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Priener Kliniken werben um Pflegekräfte

„Die Patienten geben uns viel zurück“: Wie der Pflegeberuf sinnerfüllend ist

Die Stoma-Pflege will gelernt sein: Marina Volovi, Pflegerin in einer Klinik der Gesundheitswelt Chiemgau, erklärt einem Patienten, wie er mit dem künstlichen Darmausgang umgehen muss (Symbolbild).
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Die Stoma-Pflege will gelernt sein: Marina Volovi, Pflegerin in einer Klinik der Gesundheitswelt Chiemgau, erklärt einem Patienten, wie er mit dem künstlichen Darmausgang umgehen muss (Symbolbild).
  • VonKarla Sichelschmidt
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Die Gesundheitsberufe bieten Sinn, Vielfalt und Perspektive – ungeachtet aller Zweifel und Kritik, die im Zusammenhang mit dem Stichwort „Pflegenotstand“ diskutiert werden. Diesen Eindruck unterstrichen die Leitungen der Priener Kliniken in Gesprächen mit den OVB-Heimatzeitungen.

Prien – Katja Hertel hofft, dass das Wehklagen weniger wird. Aus Sicht der 45-jährigen Pflegedienstleiterin der RoMed-Klinik sollte die Klage über wenig Geld und viel Stress nicht im Mittelpunkt stehen. Sie überdeckt, wie viel positives Feedback man mit einer Tätigkeit in den heilenden Berufen gewinnt. „Ich bekomme von unseren Patienten viel zurück,“ meint sie zufrieden und hebt besonders die gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Berufsgruppen hervor.

Sicherheit des Arbeitsplatzes wichtig

Die Sinnerfüllung durch Begleitung hilfebedürftiger Menschen ist ein entscheidendes Motiv für die Wahl eines Berufs im Gesundheitswesen. Auf die Flexibilität der Tätigkeit und berufliche Entwicklungsperspektiven weist der kaufmännische Leiter der Klinik, Marco Weidemeier (39), hin: „Die Hälfte unserer 400 Mitarbeitenden ist in Teilzeit tätig“, erläutert er. Mit „Wunschdienstplänen“ versucht die Klinik den Bedürfnissen der Beschäftigten soweit wie möglich entgegenzukommen.

Duales Studium in Pflegewissenschaft

Eine Tätigkeit in der Pflege ist durch eine Ausbildung möglich oder durch ein duales Studium in Pflegewissenschaft, was die Klinik in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule (TH) Rosenheim anbietet. Weidemeier hält die Arbeitsplatzsicherheit für einen weiteren wichtigen Faktor bei der Personalgewinnung, und er hofft, dass die Erweiterung des medizinischen Leistungsspektrums zusammen mit dem geplanten Neubau weitere Impulse bringen.

Die „Sinnhaftigkeit“ ist auch zentrales Thema für die Personalpolitik der Gesundheitswelt Chiemgau AG Bad Endorf, zu der die Priener Klinik St. Irmingard mit 250 Mitarbeitenden gehört. Dietolf Hämel (52), Vorstand des Konzerns, erläutert: „Der Sinn der Arbeit erschließt sich durch die Begleitung unserer Patienten beim Genesungsprozess. Sinnorientierung ist aber auch einer der Schwerpunkte unserer Führungsgrundsätze, die wir gemeinsam mit den Mitarbeitenden erarbeitet haben.“

Zwar würden auch gemeinsame Aktivitäten innerhalb des konzernweiten betrieblichen Gesundheitsmanagement-Programms wie Alpaka-Wanderungen und Töpferkurse gern angenommen, aber entscheidend sei die Unternehmenskultur. Und hier spielt nach Hämels Überzeugung eine zukunftsfähige Führungskultur eine entscheidende Rolle. „Wir wollen, dass unsere Mitarbeitenden gern zur Arbeit kommen, denn sie sind der entscheidende Faktor für unseren Erfolg“ skizziert er sein Ziel. „Daher konnten die Mitarbeitenden in der ersten Phase der Entwicklung der neuen Leitlinien ohne Beisein der Vorgesetzten ihre Vorstellungen einbringen.“

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Ausbildung zum Co-Therapeteuen

Für Dr. Sophie Giessner (32), Geschäftsführerin der Schön Klinik Roseneck, ist das Renommee ihrer Klinik ein entscheidender Gesichtspunkt bei der Personalgewinnung. „Im Bereich der Psychosomatik sind wir die TOP-Adresse,“ erläutert sie. Psychologen aus ganz Deutschland gehören daher zum Bewerberkreis. Attraktive Perspektiven bieten sich auch im pflegerischen Bereich.

Medizinische Fachangestellte, Pflegekräfte und Erzieher können sich bei den Schön Kliniken zu „Co-Therapeuten“ ausbilden lassen. „Diese Co-Therapeuten sind die ersten Ansprechpartner bei der Krisenintervention und ein wichtiges Bindeglied zwischen unseren Psychologen und den Patienten, da sie eine Rund-um-die Uhr-Betreuung gewährleisten.“ Die Psychosomatik bietet aus Giessners Sicht in der Pflege auch den Vorteil, dass es eher geregelte Arbeitszeiten gibt und die Tätigkeit körperlich weniger fordernd ist. „Voraussetzung ist allerdings eine sensible und empathische Grundhaltung und psychische Belastbarkeit,“ erläutert sie.

Guter Ruf für Priener Einrichtungen

Allen Kliniken ist gemeinsam, dass sie einen Anteil von 70 bis 80 Prozent weiblicher Beschäftigter haben. Sie unternehmen daher viel, um Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Der Chiemgau ist eine Gesundheitsregion mit hoher Klinikdichte. Die Priener Einrichtungen genießen dabei durchweg einen guten Ruf. Die meisten Beschäftigten im pflegerischen Bereich kommen aus der näheren Umgebung. Warum es lohnt, im Gesundheitsbereich zu arbeiten? „Die Zeit reicht nicht, um alle Argumente, die dafürsprechen, aufzuzählen,“ meint Marco Weidemeier zum Schluss des Gesprächs.

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