Aus dem Gemeinderat

Details geklärt: Der neue Grassauer Kindergarten kann kommen

Auf dieser Wiese an der Gänsbachstraße in Grassau soll der neue Kindergarten entstehen. Auch ein neues Wohngebiet ist hier geplant.
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Auf dieser Wiese an der Gänsbachstraße in Grassau soll der neue Kindergarten entstehen. Auch ein neues Wohngebiet ist hier geplant.
  • vonTamara Eder
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Der Grassauer Gemeinderat diskutierte Details zur Bauweise des neuen Kindergartens, der spätestens im Frühjahr 2022 fertig sein soll. Während man sich auf einen Holzbau einigen konnte, wurde ein Pultdach einstimmig abgelehnt.

Grassau – In einer Machbarkeitsstudie legten die Architekten Peter und Rebecca Schorr und Katharina Schmuck ihre Vorstellungen einer Kinderbetreuungseinrichtung am Gänsbach in der neuen Grassauer Wohnbausiedlung vor. Lange wurde über dieses 3-Millionen-Euro-Projekt diskutiert.

Die Räte einigten sich mit fünf Gegenstimmen – Katharina Schmuck durfte als Planerin nicht mitstimmen – auf eine Holzbauweise. Einstimmig abgelehnt wurde hingegen ein Pultdach. Genehmigt, jedoch wiederum mit sechs Gegenstimmen, wurde ein Holzbau mit Satteldach, wobei ein außermittiger Firstverlauf zu prüfen ist.

Weniger CO2 Emissionen

Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) erklärte, dass diese Machbarkeitsstudie nicht darlegen soll, ob, sondern wie der neue Kindergarten gebaut werde. Die Diakonie Rosenheim wird die Trägerin sein. Der Bau könne laut Schmuck in zwei Bauabschnitten erfolgen – wobei der erste rund 1,75 Millionen Euro kosten werde. Insgesamt wird das Erdgeschoss rund 270 Quadratmeter und das Obergeschoss 180 Quadratmeter umfassen.

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Mit dem Bau könne man voraussichtlich im kommenden September beginnen, fertig werde die Kita wohl erst im Sommer 2022 sein. Mit dem zweiten Bau und seinen weiteren zwei Gruppenräumen für rund 1,25 Millionen Euro könnte im Frühjahr 2022 begonnen werden. Fertigstellung sei dann im Winter 2022. Rund 50 Prozent der Gesamtkosten fördert der Freistaat. In der Diskussion ging es den Räten vor allem um die Holzbauweise und dessen Energieeffizienz – laut Schmuck werden dadurch weniger CO²-Emissionen freigesetzt.

Pultdach widerspricht Gestaltungssatzung

So erkundigte sich Tom Hagl (CSU) nach dem Pflegeaufwand der Holzfassade. Laut Schorr müsse das Lerchenholz nicht gestrichen werden, es werde mit der Zeit an der Wetterseite grau und der Sommerseite braun. Bei der Verwendung von Fichte könnte diese farbig gestrichen werden.

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Dr. Winfried Drost (UGL) begrüßte die Holzbauweise und auch ein Pultdach. Thomas Hofmann (AE) äußerte Bedenken, dass mit einem Pultdach ein Präzedenzfall geschaffen werden könnte, worauf Franz Heuberger (SPD) einwandte, dass es sich hier um einen Sonderbau handle. Laut Bürgermeister Kattari widerspricht ein Pultdach der örtlichen Gestaltungssatzung. Klaus Noichl (CSU) schlug als Kompromiss eine Verschiebung des Firstes vor.

„Man muss auch einmal den Mut haben, von der Ortsgestaltung abzuweichen oder diese zu überarbeiten“, ergänzte Sepp Grießenböck (FW).

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