Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


VHRund 500 Kurse pro Jahr

VHS Prien unter neuer Leitung: „Die Vhs ist ein Ort der Begegnung“

Bei der Vhs Prien wechselt nach elf Jahren die Geschäftsführung: Elisabeth Girg (rechts) übergibt den Staffelstab an Christine Schumacher-Inverardi (links).
+
Bei der Vhs Prien wechselt nach elf Jahren die Geschäftsführung: Elisabeth Girg (rechts) übergibt den Staffelstab an Christine Schumacher-Inverardi (links).
  • Silvia Mischi
    VonSilvia Mischi
    schließen

Prien – Fast 6000 Teilnehmer in rund 500 Kursen bilden sich bei der VHS Prien pro Jahr fort, treiben zusammen Sport, lernen neue Sprachen oder erweitern ihr Wissen in puncto Technik und Kultur. Jetzt wechselt nach elf Jahren die Geschäftsführung. Elisabeth Girg übergibt den Staffelstab an Christine Schumacher-Inverardi.

Ab September sind Sie, Christine Schumacher-Inverardi, die neue Chefin der Vhs Prien. Was sind Ihre Ziele?

Christine Schumacher-Inverardi: Ein ganz großes Anliegen ist die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes der Vhs vor der Pandemie. Bestehende Kursangebot sollen gefestigt beziehungsweise wiederaufgebaut werden. Gleichzeitig möchten wir Teilnehmer, die in der Coronazeit weggebrochen sind, wieder gewinnen.

Was wollen Sie verändern?

Schumacher-Inverardi: Die Vhs ist gut aufgestellt. So möchte ich weniger verändern, sondern vielmehr Begonnenes weiterführen und intensivieren. In diesem Sinn möchte ich die Zusammenarbeit mit unseren Trägergemeinden festigen und unser Kursangebot weiter dezentralisieren. Dies geht vor allem im Gesundheitsbereich gut. Teilnehmer profitieren dabei von kurzen Wegen zu den Kursorten.

Welche Schwerpunkte möchten Sie setzen beziehungsweise was sind Ihre Steckenpferde?

Schumacher-Inverardi: Ich möchte sehr gerne neben unseren sehr wertvollen Stammkunden auch jüngere Teilnehmer für die Vhs gewinnen. Dabei sind innovative und junge Kursformate gefragt, die wir nach und nach entwickeln möchten. Zudem lege ich besonderen Wert auf den Fremdsprachenbereich, da ich selbst romanische Sprachen studiert habe.

Wie steht die Vhs Prien aktuell da?

Schumacher-Inverardi: Momentan sind wir durch die Pandemie geschwächt. Coronabedingt fanden 2020 nur etwa 60 Prozent der Kurse statt. Das gesamte Team war zeitweise in Kurzarbeit zudem mussten wir Staatshilfen beantragen. Nun hoffen wir alle auf einen einigermaßen regulären Semesterverlauf in Herbst und Winter.

Sie übernehmen eine Vhs, die …..

Schumacher-Inverardi: …. lebendig und vielseitig ist. Die Vhs ist eine Bildungseinrichtung, die lebensbegleitendes Lernen zu sozial verträglichen Preisen bietet und den Bildungsauftrag der Trägergemeinden umsetzt. Gleichzeitig denke ich, ist die Vhs ein wichtiger Ort für Begegnung und Austausch.

Nach der coronabedingten schwierigen Jahre – wie soll das Schiff nun unter den entsprechenden Hygieneregeln etc. wieder Fahrt aufnehmen?

Schumacher-Inverardi: Wir haben den Eindruck, dass sich Kursteilnehmer wieder auf den Präsenzunterricht freuen. Soziale Kontakte sind in diesem Zusammenhang wichtiger denn je. Natürlich achten wir sehr auf die Einhaltung von Hygieneregeln und haben in diesem Kontext die maximale Belegung der Kurse deutlich reduziert. Ein kleines digitales Angebot behalten wir auch im kommenden Semester.

Wird es auch weiterhin Online-Kurse oder die Möglichkeit zum Dazuschalten geben?

Schumacher-Inverardi: Während der ersten Corona-Welle hat die Vhs rund 40 Kurse über die Vhs-Cloud angeboten. Im weiteren Verlauf der Pandemie hat das Kundeninteresse gegenüber digitalen Angeboten abgenommen. Dennoch haben sich einige Kurse im Online-Bereich etabliert. Diese werden wir weiterführen.

