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Der Bischof mit dem verbundenem Auge

Nacht- und Nebelaktion: Unterwössener Künstlerin prangert in Traunstein den Missbrauchsskandal an

Die nachts aufgestellte kleine Figur vor der Büste von Papst Benedikt an der Traunsteiner Stadtkirche.
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Die nachts aufgestellte kleine Figur vor der Büste von Papst Benedikt an der Traunsteiner Stadtkirche.
  • VonChristiane Giesen
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In einer Nacht- und Nebelaktion von Donnerstag auf Freitag (21. Januar) stellte die Unterwössener Künstlerin Moni Stein gegenüber der Büste des emeritierten Papstes Benedikt mitten in Traunstein die Figur eines Bischofs mit dem rechten verbundenen Auge auf.

Traunstein – Die kleine, 35 Zentimeter hohe Figur auf einer hölzernen Stele zeigt den Geistlichen mit einem Buch in der Hand. Der Buchrücken könnte ein Stab sein oder auch als erigierter Penis gesehen werden, sagt die Künstlerin im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die überzeugte Christin aus Unterwössen, Jahrgang 1956, die bis heute Mitglied der katholischen Kirche ist, wollte damit den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche öffentlich anprangern. Auf der Holzstele sind die Buchstaben „DDT“ geschrieben. Das ist die Abkürzung für Dogma, Duldung, Trieb, was heißen soll, dass die Geistlichen im Spannungsfeld zwischen diesen drei Begriffen stehen. Das hochgiftige DDT entstehe in übertragenem Sinn aus dem permanenten Wegschauen, so Stein.

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Eine Aktion, die Moni Steine vor zehn Monaten bereits ähnlich in Köln durchführte: Die gleiche Originalgipsskulptur stellte die Künstlerin am 26. März 2021 vor dem Erzbischöflichen Palais auf - damals als Reaktion auf die Vertuschungsversuche von Bischof Wölki beim Missbrauchsskandal. In Köln war die Figur bereits nach einer Stunde von Unbekannt entfernt worden und nie mehr aufgetaucht.

Auch in Traunstein war der Kleine Bischof in den frühen Morgenstunden bereits verschwunden. Aber nicht, wie vermutet, von Mitarbeitern der Stadt Traunstein, wie Pressesprecherin Agnes Giesbrecht auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte, sondern anscheinend von privat. Die Kunstaktion von Moni Stein war keineswegs anonym, sondern ihre Visitenkarte hängte an der Stele. Auf nicht-anonyme Reaktionen ist die Künstlerin gespannt.

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