„Ein Funke reicht“ – Feuerwehr und Bergwacht üben in Ruhpolding, einen Waldbrand zu löschen

Der Blick aus dem Hubschrauber im Anflug auf Ruhpolding.Hobmaier
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Der Blick aus dem Hubschrauber im Anflug auf Ruhpolding.Hobmaier

Waldbrandgefahr droht in trockenen Phasen grundsätzlich auch im Chiemgau. 70 Helfer von Feuerwehr und Bergwacht übten genau dieses Szenario in der Nähe der Chiemgau Arena, wo im Winter Biathlon ausgetragen wird.

Ruhpolding – „Gerade in den Sommermonaten reicht in den Wäldern häufig ein Funke, und wir haben es mit einem Waldbrand zu tun“, sagt der Traunsteiner Kreisbrandmeister Thomas Mayr. In der Region stößt die Feuerwehr im Ernstfall auf zahlreiche schwer erreichbare Stellen, etwa an Steilwänden und in Hanglagen. Umso wichtiger für die Feuerwehren im Landkreis Traunstein, sich künftig besser für sogenannte Vegetationsbrände zu rüsten. „Ein erklärtes Ziel ist deshalb, Feuerwehrfrauen und –männer an Hubschraubern als Helfer auszubilden, um damit Spezialisten direkt vor Ort zu haben. Darüber hinaus wollten wir sehen, wo wir in Sachen Ausrüstung nachjustieren müssen“, sagte Mayr.

Viele Zuschauer an Chiemgau Arena

Daher habe man sich bewusst für ein Szenario in einem Bergwald entschieden, um die Unterschiede zu den Vegetationsbränden „im flachen Land“ zu erleben. Die Retter übten, einen Waldbrand zwischen der Kaiseralm und der Eschlmoosalm vom Boden als auch aus der Luft einzudämmen. Beteiligt waren die Feuerwehren Ruhpolding, Hammer und Siegsdorf, Feuerwehrkräfte des Arbeitskreises „Flughelfer“ und der Kreisbrandinspektion sowie Einheiten der Bergwacht.

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Anhand eines Drehbuchs wurden mehrere Flüge durchgeführt. Die Mannschaft sollte mit dem Hubschrauber vertraut gemacht werden, um im Ernstfall die Verhaltensregeln zu kennen. Zudem trainierten die Feuerwehrler die Aufnahme der Lasten im Tal sowie das Absetzen im Gelände.

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Mit einer Grundausstattung hat der Landkreis Traunstein die Feuerwehren Siegsdorf und Hammer, sowie Übersee ausgestattet: In den „Waldbrandsätzen“ sind Ausrüstung, Gerätschaften und Pumpen zur Brandbekämpfung vom Boden enthalten. Zudem führen die Einsatzkräfte spezielle Schläuche für die Wasserversorgung in den Bergen mit, um gezielt Brände zu bekämpfen.

Auf kleinen Glutnestern und Feuerstellen liegt das Augenmerk der Feuerwehr bei Waldbränden. Mit einem Außenlastbehälter kann der Hubschrauber direkt aus der Luft Wasser auf den Brand schütten. Gerade in schwer zugänglichem Gelände sind Hubschrauber erforderlich, um Retter und Material schnell an Ort und Stelle zu bringen.

Regionale Versorgung

„Wir sind dem Unterstützungsangebot der Global Helikopter Service GmbH aus Kirchanschöring gerne nachgekommen und freuen uns sehr, dass die Übung heute so positiv verlaufen ist“, sagte Kreisbrandrat Christof Grundner. Die Verantwortlichen können nun neben der Hubschrauberstaffel der bayerischen Polizei sowie den Helikoptern der Bundeswehr auf ein regionales Angebot zurückgreifen. Dadurch reduzierten sich im Ernstfall die Eingriffszeiten deutlich, so Grundner.

Am Ende der Übung zeigten sich Teilnehmer und Organisatoren sehr zufrieden. „Wir haben wertvolle Erkenntnisse gewinnen können und werden diese nun in die Ausbildung unserer Aktiven einfließen lassen“, sagte Mayr.

Freiwillige aus mehreren Feuerwehren übten den Einsatz bei einem Waldbrand.

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