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FÜHRUNGSWECHSEL AM LKZ PRIEN

Dr. Petra Seebauer will Lösungen für komplexe logistische Anforderungen entwickeln

Dr. Petra Seebauer ist die neue Geschäftsführerin des Logistik-Kompetenz-Zentrums (LKZ) Prien. Vorgänger Karl Fischer wird sie in einer Übergangsphase bis Mitte 2022 einarbeiten.
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Dr. Petra Seebauer ist die neue Geschäftsführerin des Logistik-Kompetenz-Zentrums (LKZ) Prien. Vorgänger Karl Fischer wird sie in einer Übergangsphase bis Mitte 2022 einarbeiten.

Prien – Am Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ) Prien neigt sich eine Ära dem Ende entgegen. Karl Fischer, seit dem Jahr 2000 Geschäftsführer, wird Mitte 2022 in den Ruhestand gehen. Seit 1. Juli bildet er eine Doppelspitze mit seiner Nachfolgerin Dr. Petra Seebauer. Wir haben mit beiden gesprochen.

Frau Dr. Seebauer, Sie haben am 1. Juli Ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin der LKZ Prien GmbH begonnen. Was ist der Reiz dieser neuen Herausforderung für Sie?

Dr. Seebauer: „Der Reiz für mich sind die interessanten, wegweisenden und nachhaltigen Themen und Projekte, die ich gemeinsam mit dem hoch motivierten und qualifizierten Team der LKZ Prien GmbH weiter vorantreiben möchte. Natürlich zählt auch das Arbeiten am Standort Prien.“

Herr Fischer, Sie scheiden am 30. Juni 2022 in den Ruhestand aus. Wie soll die Doppelspitze mit Frau Dr. Seebauer bis dahin aussehen? Wie sind die Aufgaben und Rollen verteilt?

Karl Fischer: „Petra Seebauer wird sich am Anfang dank ihrer Logistik- und Veranstaltungsexpertise verstärkt den neu hinzukommenden Projektthemen und dem im kommenden Mai 2022 stattfindenden Symposium Logistik Innovativ widmen.

Ich werde neben der Akquisition von neuen Projekten die laufenden Projekte noch abschließen und Petra Seebauer in die längerfristigen Projekte einführen.“

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Frau Dr. Seebauer, welche Themengebiete und Projekte werden Sie zu Beginn Ihrer Tätigkeit besonders fokussieren?

Dr. Seebauer: „Das Hauptaugenmerk richten wir darauf, das LKZ als Aushängeschild der Region weiter auszubauen und mit unserem hohen Innovationsstandard und exzellenten Know-how am Puls der Zeit zu sein. Wir werden weiterhin regionale und internationale Projekte betreuen. Auch werden wir auf eine hohe Auslastung der Immobilie an unserem Standort in Prien achten und den Netzwerksgedanken unter den Unternehmen im Haus und den virtuellen Partnern weiter fördern.“

Herr Fischer, Ihr Herzensanliegen war und ist die Verlagerung von Güterverkehr von der Straße auf die Schiene. Für Ihre internationalen Projekte haben Sie einige Preise eingeheimst, trotzdem wird der alpenquerende Güterverkehr auf der Straße immer mehr. Ist das nicht frustrierend?

Fischer: „Richtig, das ist ein sehr dickes Brett, das wir da seit Jahrzehnten bohren. Aber es gibt immer mehr Erfolgsmeldungen zu diesem Thema: 2021 ist nicht nur das europäische Jahr der Schiene, sondern im Bundeshaushalt wurde erstmals mehr Geld in die Schiene als in die Straße investiert. Wir haben in Deutschland noch über 38 000 Kilometer Schiene, die wir besser in unsere logistischen Prozesse und in unsere private Mobilität einbinden müssen, um sofort zwischen 80 und 100 Prozent CO2 zu reduzieren.“

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Frau Dr. Seebauer, wo sehen Sie realistische Chancen, diese Verkehrsverlagerung in den nächsten Jahren spürbar voranzubringen?

Dr. Seebauer: „Es wird entscheidend sein, dass es gelingt, für ein starkes Zusammenwirken aller am Intermodaltransport beteiligten Akteure zu sorgen. Die dazu notwendige, neutrale Plattform mit entsprechendem Know-how liefert das LKZ.“

Herr Fischer, bei der Fachmesse transport logistic haben Sie kürzlich Alarm geschlagen, weil es in puncto Klimaschutz im Güterverkehr „5 nach 12“ sei. Glauben Sie, dass die Botschaft angekommen ist?

