicht.

„200 Stuten im Alter von drei Jahren der Kaltblut-Rasse wurden heuer regional verglichen, um in den End-Wettbewerb des Landesverbandes der Bayerischen Pferdezüchter zu kommen“, sagt Wallner. Von den 200 Pferden hätten ein Fünftel die Staatsprämienanwartschaft bekommen und seien zur Leistungsprüfung eingeladen wurden, allerdings seien nur vier Preise vergeben worden.

Strenge Kriterien und viel Vorarbeit für Pferd und Mensch

„Wenn diese Prüfung erfolgreich war und die Stute ein Fohlen bekommt, dann ist es eine Staatsprämienstute.“ Der Rosserer erklärt die Kriterien für die Bewertungen: „Hier gibt es sechs Bereiche, die benotet werden, das sind der Rasse-Typ, der Körperbau, das Fundament, die Korrektheit in Verbindung mit Bewegung, der Schritt und der Trab“.

Gerade Letzteres galt es vor den Prüfungstagen alltäglich rund um den Moarhof in Prien einzustudieren und einzugewöhnen. Unterstützt wurde Hans Wallner dabei von seinem 15-jährigen Neffen Hannes, dem es sichtlich Freude machte, bei den Vorbereitungen dabei zu sein.

Ein ehrgeiziger Blick auf die Landesentscheidung

Der Veranstalter des Wettbewerbs war der Landesverband Bayerischer Pferdezüchter, der mit seinem Zuchtleiter einen der Zuchtrichter stellte. Die weiteren drei Zuchtrichter kamen von auswärtigen Regierungsbezirken, berichtet Wallner. Er selbst kam ebenfalls zum Einsatz, da er als Zuchtrichter geschult worden ist. Allerdings nur in anderen Regierungsbezirken: „Teilnehmer mit einem Pferd und gleichzeitig Zuchtrichter sein, das geht nicht“, sagt der Landwirt.

Nach dem Traunsteiner Zwischenerfolg blickte er ehrgeizig auf die Landesentscheidung. Dennoch versuchte Wallner, die Schau auf der ehemaligen Olympia-Reitanlage locker anzugehen: „Wird’s was mit einer Staatsprämie freuen wir uns, wird’s nichts, dann haben wir uns wenigstens sinnvoll und zum Wohle unserer Pferde beschäftigt.“

Am Ende kein Staatspreis für den Priener

Mit der guten Note 7,3 in Traunstein hatte er die Zulassung für den End-Wettbewerb in München erreicht. Dort bekam er jedoch keinen Preis. Wallner: „Es war schon ein Erfolg, dabei zu sein und ein Erlebnis für alle Beteiligten war es obendrein, denn Vorbereitung und Veranstaltung waren sicht- und spürbarer Ausdruck unserer Pferdeliebe.“

Das Training für den Landesentscheid und die Fahrt nach München hätten nur ein Drittel der 200 eingetragenen Pferde auf sich genommen, so Wallner. „Eine hohe Zahl angesichts der Mühen für Pferdehalter und Pferde.“

Die Pferdezucht in Bayern

Das Bayerische Warmblut ist am stärksten bei den Zuchtrassen vertreten, wobei Spezialpferderassen wie Friesen, Deutsches Reitpony und Western Reitpferde nach Angaben des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums im Kommen sind.

Weibliche Zuchttiere werden in der Regel im Alter von drei Jahren, die männlichen Tiere im Alter von 2,5 bis drei Jahren bei einer Körung bewertet, ob sie sich für die Zucht eignen. Kriterien sind funktionale Merkmale, aber auch Eigenleistungsprüfungen. Auf dieser Basis wird streng selektiert, damit nur die besten Pferde in der Zucht bleiben und die nächsten Pferdegenerationen liefern können. Der Freistaat versucht, vom Aussterben bedrohte Rassen wie das Rottaler Warmblutpferd und das Leutstettener Pferd mittels eines Genreservedepots mit eingelagerten Sperma und Embryonen zu retten.

Voll in seinem Element: Mit der „Ungarischen Post“ begeisterte Hans Wallner bei der 100-Jahr-Feier der Priener Rosserer auf der großen Wiese beim Moar z‘Bruck die Zuschauer.

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