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Kunst zum Nachdenken über Zeit und Verlust

Die Ausstellung „Hommage“ in Bernau zeigt verschiedene Serien von Michaela Dreier

Die Künstlerin Michaela Dreier präsentiert ihr Werk, hier das Bild „Ease“ aus der Serie „Tapetenwechsel“.
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Die Künstlerin Michaela Dreier präsentiert ihr Werk, hier das Bild „Ease“ aus der Serie „Tapetenwechsel“.

Die Galerie Marah ART in Bernau präsentiert eine neue Ausstellung der Künstlerin Michaela Dreier mit vielfältigen Themen und Techniken. Zu besichtigen ist sie bis 2. Dezember. Die Künstlerin ist jeweils am Wochenende und auch bei einer Vorstellung ihrer DruckWerkStatt anwesend.

Bernau – Die Ausstellung „Hommage“ von Michaela Dreier in der Galerie Marah ART will eine zeitgemäße Erweiterung der ursprünglichen Bedeutung des Begriffes zeigen. Im Mittelalter war die Hommage die Huldigung des Vasallen gegenüber dem Lehnsherrn, später ein öffentlicher Ehrenerweis für berühmte, häufig bereits verstorbene Persönlichkeiten.

Das Thema Tod wurde in der Vergangenheit von der Künstlerin Michaela Dreier nie ausgegrenzt. In mehreren Installationen würdigte sie ihr verstorbenes Bienenvolk. Auch das Werk „Innenwelten“ lässt biografische Brüche erspüren. Beide wurden bereits in der Ausstellung 2021 gezeigt.

Die Künstlerin arbeitet ihre Trauer regelrecht in die Werke ein und bedient sich häufig der Drucktechnik. In der Serie „Tapetenwechsel“ entsteht der Ausdruck der verschiedenen Stufen der Trauer. Das ist deutlich in den Werken ohne Titel in zarten Rottönen gehaltene Verzweiflung, die sich in der Rachegöttin Nemesis entleert und eine dumpfe Trauer im dunklen Blau des Diptychons zeigt. Auf dem in Erdtönen gemalten „Ease“ gelingt es der Künstlerin, mit dem Symbol der schwebenden Feder eine wieder errungene Leichtigkeit zu erahnen.

„Hommage“ an die Ahnen

In den beiden Installationen „Hommage an die Ahnen I und II“ fiel die Wahl der Behältnisse bewusst auf die antiquarischen Brotteigholzwannen. Die Wannen gaben ursprünglich dem Teig des Brotes Raum zur Entfaltung, so mögen nun diese Ritualgegenstände den Weg in eine neue Fruchtbarkeit bereiten.

Die Installation Innenwelten zeigt die „Lebenslinie“ der Künstlerin auf. Dazu vereinte Dreier kolorierte Monotypien, die sich über unergründlichen Nebel heben, als verschiedene in sich abgeschlossene Phasen auf einem Trägerpapier zu einer Spanne des vergangenen Jahres im Leben der Künstlerin. „Lost Places“, dargestellt durch von Wespen verlassene Nester, nimmt Bezug auf die vergangenen drei Jahre mit den Herausforderungen der Pandemie. Teile der Nester wurden mit Zeitungsmaterial vermischt und durch die Technik des Papierschöpfens zu einer neuen Aussage gebracht. Das Schwarz-Weiß-Denken dieser Zeit erscheint, nach der Auflösung des Materials in Wasser, als schwebendes Grau in allen erdenklichen Schattierungen.

Die Serie „Ikarus I“ beginnt mit der Zinkplatte, die als Grundlage für weitere drei Werke im Druckverfahren dient. Die Arbeiten werden durch die immer zarter werdende Farbgebung behutsam auflöst. Mit „Ikarus II“ entstehen Collagen.

„In den Arbeiten von Michaela Dreier wird ‚Hommage‘ zu einer Möglichkeit mit Unwiederbringlichem, mit Verlust, mit Abschied umzugehen und einen Weg zu finden, die Aufgabe anzunehmen, um das eigene Leben mit dieser Erfahrung weiter zu gestalten“, sagt die Galeristin Marah Strohmeyer-Haider.

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Die Ausstellung läuft noch bis einschließlich Freitag, 2. Dezember. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr, zusätzlich Donnerstag 10 bis 12 Uhr, sowie Samstag, 26. November, und Sonntag, 27. November, von 14 bis 18 Uhr. Am Wochenende ist die Künstlerin anwesend, ebenso beim Einblick in die DruckWerkStatt jeweils dienstags ab 14 Uhr.

Eine Matinee findet statt am Sonntag, 13. November, 11 bis 14 Uhr, sowie ein Würdigungs-Ritual am Freitag, 18. November, 18 Uhr. Es wird um Anmeldung unter Telefon 0172/4864956 gebeten.

Die Künstlerin Michaela Dreier:

Michaela Dreier hat sich nach der Ausbildung zur Redakteurin in jungen Jahren intensiv mit der bildenden Kunst auseinandergesetzt. Die Sommerakademie in Salzburg unter anderem bei Eva Koethen, aber auch das „Zeichnen aus dem Unbewussten“ bei Ugo Dossi hat großen Einfluss auf ihre Arbeit genommen. Parallel war sie Mitbegründerin der Malschule Burghausen, die sie über zehn Jahre leitete, inklusive dem angegliederten KunstWERK. Im Mittelpunkt stand dabei der Mensch mit seinen kreativen Wurzeln, im Kontext seiner Lebenssituation und der Kunst. Es folgte ein fünfjähriges Studium der Kunsttherapie. Ihr Handwerkszeug ist vielfältig wie die verwendeten Techniken und Materialien wie Grafit, Bienenwachs, Fotografien, Acryl, Tempera, Pigmente, Kohle, Collage und Fundstücke. Sie beginnt häufig mit Kritzel- und Zeichenarbeit als Basis und baut darauf auf, entwickelt, imaginiert und verändert. Ihre ständigen Begleiter sind Skizzenbuch und Kamera.

re/MN

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