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Bürgerversammlung in Bernau

„Die Rosi hat sich gut eingelebt“ – In welche Maßnahmen und Projekte Bernau investiert

Das öffentliche Personennahverkehr-Angebot „ROSI“ wird auch in Bernau gut angenommen.
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Das öffentliche Personennahverkehr-Angebot „ROSI“ wird auch in Bernau gut angenommen.
  • Oliver Lang
    VonOliver Lang
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Die Gesellschaft, die in einem Saal des Hotels Farbinger Hof zur Bernauer Bürgerversammlung zusammenkommt, kennt sich offensichtlich größtenteils. Hände werden geschüttelt und Schultern geklopft. Unter den rund 50 Besuchern befinden sich viele junge Leute sowie große Teile des Gemeinderats und der Verwaltung. Dann geht es ans „Eingemachte“.

Bernau – Bevor es an die Fakten geht, an die Projekte Bernaus, den Vermögenshaushalt und die Geschehnisse des vergangenen Jahres, die die Gemeinde bewegt haben, eröffnet Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) die Bürgerversammlung wie jedes Jahr mit einem stillen Gedenken an die Toten. Bis zum 26. September sind 71 Bürger Bernaus verstorben. Im Vorjahr 2021 waren es insgesamt 81.

Es folgt mit der Ehrung von vier Bernauer Bürgern, die sich für Bernau stark gemacht und zum Ansehen der Chiemseegemeinde beigetragen haben, ein erfreulicher Veranstaltungspunkt.

Die anschließend vorgetragene Statistik zu den Eheschließungen kommentiert die Bürgermeisterin mit einem Lächeln und: „Da darf’s noch ein bisschen mehr werden.“ Denn in diesem Punkt stehen 56 Eheschließungen in 2021 bisher nur 29 in 2022 entgegen.

Investitionen in Sicherheit und Service

Ernster wird es bei der Festsetzung der Haushaltssatzung 2022. Die Hebesätze der Grundsteuer A und B betragen künftig 350 Prozent beziehungsweise für die Grundsteuer 300 Prozent.

Die Maßnahmen des Vermögenshaushaltes belaufen sich auf insgesamt 4.288.500 Millionen Euro. Mit 40 Prozent, das sind umgerechnet 1,72 Millionen Euro, haben daran die Tiefbaumaßnahmen den größten Anteil. Darauf folgen die Kosten für den Hochbau mit 24 Prozent (1,044 Millionen Euro) und weitere Posten wie der Kauf von beweglichem Anlagevermögen in Höhe von 14 Prozent, also 590.000 Euro.

Es werde Licht – und zwar insektenfreundlich und sparsam

Zu den wichtigsten Investitionen 2022 gehört die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, die mit 360.000 Euro zu Buche schlägt, künftig aber erhebliche Kosten einsparen und weniger Wartungsaufwand nötig machen wird. Die Strahlung der neuen Lampenköpfe – sie kommen einfach auf die bestehenden Masten – lässt sich dabei individuell ausrichten, sodass sie künftig nicht, wie teils aktuell noch, in Wohnungen und Häuser strahlt.

In diesem Zusammenhang warb Biebl-Daiber auch für die Energieberatung in der Verbraucherzentrale in Bernaus Rathaus, deren Ersttermin für Bernauer Bürger kostenfrei ist.

„In Gstadt und Seebruck ist‘s auch schön“

Große Entlastung für die Bernauer Bürger erhofft man sich mit dem Parkleitsystem in Felden mitsamt Kreisel, der aktuell mit 180.000 Euro eingeplant ist sowie einem Haushaltsrest von 170.000 Euro. Besonders suchende Wohnmobile verursachen hier regelmäßig Behinderungen. Die Diagnose des Systems soll künftig auch in Apps eingespielt werden. Reisende können so frühzeitig auf Ausweichmöglichkeiten hingewiesen werden im Sinne von „Fahrt‘s ruhig nach Seebruck, da ist es auch schön“, wie Biebl-Daiber anmerkte.

Stromversorgung und Wasser im Blick

Die Planungskosten der Grundschule Bernau liegen bei 150.000 Euro. Angesichts der aktuell vorherrschenden Debatten um mögliche Blackouts ist sicher auch der Posten in Höhe von 95.000 Euro interessant, der für Notstromaggregate für die Feuerwehr und Wasserversorgung eingeplant ist.

Gleiches gilt für die Fassung der Quelle Reit, die einen erheblichen Anteil an Bernaus Trinkwasserversorgung hat und für 100.000 Euro neu aufgesetzt werden muss. Nur so entspricht sie aktuellen baulichen Anforderungen. Die neue Fassung könne, so Biebl-Daiber, möglicherweise eine höhere Schüttung ermöglichen. Eine vorübergehende Wasserlieferung während der Arbeiten, die nächstes Jahr beginnen, erfolgt im Notverbund mit Prien.

In den Gehweg Priener Straße werden 100.000 Euro investiert. Hier liegt noch ein erheblicher Haushaltsrest in Höhe von 500.000 Euro vor. Die Planung für einen barrierefreien Zugang zum Friedhof mit Treppe am Zugang Ost sieht eine Investition von 180.000 Euro vor.

„ROSI“ kann per App und Telefon gebucht werden

Für den Hochwasserschutz Hafenstein sind 100.000 Euro geplant, für die Sanierung der Brücke Rummelsberger, die nach Hochwasserschäden nicht mehr durch die Landwirte genutzt werden kann, 115.000 Euro.

Eltern junger Kinder dürfen sich auf einen Naturkindergarten freuen, der hinter Bernaus Mehrzweckhalle neu gebaut wird und für zwölf Kinder ausgelegt ist.

Zufrieden zeigt sich Irene Biebl-Daiber mit dem öffentlichen Personennahverkehr-Angebot „ROSI“. Fünf Fahrzeuge steuern seit Mai 2022 in elf Gemeinden aus dem Landkreis Rosenheim rund 626 Haltepunkte an. „Die Rosi hat sich gut eingelebt“, so Bernaus Bürgermeisterin. Aufpassen müsse man lediglich, dass man frühzeitig reserviere, denn „Wenn man nicht vorbucht, wird es knapp“.

Der Touristikbranche geht‘s wieder gut

Erfreuliches gibt es auch aus dem Touristik-Bereich zu vermelden. Im Vergleich zum touristisch eingeschränkten Vorjahr 2021 ist eine Steigerung von 38 Prozent zu vermelden, im Vergleich zum „Vor-Corona“-Vergleichsjahr 2019 sind es immerhin plus acht Prozent.

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