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„PRIVATISIERER“ DER WENDEZEIT WIRD 90 JAHRE

Dr. Herbert B. Schmidt blickt auf ein bewegtes Leben in der Politik und für die Marktwirtschaft zurück

Der Marktwirtschaftler und „Privatisierer“ in der Wendezeit, Dr. Herbert B. Schmidt, feiert in Marquartstein seinen 90. Geburtstag.
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Der Marktwirtschaftler und „Privatisierer“ in der Wendezeit, Dr. Herbert B. Schmidt, feiert in Marquartstein seinen 90. Geburtstag.
  • VonManfred Peter
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Der im ostpreußischen Nordenburg geborene Dr. Herbert B. Schmidt ging als „Privatisierer“ der Wendezeit in die Geschichte ein. Nun feiert er in seinem Alterswohnsitz in Marquartstein den 90. Geburtstag in einem bewegten Leben.

Marquartstein – Zu Ehren seines Wirkens erschien im Lau Verlag das Buch „Ein Leben für die Marktwirtschaft – Festschrift für Herbert B. Schmidt zum 90. Geburtstag“.

In einem Alter, in dem andere bereits an den Ruhestand denken, begann Schmidt sein hervorgehobenes Werk: die Privatisierung verschiedener Länder im zerfallenden Ostblock. Bei einem Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung sagte er, dass für ihn die Privatisierung der Wirtschaft von Estland in den Jahren 1992 bis 1996 ein einschneidendes Ereignis war. So trug Schmidt als Mann der Marktwirtschaft einen großen Teil zum Erfolg bei.

Bereits vor dem Mauerfall war Schmidt in Dresden tätig

Bevor er den Ruf nach Estland bekam, war er bereits kurz nach dem Mauerfall in Dresden tätig. Der Jubilar sagte, er sei noch zu DDR-Zeiten mit dem vollgepackten Auto allein nach Sachsen aufgebrochen. Im Juli 1990 wurde er zum Leiter des Ressorts Wirtschaft in Dresden berufen. Der Rang würde seiner Aussage nach heute dem eines Wirtschaftsministers entsprechen.

Im Jahr 1944 wurde sein Heimatort ausgebombt. Seine Eltern flüchteten mit ihm und seinen drei älteren Schwestern und fanden in Cham ihr neues Zuhause. Dort ging er auf das Gymnasium und machte das Abitur. Sein Studium führte ihn von Erlangen über München nach England, wo er seinen Doktor machte. Doch wurde seine fertige Dissertation in Deutschland bei seiner Rückkehr 1953 nicht anerkannt, weil sie in englischer Sprache verfasst war. Dies brachte ihm nach eigenen Worten ein Jahr Verzögerung ein. Danach war er zwei Jahre auf dem Europa Kolleg in Brügge, anschließend in den USA und in der Stahlindustrie in Düsseldorf aktiv.

Weitere Artikel und Nachrichten aus dem Chiemgau finden Sie hier.

Der Mittelpunkt in seinem Leben war jedoch seine Frau Ruth, mit der er rund 53 Jahre verheiratet war. Sie kam 1967 zur Erholung in Marquartstein und sah dort das Haus, das sie später als Alterwohnsitz kauften. In der Wendezeit war Ruth Schmidt-Niemack von 1989 bis 1994 Bürgermeisterin der Stadt Bonn und so bei all den Diskussionen um die Verlegung der Bundeshauptstadt dabei. 2004 erkrankte sie und zog sich nach Marquartstein zurück, wo sie ihr Mann bis zu ihrem Tod im Jahr 2011 pflegte.

Ludwig Erhard war seine politische Leitfigur

„1961 erwischte mich die Politik“, sagte Schmidt. Seine politische Hauptleitfigur war der damalige Bundeskanzler Ludwig Erhard. Und verwundert es nicht, dass Schmidt Ehrenmitglied der Ludwig Erhard-Stiftung ist. Unter Schmidts Mitwirkung wurde 1963 der Wirtschaftsrat der CDU gegründet; er war der Gründungsgeschäftsführer.

Sieben Jahre danach verließ er den Wirtschaftsrat und war in seiner Selbstständigkeit auf der ganzen Welt geschäftlich unterwegs.

Nach dem Fall der Mauer machte sich Schmidt als „Privatisierer“ auf den Weg. Er wirkte nicht nur in Dresden und Estland, sondern auch in Lettland und den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens.

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