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ERINNERUNGEN VON SCHLECHINGS RUHESTANDSPFARRER EKKEHARD PURRER

Ein Buch über die Partnerschaft: Dekanat Traunstein hilft seit 30 Jahren in Tansania

Dieter Bobek zeigt Ruhestandpfarrer Hans Ekkehard Purrer (v.l.) eine geschnitzte Makonde-Christusfigur aus schwarzem Ebenholz. Sie ist ein Geschenk aus Tansania, die nun in Schleching eine neue Heimat gefunden hat.
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Dieter Bobek zeigt Ruhestandpfarrer Hans Ekkehard Purrer (v.l.) eine geschnitzte Makonde-Christusfigur aus schwarzem Ebenholz. Sie ist ein Geschenk aus Tansania, die nun in Schleching eine neue Heimat gefunden hat.
  • VonSybilla Wunderlich
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  • Tanja Weichold
    Tanja Weichold
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Wasser, Nahrung, Krankenversorgung, Strom, Schule – im ostafrikanische Land Tansania fehlt es oft an den wichtigsten Lebensgrundlagen. Engagierte Menschen der Evangelischen Kirche aus dem Chiemgau bis in die Landkreise Mühldorf und Altötting leisten sei drei Jahrzehnten mit Projekten „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Schleching – Vor 30 Jahren schloss das Evangelische Dekanat Traunstein ihre „Partnerschaft mit Tansania“ (Pamita). Seit dieser Zeit pflegen die 16 evangelischen Kirchengemeinden aus den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf enge Verbindungen mit dem evangelisch-lutherischen Dekanat Mpwapwa in der Dizözese Dodoma in Zentral-Tansania. Der Schlechinger Ruhestandspfarrer Hans Ekkehard Purrer hat anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Partnerschaft ein Buch veröffentlicht.

Pamita ist einerseits getragen von der geistlichen Säule, erzählt Joachim Grytzyk aus Waldkraiburg gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Der 66-jährige Rentner ist ehrenamtlicher Dekanats-Missionsbeauftragter und damit Nachfolger von Purrer. Aktuell beteten die Gemeindemitglieder in Tansania für die Opfer der Flutkatastrophe in Deutschland.

In Nächstenliebe für arme Menschen tätig

Zweite Säule der Partnerschaft sei die diakonische Seite. „Christentum heißt Nächstenliebe, wir setzen uns für benachteiligte Menschen ein“, so Grytzyk. Das Dekanat Traunstein sammelt Spenden und unterstützt damit vor Ort ihre Projekte in Tansania, zum Beispiel Brunnenbau, Hungerhilfe, Solarstrom, in der Gesundheitsversorgung, aber auch der Schulausbildung. „Wir haben über 800 Jugendlichen geholfen, einen höheren Schulabschluss abzulegen“, erzählt Grytzyk.

Sein Vorgänger Purrer erinnert sich noch genau an seine erste Reise nach Tansania im Jahr 1992. Als der gebürtige Mittelfranke sah, welchen schlechten Lebensbedingungen die Menschen dort ausgesetzt waren, sei er tief betroffen gewesen, erzählt er im Gespräch mitden OVB-Heimatzeitungen. Nach seiner Rückkehr sei er als Missionsbeauftragter eingesetzt worden. 20 Jahre lang war Purrer evangelischer Pfarrer in Schleching, seit sechs Jahren ist er im Ruhestand. Da habe er Zeit gefunden, all seine Dias zu sichten und das Buch zu schreiben. Auch um zu zeigen, was Kirche an positiver Arbeit leistet, wie er sagt.

Überschwängliche Lebensfreude im krassen Kontrast zur Armut

Pamita leiste in Afrika seit 30 Jahren „Hilfe zur Selbsthilfe“. Angefangen habe die Partnerschaft mit Dieter Bobek von der Kirchengemeinde Berchtesgaden, der vor über 30 Jahren nach Tansania geschickt wurde. Bobek erinnert sich an die überschwängliche Lebensfreude der Menschen vor Ort, die im krassen Gegensatz zu den Lebensbedingungen gestanden sei, wie er der Chiemgau-Zeitung erzählt. Die Menschen lebten mit ihren zahlreichen Kindern in einfachen Lehmhütten, ohne fließendes Wasser, hätten kaum zu essen und keine schulische Ausbildung. „Ich kam als ein anderer Mensch zurück, als einer, der einen Auftrag angenommen hat, nämlich den Menschen vor Ort beizustehen“, erinnert sich Bobek.

Brunnen versorgt 4000 Menschen

Auf die Frage nach einem erfolgreichen Lieblingsprojekt antworten Purrer und Bobek, dass ihnen und ihren Mitstreitern alle Projekte gleich wichtig waren. Eines der größten Probleme sei das fehlende Wasser. Für Mensch und Tier, in der Landwirtschaft und bei der Hygiene. So seien Wasserleitungen gebaut worden, was aufgrund der Höhenlage nicht einfach gewesen sei. Jetzt werde versucht, das Regenwasser mittels Dachrinnen aufzufangen.

Purrer erinnert sich an einen Hilferuf der Massai in Chitego. Sie mussten mit ihrem Vieh jeden Tag stundenlang bis zum nächsten Wasserloch laufen. Nach vielen Schwierigkeiten mit staatlichen Stellen und Hindernissen vor Ort habe Pamita einen Brunnen bohren lassen können, der für viertausend Menschen eine Lebensgrundlage geschaffen habe.

Marquartstein baut eine Krankenstation

Die evangelische Gemeinde Marquartstein habe sich im Gesundheitswesen in Chamkoroma engagiert. Die Situation vor Ort war laut Purrer und Bobek, dass Kranke und Schwangere die Ärzte oft nur nach tagelangen Fußmärschen erreichen konnten. Der Bau einer dringend notwendigen Krankenstation sei habe im Jahr 1996 erfüllt werden können, weitere Projekte im Gesundheitswesen seien gefolgt.

Ein weiteres großes Problem seien die Dürren im Land, der Klimawandel mache sich schon lange bemerkbar. Pamita helfe den Menschen vor Ort mit Dürre-resistenten Pflanzen sowie mit Bewässerungsgräben und Speicherteichen lange Trockenzeiten in der Landwirtschaft zu meistern.

Buch beschreibt die Projekte:

Die Projekte der „Partnerschaft mit Tansania“ (Pamita) des evangelischen Dekanats Traunstein werden mit Spenden finanziert. Die Initiatoren der Projekte reisen nach Auskunft von Ruhestandspfarrer Hans Ekkehard Purrer meist auf private Kosten nach Tansania und halten nach ihrer Rückkehr Vorträge, um für weitere Spenden zu werben. Auch junge Menschen setzten sich ein und verkauften zum Beispiel Christrosen oder selbst gebackenes Brot für den guten Zweck. Purrers Buch „30 Jahre Partnerschaft mit Tansania“ zeigt mit vielen Fotos die erfolgreichen Projekte, aber auch die gewachsenen Freundschaften unter den Christen. Das Buch ist im örtlichen Buchhandel erhältlich. Nähere Informationen gibt es bei Hans Ekkehard Purrer unter der Nummer 0 86 49/ 3 85 60 19 oder per E-Mail bei ekkehard.purrer@elkb. de.

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