MILLIONENINVESTITION

„Drei Neue auf einen Streich!“ - Überseer Feuerwehr rüstet Fuhrpark auf

Binnen vier Wochen rollten zwei neue Löschfahrzeuge und ein Rüstwagen auf den Hof der Feuerwehr Übersee. Sowohl die Gemeinde als auch die Feuerwehr sind mit der gesamten Abwicklung sehr zufrieden und setzten somit einen elf Jahre alten Gemeinderatsbeschluss um.
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Binnen vier Wochen rollten zwei neue Löschfahrzeuge und ein Rüstwagen auf den Hof der Feuerwehr Übersee. Sowohl die Gemeinde als auch die Feuerwehr sind mit der gesamten Abwicklung sehr zufrieden und setzten somit einen elf Jahre alten Gemeinderatsbeschluss um.

Bestens gerüstet ist die Überseer Feuerwehr für künftige Einsätze. Gleich drei neue Fahrzeuge haben die Aktiven bekommen. Warum der Gemeinde eine Millioneninvestition wert wahr.

Übersee – Bereits vor elf Jahren haben die Gemeinde Übersee und die Feuerwehr zusammen den Plan gefasst, den Fuhrpark zu erneuern. „Mich freut es unheimlich, dass wir nun über einen topausgestatteten Fuhrpark verfügen“, so der Kommandant Rupert Kink im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Innerhalb von vier Wochen konnten gleich drei neue Fahrzeuge übernommen werden.

„Mit dem neuen Feuerwehrhaus, welches wir seitens der Gemeinde vor elf Jahren erhalten haben war der gleichzeitige Austausch des damals ebenfalls überalterten Fuhrparks finanziell einfach nicht möglich“, erklärt Kommandant Rupert Kink und fügt hinzu, „dass der damalige Gemeinderatsbeschluss nun umgesetzt worden sei.“

Zuschüsse senken Kosten für Gemeinde

Zwei damals kostengünstig und gebraucht gekaufte aber nahezu baugleiche Fahrzeuge bildeten zusammen mit einem Rüstwagen aus dem Jahre 1990 in den letzten Jahren das technische Rückgrat der Aktiven.

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Von den Gesamtkosten in Höhe 1 050 000 Euro, blieben dank der Zuschüsse des Freistaates Bayern sowie des Landkreises Traunstein für die Gemeinde am Ende ein Investitionsvolumen von rund 670 000 Euro übrig. Nach einer europaweiten Ausschreibung hatte die Firma Rosenbauer in Linz den Zuschlag für die Fahrzeuge erhalten. Alle drei Feuerwehrfahrzeuge wurden auf einem MAN Fahrgestell aufgebaut. Die Ausrüstung für die beiden Löschfahrzeuge stammt von der Firma BAS Brandschutz, die für den Rüstwagen von der Firma Ziegler.

Neue Fahrzeuge einsatzbereit

Am 2. Februar rollte das erste Löschgruppenfahrzeug auf den Hof der Feuerwehr Übersee. Kurze Zeit später folgten das zweite Löschgruppenfahrzeug und der Rüstwagen, der als Sonderfahrzeug eine umfangreiche technische Ausrüstung an Bord hat „Unsere Aktiven haben bei den Einweisungen perfekt mitgezogen, sodass wir alle Fahrzeuge bereits einsatzbereit melden konnten“ zeigt sich Rupert Kink zufrieden.

2600 Liter fassender Wassertank

Technisch ist die Feuerwehr Übersee nun auf den neusten Stand. Eines der beiden Löschgruppenfahrzeuge verfügt neben der Ausrüstung zur Brandbekämpfung eine umfangreiche Beladung zur technischen Hilfeleistung und ist mit einem 2600 Liter fassenden Wassertank ausgestattet. Die sechs Atemschutzgeräte sowie 125 Liter Schaummittel sind zur Brandbekämpfung vorgesehen.

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In der feuerwehrtechnischen Beladung für die Brandbekämpfung ist das zweite Löschgruppenfahrzeug nahezu baugleich wie sein „großer Bruder“ ausgestattet. Lediglich der Wassertank fasst mit 2000 Litern Inhalt etwas weniger Inhalt. Als einen Schwerpunkt soll das Fahrzeug zukünftig bei sogenannten „ABC Lagen“ eingesetzt werden. Deshalb ist es unter anderem vier schweren Chemikalienschutzanzügen, einer Dekontaminationsausrüstung sowie einem Be- und Entlüftungsgerät speziell für Gefahrguteinsätze ausgestattet.

Von der Seilwinde bis zu den LED-Strahlern

Eine Seilwinde mit 5 Tonnen Zugkraft findet sich im Rüstwagen, ebenso ein festverbauter Stromgenerator, Plasma- und Autogenschneidgeräte, zwei Mehrzweckzüge, Baustützen und eine Handkreissäge. Für ausreichend Beleuchtung bei Dunkelheit sorgt wie bei beiden Löschfahrzeugen ein Lichtmast mit sechs leistungsstarken LED-Strahlern.

„So eine große Beschaffung kommt bei Gemeinden in unserer Größe eigentlich nicht vor, deshalb tut es mir wirklich leid, dass wir derzeit keine Möglichkeit haben, den Überseern die neue Technik zu präsentieren“, sagt Kink.

Europaweite Ausschreibung

Den kirchlichen Segen erhielten die „drei Neuen“ von Dekan Georg Lindl und Pfarrer Rudolf Scheller bereits im kleinen Rahmen. Die Zweite Bürgermeisterin Margarete Winnichner wünschte der Feuerwehr „stets eine unfallfreie Fahrt und wenig Einsätze“. Sie zeigte sich mit der gesamten Planung bis zur Realisierung sehr zufrieden und lobte Kink für die europaweite Ausschreibung. Dies habe der Gemeindekasse viel Geld gespart. Neben den „drei Neuen“ können die Aktiven der Feuerwehr auf ein Mehrzweckfahrzeug, einen Mannschaftstransportwagen, einen Versorgungs- LKW, einen Buggy sowie sechs Anhänger und ein Feuerwehrboot zurückgreifen.

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