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JUGENDHERBERGE

Diesmal sind es 1227 Unterschriften

Übergabe der Tasche mit den Unterschriften: (von links) Robert Lingauer, Wolfgang Holzer, Kersten Lahl, Gabriele  Degler, Geschäftsführer Andreas Hell, Wolfgang Schmied, Christoph Bach, Eva Munkler und Werner Waap.  Berger
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Übergabe der Tasche mit den Unterschriften: (von links) Robert Lingauer, Wolfgang Holzer, Kersten Lahl, Gabriele Degler, Geschäftsführer Andreas Hell, Wolfgang Schmied, Christoph Bach, Eva Munkler und Werner Waap. Berger

Im zweiten Anlauf haben nun die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die geplante Jugendherberge an der Osternacher Straße 1227 Unterschriften an die Gemeinde übergeben. Ihr erster Versuch war im Oktober wegen strittiger Formulierungen gescheitert.

Prien – „Wir lassen nicht locker!“ Das hatten die Bürger für Prien (BfP) und Anlieger angekündigt. Zwar haben sie diesmal 278 Unterschriften weniger zusammen bekommen – 1505 waren es im Herbst – doch die für einen Bürgerentscheid erforderliche Zahl von knapp 800 ist weit überschritten. „Die hatten wir schon an Weihnachten beisammen“, so Christoph Bach, Vorsitzender der BfP. „Ich rechne auch damit, dass mich noch weiter Listen erreichen“, betonte er bei der Übergabe vor dem Priener Rathaus.

An der Fragestellung, so erklärte er, habe man nichts verändert, lediglich die Begründung anders formuliert. Schließlich hatte der Marktgemeinderat das erste Bürgerbegehren auf Empfehlung der Juristen des Landratsamtes Rosenheim aus formellen Gründen, wegen möglicherweise irreführender Formulierungen in der schriftlichen Begründung auf den Listen, abgelehnt (wir berichteten).

Gegen diesen Ratsbeschluss läuft derzeit eine Klage. Doch solange, bis darüber entschieden ist, könne man „die Priener nicht hinhalten“, so Bach. Er habe Sorge, dass bis zu einem gerichtlichen Urteil die Gemeinde „vollendete Tatsachen schafft“. Daher sah sich die Initiative zu den Mühen einer wiederholten Sammelaktion veranlasst.

Wie berichtet, möchte das Deutsche Jugendherbergswerk ein 6500 Quadratmeter großes Grundstück kaufen, das bisher als Pferdeweide genutzt wird, für das im Flächennutzungsplan aber seit über zehn Jahren eine Bebauung mit touristischer Nutzung vorgesehen ist. 13,5 Millionen Euro sollen in den zweigeschossigen Gebäudekomplex mit 200 Betten investiert werden. Die alte Jugendherberge war vor Jahren wegen Brandschutzmängeln geschlossen worden, deren Behebung laut DJH in dem Altbau aus den 1960er-Jahren nicht mehr wirtschaftlich gewesen wäre.

Geschäftsleiter Andreas Hell nahm vor dem Rathaus die Tasche mit den Unterschriften entgegen und versicherte: „Wir werden sachlich prüfen und die Zulässigkeit feststellen.“ Solle diese gegeben sein, komme es zu einer Sperrfrist, in der an dem Projekt nichts weiter passieren darf.

Sind die Listen mit dem Verzeichnis der gemeldeten Bürger im Einwohnermeldeamt abgeglichen und die Formulierung geprüft, stimmt der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch, 28. Februar, über die Zulässigkeit des Bürgerentscheids ab. Dieser muss dann innerhalb von drei Monaten an einem Sonntag durchgeführt werden.

Derweil steht am heutigen Mittwoch ab 18 Uhr die Behandlung der Bedenken und Anregungen, die im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Vorentwurf für den Bebauungsplan für eine Jugendherberge an der Osternacher Straße eingegangen sind, auf der Tagesordnung des Marktgemeinderats.

Ihnen gehe es nicht um das Verhindern einer Jugendherberge, so die Unterstützer, daher rufen sie die Priener auch auf, nicht gegen etwas, sondern für den „Erhalt der freien Landschaft in Prien Stock West“ zu stimmen. Ziel sei es, jede Bebauung an einem Ort zu verhindern, der „bisher als Pferdeweide das Auge der Spaziergänger erfreut und prägend für das Landschaftsbild Priens nahe des Chiemsees ist“. Das derzeit brachliegende Grundstück der früheren Jugendherberge, so Bach, eigne sich „bei etwas gutem Willen durchaus für das Projekt“.

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