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Die rechte Hand das Priener Bürgermeisters

„Eine Verwaltung wird nie arbeitslos“: Das reizt den neuen Priener Geschäftsführer an seinem Amt

Schon länger im Rathaus tätig, aber nun in neuer Funktion: Priens Geschäftsführer Donat Steindlmüller.
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Schon länger im Rathaus tätig, aber nun in neuer Funktion: Priens Geschäftsführer Donat Steindlmüller.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Seit 1. Juli ist der Bernauer Donat Steindlmüller Geschäftsleiter der Marktgemeinde Prien. Teil der Gemeindeverwaltung ist der 43-Jährige schon länger. Sein beruflicher Weg hat ihn vom Rosenheimer ins Priener Rathaus geführt. Das hat mitunter auch pragmatische Gründe.

Prien – Über zu wenig Arbeit beklagen kann sich Donat Steindlmüller nicht. Im Gegenteil. In seinem Büro nahe dem Amtszimmer des Bürgermeisters Andreas Friedrich ploppen auf seinem Bildschirm immer wieder Termine auf, wie ein akustisches Signal verrät. Dazwischen läutet das Telefon, und auch die Stapel an rosafarbenen Aktendeckel rechts neben ihm geben keinen Hinweis darauf, dass Steindlmüller schnell langweilig werden könnte.

Doch es sei gerade diese Breite an Aufgaben, welche Donat Steindlmüller dazu veranlasst habe, das Ordnungsamt im Rosenheimer Rathaus zu verlassen und als Geschäftsführer nach Prien zu wechseln.

Wenngleich er gesteht: Den Luxus, schnell von Bernau mit dem Radl zur Arbeit fahren zu können, schätzt er ebenso. Sein Weg in die Verwaltung sei irgendwie familiär vorbelastet, schildert Steindlmüller seinen Werdegang. Schon der Vater sei Verwaltungsbeamter gewesen, aber auch die Schwester arbeite im öffentlichen Dienst. So zog es auch ihn nach Abschluss der Real- und der Fachoberschule und seinem Wehrdienst zum Staat als Arbeitgeber. Auch hier begann er am 1. Juli – im Jahr 1998 – bei der Stadt Rosenheim als Verwaltungsbeamter im mittleren Dienst und konnte nach einem Jahr in die Ausbildung zum gehobenen Dienst einsteigen. 2002 beendete er diese mit dem Diplom Verwaltungswirt.

Dankbarkeit – selbst beim Ordnungsamt

In Rosenheim begann Steindlmüller im Ordnungsamt. „Dort habe ich mich immer wohlgefühlt“, sagt der zweifache Vater. Auch wenn dieser Verwaltungsbereich ein gewisses Konfliktpotenzial berge: „Man kann den Leuten manchmal auch auf eine gewisse Art und Weise helfen.“ Sagt’s, um dies nur einige Minuten später am eigenen Leib zu erfahren, als es an seiner Bürotür klopft.

Eine Frau tritt herein und meldet, dass ein falsch geparkter Bootsanhänger in ihrer Straße inzwischen verschwunden sei. Hierfür hat Steindlmüller noch gesorgt, als er in Prien das Ordnungsamt leitete, bevor er Geschäftsführer wurde. Die Dankbarkeit kann man der Dame am Gesicht ablesen, und auch Steindlmüller lächelt ruhig und zufrieden. Auch wenn er glaubt: Es war nicht das letzte Mal, dass er von dem Anhänger gehört hat.

Öffentliche Hand statt Gespräche

Überhaupt: „Meine Überzeugung ist: Durch das Verhalten unserer Gesellschaft, wird eine Verwaltung nie arbeitslos werden“, sagt der Geschäftsführer. Die Menschen seien inzwischen immer mehr darauf bedacht, die öffentliche Hand zu bemühen, um ihre Ansprüche durchzusetzen, statt auch mal das Gespräch zu suchen.

Auch, weil die Hemmschwelle, an die Verwaltung heranzutreten, durch moderne Kommunikation inzwischen gesunken sei. Das merkten die Gemeindeverwaltungen genauso wie die Gerichte. Dabei schwingt bei dem 43-Jährigen weniger Kulturpessimismus denn Pragmatismus mit.

Den hat er schon im Rosenheimer Ordnungsamt gebraucht. Unter anderem der große Zustrom an Flüchtlingen 2015 verlangte ihm und seinen Kollegen einiges ab, um schnell eine Infrastruktur aufzubauen, damit die Menschen eine Unterkunft haben. Gleiches zum Beginn der Coronapandemie. Und dazu noch viermal so viele Bußgeldbescheide als üblich, welche es auszustellen und zu vollstrecken galt.

Idealvorstellung von einer Kommune

„Das steckt man nur weg, wenn zu Hause vieles gut und richtig läuft und die Familie einen gewissen Zusammenhalt hat“, sagt der verheiratete Vater eines achtjährigen Buben und einer elfjährigen Tochter. Aber auch ein funktionierendes Team in der Verwaltung sei wichtig. Etwas, das er sowohl im Rosenheimer als auch im Priener Rathaus finde.

Dabei hat Steindlmüller wohl etwas wie eine Idealvorstellung von einer Kommune. „Es ist schön, wenn viele Leute mithelfen, etwas auf die Beine zu stellen und dabei mit- statt gegeneinander zu arbeiten“, sagt der Jugendtrainer beim TSV Bernau und frühere aktive Feuerwehrkamerad. Dass er mit dieser Vision in Prien gut aufgehoben ist, scheint sich für ihn schon bewiesen zu haben: beim Fest zum 125. Jubiläum der Markterhebung.

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