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Mann aus Reit im Winkl trat bei Olympia und Weltmeisterschaften an

„Ein feiner Kerl“: Langlauf-Legende Rudi Kopp mit 95 Jahren verstorben

Der verstorbene Rudi Kopp (Mitte) an seinem 90. Geburtstag im Jahr 2016, mit dem damaligen Reit im Winkler Bürgermeister Sepp Heigenhauser (links) und Walter Vogel, Ehrenvorstand des WSV Reit im Winkl.
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Der verstorbene Rudi Kopp (Mitte) an seinem 90. Geburtstag im Jahr 2016, mit dem damaligen Reit im Winkler Bürgermeister Sepp Heigenhauser (links) und Walter Vogel, Ehrenvorstand des WSV Reit im Winkl.
  • VonJosef Hauser
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  • Alexandra Schöne
    Alexandra Schöne
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Zahlreiche deutsche Meistertitel im Skilanglauf hat Rudi Kopp vom Wintersportverein Reit im Winkl gewonnen. Und bei Olympia hat er auch teilgenommen. Aber vor allem war er Vorbild, Förderer und ein Stimmungsgarant. Jetzt ist er mit 95 Jahren verstorben.

Reit im Winkl – Xaver Kraus aus Reit im Winkl war selbst mal unter den Top-Skilangläufern. Er nahm an Weltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen teil. Aber ohne Rudi Kopp, sagt Kraus, wäre er niemals so gut geworden. Kopp war lange Zeit sein Trainingspartner, unterstützte ihn, forderte ihn heraus. Rudi Kopp, so sagt es Xaver Kraus, habe ihn groß gemacht.

Vorbild für Jüngere

Schon als Jugendlicher schaute Kraus zum acht Jahre älteren Kopp auf. „Er war mein sportliches Vorbild“, sagt Kraus, der in Reit im Winkl wohnt. „Irgendwann waren wir dann auf Augenhöhe, das war toll.“ Rund zehn Jahre lang waren sie gemeinsam im Team, im Deutschen Skiverband, im Bayerischen Skiverband und auch im Wintersportverein Reit im Winkl.

Rudi Kopp startete 1952 in Oslo zum ersten Mal bei Olympia. Vier Jahre später war er in Cortina d‘ Ampezzo ebenfalls dabei. Dazu kamen drei nordische Skiweltmeisterschaften in Falun, Lahti und Zakopane. Zwei Jahre vor seinen ersten Winterspielen war der Polizist Kopp von Rabenstein im Bayerischen Wald nach Reit im Winkl übergesiedelt. Dort hatte er im örtlichen Wintersportverein eine neue Heimat gefunden.

Viele Erfolge im Sport

Von 1951 bis 1963 errang er sieben deutsche Langlauf-Meistertitel in der Länderstaffel mit der Mannschaft Bayern I und zwischen 1961 und 1967 fünf weitere mit der Vereinsstaffel des WSV Reit im Winkl. 1956 und 1958 wurde er deutscher Einzelmeister über 15 Kilometer, 1958 auch noch über die 30-Kilometer-Distanz.

Dazu kommen noch zwölf deutsche Polizeimeistertitel im Skilanglauf. Bayerischer Meister wurde er zwischen 1951 und 1967 je achtmal in der Vereinsstaffel mit dem WSV Reit im Winkl und in der Gaustaffelmeisterschaft mit dem SV Chiemgau sowie dreimal im Einzellauf. Rudi Kopp war auch noch ein guter Leichtathlet und erlief sich insgesamt zehn bayerische Polizeimeistertitel über 10 000 beziehungsweise 5 000 Meter auf der Aschenbahn.

Teamgeist von Kopp legendär

Die Liste seiner sportlichen Erfolge ist lang. Woran sich Menschen, die ihn gut kannten, aber vor allem erinnern, ist sein unschlagbarer Teamgeist. „Rudi war immer Ansprechpartner für uns, wenn irgendetwas war“, erinnert sich Xaver Kraus. „Er hat die Anliegen seiner Mannschaft immer gegenüber dem Verband oder Verein vertreten.“ Kopp, der laut Kraus in der Staffel meistens der Schlussläufer war, motivierte seine Mannschaftskollegen.

Dabei half auch Kopps Humor. „Er war ein lustiger Mensch. Man konnte viel Spaß mit ihm haben“, sagt Kraus und lacht ins Telefon. Seine Frau ergänzt im Hintergrund, dass „der Rudi“ immer ein Garant für gute Laune gewesen sei.

Bayerisch-gemütliche Art

Das kann auch Walter Vogel bestätigen. Er ist Ehrenvorstand des WSV Reit im Winkl und kannte Kopp lange. Die beiden waren zwei Jahrzehnte zusammen im örtlichen Gesangsverein gewesen. „Die Probenstunden haben wir oft ausgedehnt und sind danach noch eingekehrt“, erzählt Vogel. Er erinnert sich an einen Rudi Kopp, der ruhig und „bayerisch-gemütlich“ war. „Er war einfach ein feiner Kerl.“

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