ÜBER 1000 SCHÜLER

Der Musikschulbetrieb in Grassau brummt seit der Pandemie online weiter

Das Musikschulgebäude ist derzeit wieder verwaist. Der Unterricht findet online statt. Eder
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Das Musikschulgebäude ist derzeit wieder verwaist. Der Unterricht findet online statt. Eder
  • vonTamara Eder
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Die Grassauer Musikschule hat durch die Corona-Pandemie nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt. Über 1.000 Schüler lernen 26 verschiedene Instrumente. Leiter Wolfgang Dien zog im Marktgemeinderat eine zufriedene Jahresblianz.

Grassau – „Die Musikschule leistet einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben“, betonte Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung. Musikschulleiter Wolfgang Diem gab einen umfassenden Jahresbericht.

Beim ersten Lockdown gleich auf Online-Unterricht umgestellt

Gleich beim ersten Lockdown im März 2020 wurde der Musikschulunterricht innerhalb einer Woche zu 94 Prozent auf Online-Unterricht umgestellt. Nur ein kleiner Teil der Musikschullehrer musste in Kurzarbeit geschickt werden. Wie Musikschulleiter Wolfgang Diem informierte, werden 1.050 Schüler in 490 Schulstunden beim Erlernen von 26 verschiedenen Instrumenten unterrichtet.

Lehrer versorgten sich privat mit Technik

Große Gruppen mussten mit Beginn der Pandemie in Einzelunterricht geteilt werden. Diem betonte, dass sich alle Lehrer auf privater Basis rasch mit der notwendigen Technik versorgten. Bedauerlich sei, dass der Musikschule durch ausgefallene Veranstaltungen viele Spenden zur Förderung der Talente entgangen seien. Auch ein Besuch aus der französische Partnergemeinde Rognonas musste abgesagt werden.

Im Sommer Konzerte mit begrenzter Besucherzahl

Ab Mitte Juni wurde dann wieder in Präsenz unterrichtet. Zudem konnten wieder Konzerte, wenn auch mit begrenzter Zuhörerzahl stattfinden. Erfreulich war für die Marktkapelle, dass sie einen Ausweichprobenraum im ehemaligen Katekgebäude bekommen hat. Allerdings konnten wiederum nur ein paar Gesamtproben und einige Registerproben durchgeführt werden.

Im Sommer durfte die Marktkapelle erstmals wieder in etwas größerer Formation im Kurpark auftreten.

Bereitschaft zu Onine-Unterricht lässt immer mehr nach

Diem erklärte, dass die Bereitschaft der Schüler im Falle von aktuellen Verlängerungen des Lockdowns online versorgt zu werden, nachlasse. Negative Auswirkungen sieht Diem vor allem beim Gruppenspiel. Chöre, Ensembles und Orchester können kaum mehr stattfinden und müssen nach der Pandemie sorgfältig aufgebaut werden.

Veranstaltungen für den Sommer 2021 geplant

Optimistisch wurden bereits einige Veranstaltungen für 2021 geplant, darunter das Almfestival, ein Volksmusikwettbewerb und eine Schnupperwoche im Juni und 17 Konzerte im Kurpark. Ein großer Wunsch sei die Realisierung der Naturbühne auf der Rachlalm.

Gemeinde bezahlt das Minus der Musikschule von rund 182.000 Euro

Stellvertretender Musikschulleiter Otto Dufter, betonte, dass sich der Ansatz für das Haushaltsjahr 2020 fast mit dem vorläufigen Rechnungsergebnis decke. Trotz moderater Erhöhung der Musikschulgebühren gebe es keine Austritte. An Einnahmen würden 1,16 Millionen Euro erwartet. Das Land werde sich mit 164.000 Euro beteiligen.

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Die Zuweisung vom Kreis betrage 105.000 Euro. An Gebühren von den Schülern erwarte man 515.000 Euro und die Mitgliedsgemeinden leisteten eine Erstattung von insgesamt 338.000 Euro. Dankbar sei die Musikschule auch über die jährliche Spende der Sparkasse von 12.000 Euro.

Den Einnahmen stünden Ausgaben von 1,34 Millionen Euro gegenüber, wobei Löhne und Gehälter mit insgesamt 1,3 Millionen Euro den größten Ausgabeposten darstellen. Weitere Ausgaben ergäben sich durch Unterhalt der Gebäude, Mieten und Pachten und Kosten für Verwaltung und Sachaufwand. Der ungedeckte Betragbelaufe sich auf 182.550 Euro, diesen übernehme die Gemeinde Grassau.

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