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Gemeinsam elektrisch unterwegs

E-Mobilität und Carsharing - Vorreiterfirmen aus Breitbrunn, Mühldorf und Rosenheim

CarSharing-Anbieter Matthias Trenkler und Felix Weiß von der „überall UG“ aus Breitbrunn mit ihrer E-Flotte. Die Nutzung von Fahrzeugen durch mehrere Fahrer in Verbindung mit E-Mobilität nimmt allgemein zu, und ist auch für Unternehmen aus Kosten- und Umweltsicht attraktiv.
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CarSharing-Anbieter Matthias Trenkler und Felix Weiß von der „überall UG“ aus Breitbrunn mit ihrer E-Flotte. Die Nutzung von Fahrzeugen durch mehrere Fahrer in Verbindung mit E-Mobilität nimmt allgemein zu, und ist auch für Unternehmen aus Kosten- und Umweltsicht attraktiv.

CarSharing mit E-Fahrzeugen wird zunehmend beliebt – manche Firmen machen den Trend mit, wenn auch zögerlich und das aus guten Gründen. Vieles ist noch nicht ausgereift bei den angebotenen Modellen, doch es gibt auch Ausnahmen.

Rosenheim/Breitbrunn/Mühldorf – Rund 2,9 Millionen Menschen in Deutschland sind derzeit überzeugt vom CarSharing, dem Teilen eines Fahrzeugs mit mehreren anderen Nutzern. Eine aktuelle Zahl, die vom Bundesverband CarSharing (bcs) aus Berlin stammt. 228 Anbieter gibt es derzeit auf dem Markt. Immer häufiger finden sich dort auch Elektro-Flotten.

Einer der Anbieter ist das noch junge Breitbrunner Unternehmen „überall UG“. Die Geschäftsführer Matthias Trenkler und Felix Weiß brachten bei der Firmengründung 2020 einige Erfahrung zum Thema mit: Zuvor betreuten sie das vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern geförderte Modellprojekt „Elektromobilität im ländlichen Raum“.

Immer mehr Anfragen von Unternehmen

Aus diesem ging 2018 der Verein „landmobile“ mit Sitz in Bad Endorf hervor, der wiederum Mitglied im bcs ist. Partner der „überall UG“ beziehungsweise ihrer betreuten Projekte waren bislang in erster Linie Kommunen. Der Kreis Mühldorf zum Beispiel betreibt unter dem Namen „mümo“ eine CarSharing-Flotte mit sieben E-Autos.

Auch für Unternehmen könne das Konzept „CarSharing mit E-Fahrzeugen“ interessant sein. Im Moment liefen Gespräche für ein CarSharing-Konzept mit Unternehmen aus der Chiemsee-Region, darunter ein Hotel. Interesse bekundet hätten auch Betreiber von Gesundheitseinrichtungen und Planer größerer Wohnprojekte aus der Immobilienbranche. Konkret umgesetzt sei ein Projekt in Dachau mit einer Genossenschaftsbank. „Das Thema Nachhaltigkeit stärkt heute die eigene Marke“, sind Trenkler und Weiß überzeugt.

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Fuhrparkmanager und die Sache mit den Daten

„CarSharing hat gegenüber klassischen Dienstwagen-Lösungen mehrere Vorteile: Es sorgt für eine effizientere Auslastung im eigenen Fuhrpark, hilft Fahrzeuge und Kosten einzusparen und verbessert die Kostentransparenz“, wirbt auch der bcs für das Mehr-Nutzer-Modell.

Damit sich die Anschaffung von E-Autos für diesen Zweck lohnt, machen manche Unternehmen ihr Angebot öffentlich zugänglich, vergeben die Autos auch an Privatnutzer.

Es gibt dabei aber noch einige Hürden, weiß Günter Dichtl, der das Mietwagengeschäft der Rent OS GmbH leitet, ein Tochterunternehmen des Mühldorfer Autohauses Obermaier: „Die Förderung der Hersteller für E-Fahrzeuge ist derzeit noch gering und teils sind gewerbliche Vermieter von der Umweltprämie ausgenommen.“

Er sehe aber, dass Firmen sich viele Gedanken über solche Optionen machten. Und dann sei da noch das Problem mit der Carsharing-App, die anzeigt, wann ein Auto wieder verfügbar ist und zum Beispiel das Thema Buchhaltung regelt. „Für den Firmenbedarf ist dieses Modul noch nicht ausgereift genug. Ein Fuhrparkmanager braucht Zugriff auf zahlreiche Daten, die aber unter den Datenschutz fallen. Das geben die meisten Apps noch nicht her.“ Die Nachfrage nach E-Fahrzeugen an sich sei „exorbitant gewachsen“. Allein bei VW-Neuwagen mache ihr Anteil 50 Prozent aus.

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Innovative stellen eher um

Bei den Interessenten für E-Fahrzeuge, so Willi Bonke, Geschäftsführer von Auto Eder aus Kolbermoor, komme es derzeit „noch stark auf die Branche an“. Unternehmen, die selbst sehr innovativ seien, oder auch Start-ups, würden sich eher für das Thema alternative Antriebe interessieren, etwa, weil dieser Gedanke zur Firmenphilosophie gehöre: „Viele andere warten aber noch ab, etwa, weil die Lade-Infrastruktur aus Sicht der Nutzer noch besser werden muss und die Ladezeiten sich verkürzen sollten.“ Alternativ erkundigten sich Firmen nach Plug-In-Modellen, die mit Kraftstoff, aber auch mit Strom fahren könnten, hier wachse die Nachfrage stetig. Bonke verweist auf steuerliche Vorteile, die je nach Bruttolistenpreis des Fahrzeugs, rein elektrische Reichweite und CO2-Ausstoß geltend gemacht werden können.

Ein Beispiel: Bora aus Raubling

Eine der wenigen Firmen in der Region, die eine Flotte auf „E“ umrüsten, ist Bora aus Raubling. Insgesamt 20 E-Autos der Marke Ford hat das Unternehmen geordert, die alle noch dieses Jahr an Mitarbeiter übergeben werden – mit dem Hintergedanken, künftig noch mehr Angestellten ein solches Angebot zu machen und womöglich einen Fahrzeugpool einzurichten: „Wir wollen in dieser Hinsicht ein ambitionierter Vorreiter sein“, sagt Geschäftsführer Willi Bruckbauer. Er habe sich relativ schnell entschieden, als nach einiger Prüfung klar war, dass sich das Preis-Leistungs-Verhältnis bei der E-Mobilität inzwischen rechnet. Bei Ford sei man fündig geworden, und auf ein Modell gestoßen, das real 450 Kilometer weit kommt. Aber Bora geht es nicht allein um die Frage von Kosten und Nutzen: „Es ist ein Mix aus unserer Firmenphilosophie, Zeitgeist und Umweltgedanken, der uns zu diesem Schritt bewogen hat.“ In Niederndorf und am Firmensitz in Raubling gibt es Ladesäulen, die demnächst auch eine eigene PV-Anlage erhalten, um wirklich umweltfreundlich zu laden. Für die Angestellten, die bislang über den eigenen Stromzähler hätten abrechnen müssen, hat man einen Partner gefunden, der Heimladelösungen samt kompletter Abrechnung mit der Firma bietet, sodass dem Fahrvergnügen nichts im Wege steht. Zudem stellte Bora schon vor acht Jahren freie Ladesäulen für Mitarbeiter in Raubling bereit.

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