Fischer: „Ich denke schon. Ich wiederhole das hier gerne nochmals. Wir müssen jetzt aktiv werden, denn ansonsten werden wir von den wirtschaftlichen und umweltpolitischen Folgen überholt. Schiene ist sofort zu tun – unter Anstrengung und Mitwirkung aller an der Lieferkette beteiligten Akteuren.“

Herr Fischer, in unserer Region wird heftig über den Bau der Zulauftrasse zum Brennerbasistunnel diskutiert. Welche Rolle kann und muss das LKZ Ihrer Meinung nach dabei in den nächsten Jahren spielen?

Fischer: „Das LKZ wird sich weiterhin nicht in die Diskussion einmischen, aber wie bisher zu den Grundlagen für eine sachliche Auseinandersetzung zu diesem schwierigen Thema beitragen. Zum Beispiel haben wir derzeit im bayerischen Inntal nur 22 Prozent des Güterverkehrs auf der Schiene. Das LKZ beschäftigt sich mit dem bahnfähigen Sattelanhänger, dem Waggon, dem Terminal – alles Themen, ohne die eine Verlagerung nicht möglich ist.“

Frau Dr. Seebauer, das LKZ hat sich in den vergangenen 20 Jahren auch immer wieder kreativ mit Problemlösungen in seiner Heimatregion eingebracht. Gibt es schon Ideen und neue Projekte?

Dr. Seebauer: „Das Ziel ist, dass im Landkreis und in Bayern nachhaltige Standorte entstehen – mit einer hohen Lebensqualität und einer starken, zukunftsfähigen Wirtschaft. Insbesondere gilt es die Kernkompetenzen Tourismus, Logistik und Gesundheitswirtschaft noch intensiver zu vernetzen und zu verbessern, wozu auch Rettungsdienst und Katastrophenschutz zählen.

Auf kommunaler Ebene sind gute Entwicklungen in der urbanen Logistik und Mobilität für eine umwelt- und klimaschonende Ausrichtung erforderlich.“

Herr Fischer, auf welches Ergebnis Ihrer Arbeit als LKZ-Geschäftsführer sind Sie besonders stolz und wo sehen Sie den größten Nachholbedarf?

Fischer: „Ich bin besonders stolz darauf, dass ich in meiner beruflichen Tätigkeit schon immer das Thema Umwelt in den Mittelpunkt gestellt habe.

Nachholbedarf in Deutschland sehe ich darin, dass Innovationen auf Grund vieler bürokratischer Hindernisse immer schwieriger werden.“

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Die promovierte Logistikerin Dr. Petra Seebauer war acht Jahre in der Logistikberatung tätig als Geschäftsführerin des Instituts für Logistik und Verkehrsmanagement GmbH (ILV). Zudem war sie Senior Consultant in der Beratungsgesellschaft für Logistik und Beschaffungsmarketing mbH (BLB) und promovierte an der Universität der Bundeswehr München zu kooperativer Distribution. Zuletzt war Seebauer als Geschäftsführerin der EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH und zugleich als Mitherausgeberin des Fachmagazins LOGISTIK HEUTE tätig.

Aufgabe der LKZ Prien GmbH ist es seit der Gründung Ende der 1990er Jahre, kompetente Unternehmen und Institute aus den Bereichen Logistik und Verkehr als Mieter im Gebäude zu gewinnen und eine Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft zu fördern.

Das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund begleitet die LKZ Prien GmbH seit ihrer Gründung als wissenschaftlicher Partner am Standort Prien mit einem speziellen Projektzentrum Verkehr, Mobilität und Umwelt.

Neben der LKZ Prien GmbH sind 15 weitere Unternehmen mit fast 70 Mitarbeitern und einem konsolidierten Umsatz von über 25 Millionen Euro im LKZ angesiedelt.

Weitere 13 Firmen aus Deutschland und Europa mit spezieller Logistik-Kompetenz sind Netzwerkpartner.

Gesellschafter der LKZ GmbH sind zu gleichen Teilen der Landkreis Rosenheim und der Markt Prien.

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