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Veranstaltung des Informationskreis der Wirtschaft und der vbw

Diskussion in Traunstein: Wie sieht die Zukunft der Gesundheitsversorgung in der Region aus?

Diskutierten mit IdW-Vorsitzendem Stefan Neumann (stehend) über die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung als Standortfaktor: (von links) Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken SOB AG, BGL-Landrat Bernhard Kern, Ministerialrat Andreas Ellmaier und Geschäftsführer Ivor Parvov von der VBW.
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Diskutierten mit IdW-Vorsitzendem Stefan Neumann (stehend) über die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung als Standortfaktor: (von links) Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken SOB AG, BGL-Landrat Bernhard Kern, Ministerialrat Andreas Ellmaier und Geschäftsführer Ivor Parvov von der VBW.
  • Axel Effner
    VonAxel Effner
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Welche Faktoren bestimmen aktuell und in Zukunft die Gesundheitsversorgung in der Region Südostoberbayern? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Informationskreis der Wirtschaft (IdW) Traun/Alz bei einem gemeinsam mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) veranstalteten Diskussionsabend in Traunstein

Traunstein – Im Gespräch mit vier Experten erörterte IdW-Vorstandsvorsitzender Stefan Neumann die aktuellen Herausforderungen.

Auf die Erfahrungen und Lehren aus der Corona-Pandemie im Landkreis Berchtesgadener Land ging Landrat Bernhard Kern ein. Er teilt sich im Wechsel mit Landrat Siegfried Walch aus Traunstein den Vorsitz im Aufsichtsrat der Kliniken Südostbayern AG. Die mit Covid-19 verbundenen Einschränkungen hätten die Bedeutung der regionalen Gesundheitsversorgung in den Fokus gerückt, sagt der Landkreischef. Als ein Grundpfeiler habe das Versorgungsnetz der Hausärzte deutlich an Profil gewonnen.

Kern hob ebenso den landkreisübergreifenden Verbund der Kliniken SOB und die Fachärzteversorgung als wichtige Standortfaktoren hervor. Zukunftsweisend mit Blick auf die demographische Entwicklung sei die Einbeziehung des Berchtesgadener Lands in das Förderprojekt „Gesundheitsregion plus“ des Gesundheitsministeriums. Ihm gehe es um eine engere Vernetzung von Einrichtungen der Gesundheitsvorsorge mit der Pflege. Mit mehr als 10.000 Beschäftigten und einer Bruttowertschöpfung von 439,9 Millionen Euro (2017) mache die Gesundheits- und Pflegewirtschaft im Berchtesgadener Land 14,1 Prozent der Wirtschaftsleistung aus.

Gesundheits- und Pflegewirtschaft künftige Leitbranche

Als „künftige Leitbranche in Bayern“ bezeichnete Leitender Ministerialrat Andreas Ellmaier vom Gesundheitsministerium die Gesundheits- und Pflegewirtschaft in Bayern. Sie sei mit 60 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und 1,2 Millionen Beschäftigten (2019) ein wichtiger Wachstums- und Beschäftigungstreiber und beschäftige dreimal so viele Erwerbstätige wie im Gastgewerbe und fast fünfmal so viele wie im Fahrzeugbau. Künftige Handlungsfelder sah Ellmaier in der ganzheitlichen Prävention und Rehabilitation, in innovativen und sektorenübergreifenden Pflegekonzepten sowie Innovationen bei der Versorgung.

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Ähnlich sah auch Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken SOB, eine zentrale Herausforderung der Zukunft im dramatischen Fachkräftemangel. Durch rapide steigende Fallzahlen gegenüber einer sinkenden Zahl nicht-ärztlicher Beschäftigter nehme die Belastung in Krankenhäusern ständig zu. Gretscher machte deutlich, wie die sechs Kliniken durch Mitarbeiter-Akquise im Ausland samt Integrationsbemühungen, eigener Aus- und Weiterbildung und Zusatzangeboten diesem Trend begegnen.

Erschwerend komme ein „wahres Dickicht“ zum Teil widersprüchlicher gesetzlicher Vorgaben, darunter auch die Fallpauschalen oder die Mindestmengenregelungen bei bestimmten Operationen, dazu.

Lohnzusatzkosten aus Arbeitgebersicht

Ivor Parvanov, Geschäftsführer und Leiter des Bereichs Sozial- und Gesellschaftspolitik bei der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, thematisierte die Lohnzusatzkosten aus Arbeitgebersicht. Diese dürften angesichts steigender Gesundheitsausgaben aus volkswirtschaftlicher Sicht „nicht über das normale Maß hinaus“ steigen.

Für mehr Entlastung von Bürokratie durch Automatisierungssysteme sowie die Abrechnung von Behandlungsleistungen auch durch nicht-ärztliches Personal plädierte Sebastian Bähr in der Diskussion. Er praktiziert als Hausarzt im Haus der Gesundheit in Ruhpolding. Nur so ließe sich angesichts hoher Patientenzahlen auf Dauer ein geregelter Betrieb aufrechterhalten. Ellmaier entgegnete, hier sei vor allem der Druck junger oder weiblicher Ärzte auf die Standesorganisationen gefragt, deren betagte Vertreter oft mit Skepsis auf innovative Arbeitszeitmodelle und Digitalisierung reagieren würden.

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