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Pressekonferenz zu den Kindersporttagen

Dicke Finanzspritze für Chiemgauer Verein „Athletes for Ukraine“ – Diese Weltstars werden Paten

Große Freude bei allen Beteiligten herrschte bei der Übergabe des Spendenschecks in Höhe von 150 000 Euro: (von links) Fritz Fischer, Franziska Hildebrand, Christopher Sitte, Anna Berreiter, Wolfgang Pichler, Jens Steinigen, Marcus Burghardt und Dirk Brandt.
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Große Freude bei allen Beteiligten herrschte bei der Übergabe des Spendenschecks in Höhe von 150 000 Euro: (von links) Fritz Fischer, Franziska Hildebrand, Christopher Sitte, Anna Berreiter, Wolfgang Pichler, Jens Steinigen, Marcus Burghardt und Dirk Brandt.
  • VonKarlheinz Kas
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Er war einfach nur glücklich: Jens Steinigen, Initiator und Gründer des Vereins „Athletes for Ukraine“, genoss die Pressekonferenz am Montag (1. August) anlässlich des großen Kindersporttages in Ruhpolding am 20. August sichtlich. Was hinter der großen Freude steckt.

Ruhpolding – Der ehemalige Biathlon-Olympiasieger, der heute als Rechtsanwalt in Traunstein arbeitet, sah seine Arbeit nicht nur bestätigt, ihm flogen die Sympathien nur so zu. Und dann bekam seine Organisation auch noch eine satte Finanzspitze von 150.000 Euro. Den Scheck überreichten Stiftungsvorstand Dirk Sitte von „Menschen brauchen Menschen“ von der Deutschen Vermögensberatung und Dirk Brandt, Pressesprecher von Generali, als nationale Förderer.

„Emotional stark belastet“

„Der Kriegsbeginn in der Ukraine hat mich emotional stark belastet, ich war als Sportler viel in Russland unterwegs und ich habe auch viele Freunde in der Ukraine“, gestand Steinigen. So sei die Vereinsgründung zustande gekommen. Er wolle den Sport nutzen, um „in die Welt hinauszuschreien, dass wir als Sportler mit dem russischen Angriffskrieg nicht einverstanden sind“.

Ziel sei es, Spenden zu generieren, betroffenen Familien zu helfen und Hilfsgüter in die Ukraine zu bringen. Steinigen sprach von 250 Mitgliedern, die der Verein aktuell zähle, von zahlreichen Lkw-Fahrten und auch davon, die durch russische Raketenangriffe komplett zerstörte Sportschule in Chernihiv mit aufzubauen. Und man wolle viele Kindersporttage ausrichten, um geflüchtete ukrainische Kinder hierzulande zum Sport zu bringen und damit nahe an die Vereine heran. Integration müsse schnell gehen. „Der Sport hat einen hohen Stellenwert, hier und in der Ukraine“, sagte Steinigen.

Viel Unterstützung erfährt der Ex-Biathlet von internationalen Sportstars. Spontan sagten die Olympiasieger Fritz Fischer und Denis Herrmann (beide Biathlon) ihre Unterstützung zu, ebenso „Goldjunge“ Felix Loch und „Silbermädchen“ Anna Berreiter (Rennrodeln) oder Ex-Profi Marcus Burghardt vom Samerberg war sofort dabei, wird beim Kinder-Sporttag in Ruhpolding als Etappensieger der Tour de France den Radsport-Part übernehmen.

Weitere Paten sind die international bekannten Huber-Buam und Langlauf-Legende Tobias Angerer, die ehemaligen Biathleten Michael Greis und Simon Schempp, dazu die aktuellen Biathlonstars Franziska Preuss, Vanessa Hinz, Maren Hammerschied, Franziska Hildebrand und Philip Nawrath sowie Langlauf-Legende Steffi Böhler und der zehnfache Paralympics-Sieger Martin Braxenthaler. Mit dabei sein werden beim Bambini-Lauf auch die Loipenfüchse aus der Chiemgau-Arena. Die „Beppos“ von Christl Lechner werden sich um die Kleinsten kümmern.

„Ein großer Tag für Ruhpolding“, schwärmte Gemeindeoberhaupt Justus Pfeifer. Er werde die Aktion komplett unterstützen und begrüßte das Engagement vor allem von Botschafter Wolfgang Pichler. Pfeifer nannte auch konkrete Zahlen, so seien in seiner Gemeinde 70 ukrainische Flüchtlinge angekommen, die man herzlichst aufgenommen habe. Pichler verkündete stolz: Weltstars stehen als Paten in Ruhpolding Schlange, das sagt alles aus.“

Ein solcher war per Video auch zugeschaltet: Denis Herrmann. Die Olympiasiegerin grüßte von der Seiser Alm in Südtirol nach Ruhpolding und sagte: „Wir Sportler haben uns klar positioniert, unter uns Sportlern besteht absolut Solidarität, die Gemeinschaft gibt Kraft!“ Sie freue sich auch schon auf die Sommer-Weltmeisterschaften vom 24. bis 28. August in der Chiemgau-Arena.

Berichte direkt aus dem Kriegsgebiet

Zugeschaltet war auch Masha Parshukov, Repräsentantin der zerstörten Biathlon- und Langlauf-Sportschule in Chernihiv. Am ersten Kriegstag seien die Raketen eingeschlagen, man stehe vor dem Nichts. Eine geplante Video-Schaltung mit Alexandar Dimitrischin, einem pensionierten Deutschlehrer, der im Rollstuhl sitzt, aus Charkiw kam nicht zustande. In der Nacht zuvor war das Zentrum seiner Stadt wieder einmal von Russland bombardiert worden. „Da ist alles kaputt, man kann keine Leitung aufbauen“, beklagte Jens Steinigen. Ein klares Zeichen, wie wichtig die Unterstützung durch den Verein ist.

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