Erstmals seit 70 Jahren kein Wettbewerb

Doku-Film über Jubiläum in Unterwössen: D‘Achentaler-Trachtler verzichten auf Preisplatteln

Die junge Generation bereicherte mit ihrer Plattel-Darbietung das Beisammensein des Unterwössener Trachtenvereins in der Achentalhalle. Gemessen an den Einschränkungen war die Veranstaltung gut besucht.
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Die junge Generation bereicherte mit ihrer Plattel-Darbietung das Beisammensein des Unterwössener Trachtenvereins in der Achentalhalle. Gemessen an den Einschränkungen war die Veranstaltung gut besucht.

Das gab es seit mehr als 70 Jahren nicht: Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg fällt das Vereinspreisplatteln des Trachtenvereins D‘Achentaler Unterwössen aus.

Unterwössen – Die Mitglieder tragen den Schutzvorkehrungen in der Corona-Pandemie Rechnung. Der Vorsitzende Otto Dufter zeigte sich betroffen, als er sich mit dem Bruch der Vereinstradition konfrontiert sah.

Den ursprünglichen Termin des Preisplattelns nutzte der Trachtenverein zu einem geselligen Beisammensein in der Achentalhalle unter der Überschrift „Wessner Biache“.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein neuer Zusammenschnitt des Filmes von Stefan Erdmann über das Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen des Trachtenvereins 2016. Schon damals gestalteten der Trachtenverein und der Filmemacher den Jubiläumsabend mit einer Mixtur aus Filmausschnitten und lebhaftem Bühnengeschehen unter dem Titel „Wessner Biache“.

„Wir machen Kino, das darf man.“

Im gleichen Stil gelang Erdmann nun eine Dokumentation des Jubiläumsfestes, die die damalige Stimmung aufleben ließ. Das Publikum war begeistert, bei vereinzelten Filmszenen gab es Zwischenapplaus. Musik und einige Plattler der Aktiven rundeten die Veranstaltung ab. Der junge Lukas Auer spielte Ziach. Mit ihm wechselte sich die Unterstoana Musi ab, mit Felix Gropper und Felix Bodenstein, beide Ziach, sowie Moritz Entfellner mit der Gitarre.

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„Endlich wieder Beisammensein“, das war das Ziel des Abends. Und letztendlich entstand daraus folgende Idee: „Wir machen Kino, das darf man.“ Der Filmemacher Erdmann erinnerte sich gerne an das Jubiläum zurück. „So ein Gaufest war für uns alle wie ein Hausbau. Niemand weiß vorher, was passiert und wie viel Arbeit das ist.“

Für Erdmann war der Abend eine willkommene Herausforderung. Wie Dufter erläuterte, bringt die Corona-Pandemie den Kulturschaffenden der Region zwar Zeit für neue Ideen, jedoch fallen die Einkünfte aus. Das war an diesem Abend anders, denn die große Anerkennung für den Film von Erdmann bewies der gut gefüllte Spendenhut am Ende des Abends. lfl

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