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Umweltausschuss befürwortet Antrag

Ab 2022: Ein Baum für jedes neu geborene Kind im Landkreis Traunstein

Das Landkreis Traunstein spendiert für jeden neugeborenen Einwohner einen heimischen und insektenfreundlichen Baum.
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Das Landkreis Traunstein spendiert für jeden neugeborenen Einwohner einen heimischen und insektenfreundlichen Baum.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Für jedes neu geborene Baby im Landkreis Traunstein soll ab 2022 ein Baum gepflanzt werden - zumindest beschloss dies die heimische Politik. Die Aktion unterstützt ganz nebenbei auch die Vielfalt der heimischen Landschaft und schafft Futter und Lebensräume für Insekten.

Traunstein – Für jeden neugeborenen Einwohner spendet der Landkreis Traunstein ab Anfang 2022 einen Baum im Wert von bis zu 35 Euro. Das beschloss der Kreisumweltausschuss jüngst bei zwei Gegenstimmen. Der Gutschein für einen bienenfreundlichen heimischen Baum oder ein Obstgehölz aus einer Liste des Kreisgartenfachberaters geht an die Eltern. Ob diese den Bon einlösen, ist deren freiwillige Entscheidung. Die Kosten von maximal 50.000 Euro im Jahr werden in den Kreishaushalt eingestellt.

„Symbolträchtiges Zeichen“ setzen

Vize-Landrat Sepp Konhäuser (SPDplus) zitierte aus dem Antrag der Jungen Liste, dass der gestiftete Baum für jeden Säugling ein „symbolträchtiges Zeichen“ sei. Die „enorme Bedeutung einer Geburt“ solle damit hervorgehoben werden.

Die Geburtenrate bezifferte Konhäuser mit etwa 1500 Kindern pro Jahr. Aus Sicht der Verwaltung könnte jede Familie nach der Geburt einen Brief mit Gutschein und Auswahlliste erhalten. Die Liste solle in Abstimmung mit dem Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege erstellt sowie die Bäume oder Gehölze sollten bei regionalen Fachhändlern bezogen werden.

Soll der Landkreis die Bäume selbst pflanzen?

Bernhard Braun (Junge Liste) wies darauf hin, dass nicht alle Gutscheine abgerufen werden würden würden. Stefan Kattari (SPDplus) sagte: „Der Antrag ist so schön, dass sich niemand trauen wird, dagegen zu stimmen. Der Antrag hat aber in jedem Schaufenster Platz.“

Der Grassauer Bürgermeister fragte, ob es nicht sinnvoller wäre, seitens des Landkreises jeweils einen Baum zu pflanzen. Der Grund: So könnten die Bäume auch alt werden.

Nicht jede Pflanzung sei sinnvoll in einem Landkreis mit hauptsächlich Wiesen und nährstoffarmen Äckern. Der Antrag solle umformuliert werden. Das unterstützte die Biologin Dr. Ute Künkele (ödp). Sie trat für „Patenbäume“ des Landkreises auf dessen Flächen ein, die von den Familien nach einer Schulung gepflegt werden könnten, alternativ durch den Landschaftspflegeverband. Ein eventueller Obstertrag solle den Familien gehören.

Ein Baum für den „englischen Rasen“

Josef Mayer (CSU) argumentierte: „Im hauseigenen Garten wird der englische Rasen bevorzugt. Da schadet nicht, wenn ein Baum drinsteht.“ Durch den Landkreis gepflanzte Bäume und Patenbäume verfehlten das Ziel des Antrags. Mayer weiter: „Wir haben Einfluss, was gepflanzt wird – keine Blautannen, sondern ein heimisches Gehölz.“

Die Junge Liste habe auch über Patenschaften und Bäume auf Landkreisflächen nachgedacht, entgegnete Braun. Solche Wege würden alles verkomplizieren und zusätzliche Kosten verursachen. Es gehe darum, das Bewusstsein bei Familien zu stärken. Fehle es an Platz, sei niemand verpflichtet: „Die Familien haben vielleicht Bekannte, in deren Gärten sie den Baum pflanzen können.“ 1500 Bäume jährlich auf Landkreisgrundstücken seien „keine leichte Aufgabe“, warf Kreisgartenfachberater Markus Breier ein. An Kreisstraßen sei es schwierig. In Wäldern, die aufgeforstet werden, machten solche Pflanzungen keinen Sinn.

„Tolle Maßnahme“ in Privatgärten

Breier wörtlich: „Ein Gutschein wäre eine tolle Maßnahme, dass in Privatgärten gepflanzt wird. Mit 1500 Bäumen wäre eine tolle Breitenwirkung erreicht.“

Willi Geistanger (Bündnis 90/Die Grünen)sagte, er finde einen Baum pro Kind grundsätzlich positiv. Baugrundstücke würden allerdings immer kleiner. Bäume sollten auch andernorts untergebracht werden können.

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Das unterstützte Hans-Jörg Birner (CSU). Jeder, der einen Baum wirklich haben wolle, werde einen Platz finden. Von einer „schönen Idee“ sprach Claus Pichler, (SPDplus). Nicht jede Gemeinde könne den „gewaltigen Aufwand“ für die Schreiben leisten, etwa hinsichtlich des Datenschutzes. Die Kommunen hätten ganz andere Probleme und Schwerpunkte.

Irmingard Siglreithmayer (CSU) regte an, die Eltern sollten den Antrag auf einen Baum stellen und bekannt geben, wo sie ihn pflanzen könnten. Letztlich blieb es inhaltlich beim ursprünglichen Beschlussvorschlag.

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