*

Seit 27 Jahren ist die scheidende Leiterin Elisabeth Girg bei der Vhs Prien. Zunächst war sie in der Verwaltung tätig. Seit 2010 hatte Girg die Geschäftsführung inne.

Warum hören Sie auf?

Elisabeth Girg : Das ist eine Frage des Alters. Ich gehe am 1. September in Rente.

Was sind Meilensteine in dieser Zeit?

Girg: Ein wichtiger Schritt war die Einführung von Integrationskursen. 2018 haben wir den Balance- und Trainingsraum in der Geiglsteinstraße gemietet und ansprechend umgestaltet, um mehr Raum für Gesundheitskurse zu gewinnen. 2019 konnten wir die zweite Etage unserer Geschäftsstelle von der Gemeinde kaufen. Damit hat die Vhs nun einen sicheren Standort in Prien. Ein großes Projekt war auch die Satzungsänderung. Unser Verein arbeitet neuerdings mit einem hauptamtlichen Vorstand und dem Verwaltungsrat als kontrollierende Instanz.

Die letzten Jahre hatten Sie mit der Unwägbarkeit „Corona-Pandemie“ zu kämpfen. Wie ist Ihnen das gelungen?

Girg: Die Pandemie sehe ich als eine große Zäsur. Aufgrund unserer soliden wirtschaftlichen Lage und dank staatlicher Hilfe konnten wir die Krise bis jetzt meistern. Eine sehr positive Erfahrung in jener Zeit war die große Wertschätzung, die wir von Teilnehmern und Dozenten durch Spenden erfahren haben. Das hat mich und mein Team sehr berührt.

Die Vhs musste in dieser Zeit auch eine Online-Offensive fahren. Wie ist das gelungen?

Girg: Innerhalb kürzester Zeit haben wir Online-Kurse über die Vhs-Cloud angeboten. Dafür mussten Dozenten wie auch Teilnehmer in das digitale Medium eingeführt werden, gleichzeitig war auch für uns alles neu. Das hat vor allem viel Geduld und noch mehr Zeit gebraucht. Letztlich haben wir uns aber über jeden Kurs, der online stattfand, sehr gefreut.

Hat sich die Vhs Prien dadurch verändert?

Girg: Erstmal ist es im Haus sehr ruhig geworden. Ich empfand ich es als sehr einschneidend, dass plötzlich keine Teilnehmer und Dozentengespräche mehr in Kursäumen und auf Fluren stattfanden. Während des Lockdowns haben wir aber auch die Erfahrung gemacht, dass für einen Teil unserer Kunden digitale Treffen mit Gleichgesinnten wichtig und gut waren. Die Pandemie hat uns unsere Planungssicherheit genommen und wir haben gelernt unser Kursangebot – wenn irgendwie möglich - kurzfristig umzustellen.

Wie haben die Teilnehmer darauf reagiert?

Girg: Wenn Kunden Online-Angebote wünschten, haben wir alles daran gesetzt, dies zu ermöglichen. Das war bei Teilnehmern die keine oder nur geringe digitale Erfahrung mitbrachten oftmals schwer. Umso schöner war es für mich, zu sehen, dass es letztlich funktioniert hat. Zahlreiche Kursteilnehmer und Dozenten haben von Online-Angeboten im Gesundheits- und Sprachenbereich profitiert.

Sie übergeben eine Vhs, die …..

Girg: …. von einem guten Team getragen wird. Somit gehe ich beruhigt in den Ruhestand und werde der Vhs in Zukunft als Kursteilnehmerin verbunden bleiben.

Die VHS in Zahlen

Das Vhs-Team setzt sich derzeit aus vier festangestellten Mitarbeiterinnen zusammen. Rund 110 Dozenten bieten aktuell Kurse und Vorträge an. Sie stellen die Vhs nach außen dar. Die Verantwortlichen legen deshalb bei den Dozenten sehr viel Wert auf entsprechende Qualifikation. Die Vhs lebt von guten Kursleitern. Vor allem im Bereich Italienisch und Englisch sucht die Geschäftsführung momentan neue Kursleiter. Teilnehmer hatte die Institution 2019 rund 5900. Bei dem Rückgang der Teilnehmer auf rund 3550 im Jahr 2020 macht sich die Pandemie deutlich bemerkbar. Wichtige für die Vhs als Verein sind laut der Verwaltung die treuen Mitglieder. Neue Unterstützer sind ebenfalls gesucht.

Mehr zum Thema

Kommentare