Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


EINBÜRGERUNGSFEIER IM LANDRATSAMT TRAUNSTEIN

Mit deutschem Pass überall willkommen

Sie lebt seit 1981 in Deutschland, zuletzt in Grassau: Deborah Spaltmann ist in den USA geboren; über das Engagement ihres Mannes in der SPD lernte sie auch Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke (links) kennen. Landrat Siegfried Walch (rechts) überreichte in einer Feierstunde im Landratsamt 34 neuen Mitbürgern die Einbürgerungsurkunde.  Effner
+
Sie lebt seit 1981 in Deutschland, zuletzt in Grassau: Deborah Spaltmann ist in den USA geboren; über das Engagement ihres Mannes in der SPD lernte sie auch Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke (links) kennen. Landrat Siegfried Walch (rechts) überreichte in einer Feierstunde im Landratsamt 34 neuen Mitbürgern die Einbürgerungsurkunde. Effner

Traunstein – Die meisten leben schon seit Jahrzehnten in Deutschland, sind hier verheiratet, haben einen Beruf gelernt, wollen sich eine Existenz aufbauen und fühlen sich gut integriert: Mit der Entgegennahme der Einbürgerungsurkunde haben sie den letzten Schritt vollzogen, als vollwertiger deutscher Staatsbürger alle Rechte und Pflichten der Bundesrepublik wahrnehmen zu können.

Als Willkommensgruß überreichte Landrat Siegfried Walch 34 neuen Mitbürgern aus dem Landkreis im Rahmen der Einbürgerungsfeier im Landratsamt Traunstein ein kleines Geschenk.

Der Landkreischef erinnerte daran, dass nur ein Teil der im Jahr 2015 (92) und im letzten Jahr (121) eingebürgerten Menschen kommen konnten. „Die Einbürgerung ist ein entscheidender Meilenstein. Erst mit ihr ist die volle politische und gesellschaftliche Teilhabe möglich.“

Die Hürden davor seien hoch gewesen, erklärte der Landrat: Sie reichten von Urkunden und Nachweisen über Verdienst, Alterssicherung sowie Arbeits- und Mietverträge über die Deutschprüfung und den Einbürgerungstest zur Rechts- und Gesellschaftsordnung bis hin zur Überprüfung durch die Sicherheitsbehörden.

Auch mit dem Bekenntnis zur deutschen Werteordnung sei es wichtig, die eigenen kulturellen Wurzeln und Traditionen für die Wahrung der eigenen Identität zu pflegen, sagte Walch. „Weltoffenheit und Toleranz müssen uns ebenso wichtig sein wie Recht und Freiheit.“ Er rief die Neubürger dazu auf, mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz dazu beizutragen, die neue Heimat „lebens- und liebenswert zu erhalten“.

Wie bunt die Vielfalt an Biografien und Motiven für die Einbürgerung ist, zeigte eine kleine Umfrage unter den Geehrten. Bereits seit 40 Jahren lebt die gebürtige Britin Dorothy Schade-Maurice in Deutschland. Seit 1998 ist sie in Traunstein. Ihr Vater arbeitete am dortigen Klinikum.

Brexit gab Anstoß für Einbürgerung

„Ich fühle mich hier inzwischen wohler als in Großbritannien“, sagt sie. Das Brexit-Votum ihrer Landsleute habe sie in ihrer Entscheidung bestärkt, sich in Deutschland einbürgern zu lassen. „Bei der Wahl wurde über meinen Kopf eine Entscheidung getroffen, die ich nicht teile.“ Man wisse nicht, wie sich die Verhältnisse in Zukunft ändern. Deshalb wolle sie auf der sicheren Seite sein. Parallel zu ihr ließ sich auch ihre 92-jährige Mutter Dorothy Schade einbürgern.

„Mir sind die Menschen dieser Region sehr vertraut geworden und ans Herz gewachsen“, sagt der Franziskaner-Pater Gabriel Budau. Er ist in Rumänien geboren, lebt aber seit 2006 als Seelsorger in Deutschland. Nach einer Stelle in Köln war er die letzten fünf Jahre als Pfarrer für den Pfarrverband Bergen-Vachendorf-Grabenstätt-Erlstätt tätig. Seit Anfang Dezember betreut er von Chieming aus einen größeren Pfarrverband. „Ich identifiziere mich sehr mit der Mentalität hier, habe viele Freunde und fühle mich zugehörig. Die Einbürgerung erleichtert viele Formalitäten“, sagt er.

In Dubai Probleme mit dem US-Pass

Deborah Spaltmann aus Grassau ist in den USA geboren, lebt aber seit 1981 in Deutschland. „Mit dem deutschen Pass ist man überall willkommen, in Dubai hatte ich seinerzeit mit dem US-Pass Probleme“, sagt sie. „Es bestürzt mich tief, was derzeit in den USA passiert“, ergänzt die Marketing-Fachfrau. „Die Unabhängigkeit, die Differenzierung und der Weitblick – auch in den Medien – wie hierzulande geht mir dort ab.“ Ein wichtiges Motiv für die Einbürgerung war für sie auch die Doppelbesteuerung in Deutschland und den USA. „Da gibt es kein Abkommen und man fragt sich, wofür man arbeitet.“ Über das Engagement ihres Mannes in der SPD lernte sie auch Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke kennen.

Als Student für Holzbautechnik kam Georges Njoya aus Kamerun vor über zehn Jahren nach Deutschland. Inzwischen arbeitet er als Ingenieur bei einem Papierunternehmen und ist in Traunstein bestens integriert, inklusive Freundeskreis. „Als ,typisch deutsche Eigenschaften‘ hat eine Freundin meine Vorliebe für genaues Arbeiten und Pünktlichkeit bezeichnet“, sagt er. In seiner neuen bayerischen Heimat fühlt er sich „sehr wohl“. Die Einbürgerung war für ihn auch aus beruflichen Gründen „ein wichtiges Ziel“.

„Sehr stolz“ als frischgebackene Deutsche fühlt sich zudem Sarah Ghannouchi. Die studierte Physik- und Chemielehrerin aus Tunesien lebt mit einem Deutsch-Tunesier und kleiner Tochter in Traunstein und arbeitet als Arabisch-Lehrerin bei der VHS.

Kommentare