BARRIEREFREIHEIT IM FOKUS

Durchwachsene Bilanz des VdK Übersee

Für seine 65-jährige Zugehörigkeit zum VdK wurde Heinz Faulhaber (links) von Vorstand Leo Segin und seiner Stellvertreterin Uschi Geiger mit der goldenen Ehrennadel geehrt.  vom Dorp
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Für seine 65-jährige Zugehörigkeit zum VdK wurde Heinz Faulhaber (links) von Vorstand Leo Segin und seiner Stellvertreterin Uschi Geiger mit der goldenen Ehrennadel geehrt. vom Dorp

Zwei Themen standen im Mittelpunkt der Frühjahrsversammlung des VdK-Ortsverbands Übersee im Gasthaus „Hinterwirt“. Zum einen sorgten magere Ergebnisse bei der alljährlichen Herbstsammlung der Aktion „Helft Wunden heilen“ von nur drei Sammlern für Diskussionsstoff. Zum an-deren stand die Barrierefreiheit durch ein Referat und eine Stellungnahme des Bürgermeisters im Fokus.

Übersee – Immer war der Ortsverein stolz gewesen auf seine traditionellen Spitzenergebnisse unter allen Gemeinden im Landkreis von weit über 5000 Euro. „Doch jetzt will niemand mehr sammeln gehen“, so das enttäuschende Fazit von Vorstand Leo Segin angesichts des jüngsten Sammelergebnisses von nur rund 2300 Euro von drei Sammlern. Da davon noch die Hälfte an den Kreisverband abgeführt werden muss, wird der finanzielle Spielraum für Hilfeleistungen vor Ort immer enger. Segin rief deshalb die Mitglieder dazu auf, sich bei der nächsten Sammlung zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus konnte der Vorstand auf ein gutes Jahr zurückblicken. Trotz mehrerer Todesfälle sei die Mitgliederzahl durch Neueintritte auf 338 Personen angewachsen. Die Ausflüge von einem halben und einem ganzen Tag sowie der Jahresausflug von mehreren Tagen haben nach seinen Worten wieder viel Anklang gefunden. Und man habe im Ort auch wieder einige spontane Hilfen leisten können.

Auch für dieses Jahr sind laut Segin die Planungen schon wieder voll im Gange. So soll das Grillfest am See am 25. Juni heuer ein „VdK-Inklusionsfest“ für alle behinderten Überseer werden. Auch die Tradition der Busfahrten werde fortgesetzt. Die Halbtagesfahrt am 31. Mai geht nach Maria Kirchenthal im Salzburger Land, die Tagesfahrt am 23. Juli zur Marillenernte in die Wachau und der Jahresausflug vom 12. bis 15. September in die Pfalz.

Der Kassenbericht von Bernward Ebner wies ein kleines Polster aus. Durch das magere Sammelergebnis habe es nur einen geringen Zuwachs gegeben. Laut Ebner seien im Landkreis 75 000 Euro gesammelt worden, die zur Hälfte in den Ortsvereinen bleiben.

Nicht unzufrieden über die Entwicklung des VdK im Landkreis zeigte sich der Kreisvorsitzende Walter Hindlinger. Im vergangenen Jahr hatten sich die Mitglie-derzahlen um 500 auf rund 11 900 erhöht. In Bayern zählt der VdK 630 000 Mitglieder und in ganz Deutschland 1,75 Millionen.

In seinem Referat „Weg mit den Barrieren“ erinnerte Hindlinger an die Worte von Ministerpräsident Horst Seehofer, dass bis zum Jahr 2023 in öffentlichen Räumen und im Verkehrsbereich Barrie-refreiheit erreicht werden soll. Da dies für jeden zehnten Mitbürger unentbehrlich, für jeden dritten notwendig und für alle komfortabel sei, wolle sich der VdK mit verschiedenen Aktionen künftig nachdrücklich dafür einsetzen, dass die Seehofer-Vorgaben auch umgesetzt werden.

Wie Vorstand Segin erläuterte, habe man in Übersee schon viel erreicht. Zusammen mit der Behindertenbeauftragten Josefine Steinbichl habe er als Seniorenbeauftragter etliche Fußgängerüberquerungen geprüft und Verbesserungen erreicht.

Auch Bürgermeister Marc Nitschke berichtete von seinen aktuellen Bemühungen, die Bushaltestellen im Ort barrierefrei umzugestalten. Mit Unterstützung vom Landtagsabgeordneten Klaus Steiner kämpfe er zudem auch schon seit Langem für eine Barrierefreiheit im Bahnhofsbereich.

Für ihre langjährigen Mitgliedschaften wurden in Anwesenheit geehrt Franz Strauch und Johann Wilhelm (beide zehn Jahre), Karl Hein (25 Jahre) und Albert Haunerdinger (40 Jahre). Die goldene Ehrennadel erhielt der 90-jährige Heinz Faulhaber für seine 65-jährige Zugehörigkeit zum VdK. Vorstand Segin nannte ihn das „Urgestein der Urgesteine“ im Ortsverband. vd

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