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GEMEINDERAT BERNAU MEHRHEITLICH FÜR TEILNAHME

Earth Night in Bernau: Dunkelheit als leuchtendes Beispiel

  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Bei den Gegenstimmen von Zweitem Bürgermeister Gerhard Jell (CSU), Sascha Klein (WMG) und Matthias Vieweger (CSU) sprach sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung für eine erneute Teilnahme an der „Earth Night 2021“ aus. Die Grünen-Fraktion hatte den Antrag gestellt, vorausgegangen war eine angeregte Diskussion.

Bernau – Die „Earth Night“ ist laut Internetseite www.earth-night.info eine Aktion von der überparteilichen Vereinigung „Paten der Nacht“, die sich für die Eindämmung der Lichtverschmutzung einsetze. Diese habe Folgen auf Mensch, Umwelt und Natur, außerdem sei sinnlos leuchtendes Licht Verschwendung und schade dem Klima.

Bei der Aktion soll eine Nacht lang das Licht ausgeschaltet werden als „aufrüttelndes Symbol für den verschwenderischen Umgang mit nächtlichem Kunstlicht“. Sie findet zum Neumond am Dienstag, 7. September, statt.

Peter Pertl (CSU) etwa sprach von einer grundsätzlich sinnvollen Angelegenheit, zeigte sich allerdings überrascht über die Kosten, die der Strombetreiber vergangenes Jahr in Rechnung gestellt hatte.

Auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung teilte das Rathaus mit, dass sich die Kosten damals auf circa 2500 Euro belaufen hatten. In einer Rechnung, die der Redaktion vorliegt, wird nur für die Autos ein Stundensatz von je rund 126 Euro abgerechnet.

Gemeinde überprüft ihre Leuchten

Severin Ohlert (Grüne) warb um „das klare Zeichen für den Umweltschutz“ und schlug vor, 500 Euro aus seinem Budget dazu zu geben, das er als Umweltreferent zur Verfügung hat. Die Gemeinde solle eine Vorreiterrolle einnehmen.

Zweiter Bürgermeister Jell verwies darauf, dass der Gemeinderat erst vor Kurzem beschlossen habe, öffentliche Beleuchtungen zu überprüfen, um Energie einzusparen: „Es ist nicht so, dass in Bernau nichts gemacht wird.“

Kritik an der Rechnung des Strombetreibers

Franz Schnaiter (CSU) sagte, er habe die Aktion vergangenes Jahr sehr gut gefunden, nannte die entstandenen Kosten aber ebenfalls ärgerlich. Er schlug vor, das Licht nicht in ganz Bernau abzuschalten. Pia Ostler (Grüne) übte Kritik an dem Strombetreiber und mutmaßte: „Die wollen das offenbar unterbinden.“

Katrin Hofherr (SPD) meinte, die Aktion habe viele Menschen sensibilisiert. Matthias Vieweger (CSU) schlug als Kompromiss vor, die Aktion „kompakt am See“ durchzuführen, was Hofherr allerdings mit „zu wenige Signalwirkung“ verbunden sah. Es gebe bessere Möglichkeiten, das Geld einzusetzen, argumentierte Vieweger weiter.

Dunkelheit eine Gefahr für den Verkehr

Außerdem sei die Aktion auch gefährlich. Als er vergangenes Jahr bei der Dunkelheit heimgefahren sei, habe er Fußgänger fast nicht gesehen.

Sascha Klein (WMG) nannte den Nutzen geringer als die Kosten und sah ebenfalls eine Gefahr für den Verkehr. Auch Zweitem Bürgermeister Jell war eine Situation bekannt, wie er erzählte, bei der ein Mann fast vom seinem Fahrrad gefahren worden wäre auf der „stockdunklen Kreuzung“.

Wenn man die Hauptverkehrsstraßen, wie im Laufe der Diskussion ins Spiel gebracht, leuchten lasse, bleibe nicht mehr viel übrig. Ein Abschalten nur von gewissen Bereichen sei mehr Aufwand.

Thema erneut auf der Tagesordnung

Michaela Leidel (BL) sagte, das Projekt sei sinnvoll und mache auf die Stromverschwendung aufmerksam. Sie schlug vor, auch Gewerbebetreibe und Privatleute aufzurufen, sich zu beteiligen. Unfallträchtige Straßenbereiche sollten beleuchtet bleiben.

Im Beschluss war festgehalten, dass Hauptstraßen ausgenommen sind sowie Kreuzungen, Gehwegübergänge und verkehrsrechtlich nötige Stellen abgesichert oder beleuchtet werden sollen. Möglicherweise ist nach dem Beschluss das letzte Wort doch noch nicht gesprochen. Bei der Gemeinderatssitzung am heutigen Donnerstag stehen die Kosten für die Earth Night erneut auf der Tagesordnung. Möglicherweise gibt es eine neue Entscheidung.tw

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