Dominierende optische Wirkung "nicht glücklich"

Reit im Winkl - Mit deutlicher Mehrheit von neun zu vier Stimmen wurde im Herbst 2011 vom Reit im Winkler Gemeinderat ein Bauantrag eines der letzten Landwirte am Ort, des "Pötschbauern" (so der Hausname) abgelehnt (wir berichteten). Beantragt worden war damals von Alois Speicher junior ein wuchtiges Stallgebäude an exponierter Stelle neben dem bestehenden Hof.

Die Räte monierten zu jenem Zeitpunkt die dominierende optische Wirkung des geplanten Rinderstalls am Fuße des Walmbergs hoch über dem Ort. Für längere Diskussion sorgte damals insbesondere ein kuppelförmiger Aufbau auf dem Dach, was schließlich auch zur Ablehnung des Antrags führte.

In der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses tauchte der Antrag nun neuerlich auf, allerdings ohne jenen besagten Aufbau. Einstimmig votierten die sieben Räte des Ausschusses jetzt zugunsten des Antrags.

Der Stall soll mitsamt Milchkammer und Melkstand 43 Meter lang und 22 Meter breit werden, auf der südlichen Seite ist eine Höhe von neun Metern vorgesehen, was die maximal zulässige Wandhöhe von 6,50 Metern in dieser Ortsrandlage "massiv" überschreite. Auch für einen weiteren Passus in der Ortsgestaltungssatzung ("recheckiger, ruhiger Baukörper") müsse man bei diesen Maßen eine Ausnahmeregelung zulassen, wie aus dem Sitzungsverlauf zu entnehmen war. Für den Neubau seien nordseitige Abgrabungen notwendig, südseitig müsse dagegen das Gelände aufgeschüttet werden. Ob für diese Größe "auch hinsichtlich dem zusätzlichen Flächenverbrauch in Bezug auf den baulichen Bestand" eine landwirtschaftliche Privilegierung gelten könne, dies wollten die Räte nicht bewerten, dies liege in der Zuständigkeit des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, wie dies aus dem Begleitschreiben der Verwaltung vorgetragen wurde.

Nach wie vor empfanden die Räte die dominierende Wirkung des Stalls an der erhöhten Stelle als "nicht glücklich", allerdings trete mit der jetzigen Planung "eine deutliche Verbesserung ein". Bemerkt wurde ferner, dass "man froh sein könne, noch so leidenschaftliche Bauern am Ort zu haben, die die Landschaft pflegen". Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses stimmten schließlich geschlossen zugunsten des Bauvorhabens des jungen Pötschbauern Alois Speicher. ost

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